Posts Tagged ‘Hamburg’

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Mal wieder sachlich

15. November 2008

Berlin – Hertha BSC hat auch das zweite Spitzenspiel in Folge für sich entscheiden können. Nach dem 1:0 gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Spieltag ließen die Berliner ein 2:1 gegen den Hamburger SV folgen und stehen in der Tabelle nun auf dem vierten Tabellenplatz.

Hertha-Trainer Lucien Favre musste im Vergleich zum Erfolg gegen Hoffenheim verletzungsbedingt auf Marko Pantelic verzichten. Für den Torjäger rückte sein serbischer Landsmann Gojko Kacar ins Team. HSV-Coach Martin Jol stellte sein Team nach dem Vorwochen-Erfolg gegen Borussia Dortmund (2:1) auf zwei Positionen um. Jansen und Demel  liefen statt Aogo und Benjamin ins mit  52.000 Zuschauern gefüllte Olympiastadion ein.

Dort gab es kein langes Abtasten, im Gegenteil: Zunächst hätte Woronin nach Vorarbeit von Nicu die Hertha-Führung erzielen müssen (8.). Auf der anderen Seite machte es HSV-Stürmer Petric dann um einiges besser. Nach einem Einwurf von Ex-Herthaner Boateng verschätzten sich die Innenverteidiger Friedrich und Simunic im Kollektiv, sodass Petric den Ball kurz annehmen und dann per Fallrückzieher im Tor unterbringen konnte (12.). Ein Schock für die Berliner, die bis auf einen Fernschuss von Chahed kurz vor der Halbzeit keine gefährlichen Aktionen mehr zustande brachten. Der HSV blieb dagegen immer gefährlich.

Das änderte sich kolossal nach dem Wiederanpfiff. Die Berliner hatten ihre Zurückhaltung aus Hälfte Eins in der Kabine gelassen und nutzten ihre erste Chance sofort zum Ausgleich. Nach einer Chahed-Flanke hielt Cicero den Kopf hin – 1:1 (46.). Doch damit nicht genug. Nur zwei Minuten später wurde der für Raffael eingewechselte Domovchiyski von Nicu bedient – 2:1 (48.). Was für ein Auftakt. Danach verwaltete Hertha die Führung im Stile einer Spitzenmannschaft, ließ den HSV laufen und hinten kaum mehr als zwei Fernschüsse von Trochowski (70.) und Petric (74.) zu, die einmal am Außennetz und einmal in Drobnys Armen landeten. Auf der anderen Seite hätte Woronin seine gute Leistung mit einem Tor krönen können, scheiterte nach Ablage von Domovchiyski aber an HSV-Keeper Rost. In der Nachspielzeit wurde es dann noch einmal eng, als die Hamburger mit dem Mut der Verzweiflung anrannten und Pitroipa sogar noch einmal die Latte traf (90.). Zu mehr reichte es am Ende aber nicht mehr.

Hertha: Drobny – Stein, Simunic, Friedrich, Chahed – Cicero, Dardai, Kacar (90. Lustenberger), Nicu – Raffael (46. Domovchiyski), Woronin (90. Ebert)

Hamburg: Rost – J. Boateng (60. Pitroipa), Reinhardt, Mathijsen, Jansen – Demel, A. Silva – Trochowski (75. Guerrero), Jarolim (81. Aogo) – Olic, Petric

Tore: 0:1 Petric (12.), 1:1 Cicero (46.), 2:1 Domovchiyski (48.)

Zuschauer: 52.000

Gelbe Karten: Kacar, Dardai, Simunic, Chahed – Jarolim, Boateng

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Spitzenteam oder nicht?

31. Oktober 2008

Was hat diese Saison nicht schon alles zu erzählen? Von strahlendem Offensiv-Fußball von Aufsteiger Hoffenheim. Von zu Beginn kriselnden und langsam Fahrt aufnehmenden Bayern. Von Leverkusenern, die mit junger Mannschaft und jungem Trainer schönen und zugleich erfolgreichen Fußball zelebrieren. Von Schalkern, die mit Nationalmannschafts-Frührentner Kuranyi mal sehr und mal gar nicht zufrieden sind. Die Liste könnte noch dreizehnfach weitergeführt werden. Jede Bundesligamannschaft hat in diesem Jahr ihre positiven und negativen Geschichten. Und meistens sind es andere, als noch im letzten Jahr. Wenn man die Presse allerdings nach Berichten über Hertha BSC absucht, findet man eigentlich immer nur einen Namen: Marko Pantelic.

Es kommt nicht von irgendwoher, dass es meistens in diesem Zusammenhang heißt: „Ohne Pantelic ist bei Hertha vorne doch gar nichts los.“ Und zehn Tore in 14 Pflichtspielen sprechen auch eine deutliche Sprache, obwohl man hinzufügen muss, dass der Serbe in neun Bundesligapartien bisher „nur“ dreimal getroffen hat und vier der zehn Treffer aus der ersten und zweiten Uefa-Cup-Qualifikationsrunde stammen. Ganz so treffend wie auf jeden Fall noch in den letzten Jahren ist dieses Argument also nicht mehr. Und mit nur einem guten Stürmer steht man nach zehn Spieltagen eben auch nicht auf Platz Fünf.

Ja, manche müssen jetzt vielleicht nochmal eben die Tabelle überprüfen (HIER z.B.), aber es ist Fakt: Hertha spielt bisher eine überraschend starke Saison. Nicht umsonst erkor der sonst eher zurückhaltende Tagesspiegel die Mannschaft von Lucien Favre in der Ausgabe vom 30. Oktober zur Spitzenmannschaft. Doch bevor die gleichen Kritiker, die oben wirklich nochmal nach der Tabelle schielen mussten, jetzt einwerfen, dass Hertha sich da oben ohnehin nicht halten werde und deshalb alle Euphorie verfrüht und unangebracht ist, muss tatsächlich zunächst einmal auf die Bremse getreten werden. Ja, Hertha hat erst zwei Saisonspiele verloren (Bayern, Cottbus). Aber die wirklichen Gradmesser kommen erst noch. Und zwar in den kommenden Wochen.

Zunächst müssen die Berliner nach Bremen reisen, dorthin also, wo man zurzeit fast ein wenig neidisch nach Berlin schaut. Denn die Sicherheit, die die Berliner Abwehr in den letzten Spielen ausstrahlte, wünscht sich auch Thomas Schaaf für seine Mannschaft. Doch selbst nach der Rückkehr vom zu Saisonbeginn verletzten Torsten Frings half dem verunsicherten Champions-League-Teilnehmer nicht. Resultate wie das 5:4 gegen Hoffenheim, das 3:3 gegen Dortmund oder das 1:4 in Stuttgart sind keine Ausrutscher, sondern Auswüchse einer längst überwunden gewähnten Naivität. Verletzungsprobleme werden als Ausrede nicht akzeptiert, die hat Hertha nämlich auch. Gerade deshalb wird es auch interessant sein zu sehen, ob es der neuen Hertha – der „Favre-Hertha“ – gelingt, diese Unsicherheiten einer Bundesligamannschaft auszunutzen. In den vergangenen Jahren versagten den Herthanern nämlich genau in solchen Spielen immer wieder die Nerven.

Nach dem Duell mit Werder kommt der dann wahrscheinlich immer noch Tabellenführer aus Hoffenheim und mit ihm Rückkehrer Sejad Salihovic nach Berlin. Wie man (im Mittwochs-Kicker) hört, ist Hertha an einer Verpflichtung des Bosniers interessiert und hofft wohl darauf, dass Salihovic aus seiner Zeit in Berlin noch mehr als einen Koffer in der Hauptstadt gelassen hat. Der Linksfuß machte laut Kicker allerdings zuletzt deutlich, dass er sich in Hoffenheim wohl fühle und nicht an einem Wechsel interessiert sei. Ebenfalls im Kicker äußerte sich Klaus Toppmöller über Salihovic. Es sei ihm „unbegreiflich, dass Hertha BSC ihn für 250.000 Euro ziehen ließ.“ Toppmöller ist ja bekannt dafür, jungen Talenten eine Chance zu geben und hätte Salihovic damals vermutlich niemals abgegeben. Wer ihn damals in Berlin gesehen hat, erkannte zwar seine Anlagen (vor allem bei Freistößen), dass er seine Chance in den zugegebenermaßen wenigen Einsätzen genutzt hätte, kann man aber auch nicht behaupten. Jedenfalls wird sich in diesem Spiel zeigen, wie sicher, die als gefestigt geltende Abwehr der Herthaner wirklich ist. Wahrscheinlicher ist, dass z.B. Joe Simunic erst einmal eine Halbzeit brauchen wird, um sich an das hohe Tempo der Hoffenheimer zu gewöhnen. Wenn es dann noch nicht 0:3 steht, hat Hertha sogar die Chance auf einen Punkt.

Als dritter Prüfstein in Folge kommt dann der Hamburger SV ins Olympiastadion, der sich nach der 0:3-Klatsche in Hoffenheim, mit einem abgeklärten 2:0 gegen Stuttgart wieder zurück in die Erfolgslaufbahn spielte. Trainer Martin Jol hat die holländische Sicht des Fußballs jedenfalls zunächst besser auf die Bundesliga übertragen, als Fred Rutten bei Schalke 04. Und Jol hat mit Thiago Neves noch ein brasilianisches Juwel in der Hinterhand, dass nur darauf wartet, endlich fertig geschliffen der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Bisher konnte er nur viermal und dabei mit zwei Torvorlagen zu Siegtreffern zeigen, welche Fähigkeiten er hat. Gut vorstellbar ist es auf jeden Fall, dass Neves gegen Hertha wieder zum Stamm der Mannschaft gehört – was es für Hertha nicht leichter macht.

Bei den Berlinern wird alles darauf ankommen, wie sehr die Mannschaft an sich und das System des Trainers glaubt und sich vor allem daran hält, wenn es mal nicht so klappt. Bisher war das nur gegen die Bayern wirklich der Fall, die jährliche Heimniederlage gegen Cottbus kann zur überweltlichen Aufbauhilfe gezählt werden. Auch ob Marko Pantelic sich weiterhin und auch dann noch in den Dienst der Mannschaft stellt, wenn das Klima zwischen ihm und Trainer Favre weiterhin so vergiftet bleibt, ist eine wichtige Baustelle, die es schnellstens zu bearbeiten gilt. Kapitän Arne Friedrich wies richtigerweise darauf hin, dass solche Krisenherde der Mannschaft nicht weiterhelfen würden.

Es werden von Samstag an spannende zwei Wochen. Wochen der Wahrheit wenn man so will. Danach wird sich zeigen, ob der Tagesspiegel recht hatte. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen.

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Kein San Siro für Hertha

7. Oktober 2008

Update: Heim- und Auswärtsspiele stehen fest.

Die UEFA-Cup Auslosung in Nyon hat den deutschen Klubs unterschiedlich starke Gruppen zugeteilt. Hertha bekommt es demnach nicht mit den Wunschgegnern AC Mailand oder Spartak Moskau zu tun, sondern muss ein Heimspiel gegen den ukrainischen Vertreter Metalist Kharkiv fürchten. Wer wann und wo gegen wen, spielt, wird zur Stunde noch ermittelt. sondern erwartet zum ersten Heimspiel den portugiesischen Vertreter Benfica Lissabon im Olympiastadion (23. Oktober). Das zweite Heimspiel bestreiten die Berliner nach dem Duell in der Ukraine (6. November gegen Kharkiv) gegen Galatasaray Istanbul (3./4. Dezember). Das letzte Gruppenspiel findet dann in Piräus gegen Olympiakos statt (17./18. Dezember). Quelle: Hertha BSC

Den Lostopf-Jackpot hat in jedem Falle der VfL Wolfsburg gezogen. Als letzter deutscher Vertreter aus Topf 5 (von 5) gezogen, erwischte die Mannschaft von Trainer Felix Magath den AC Mailand um die Topstars Ronaldinho, Kaka und Shevchenko.

Gruppe A: FC Schalke 04, Paris St. Germain, Manchester City, Racing Santander, Twente Enschede

Schalke zuerst zu Hause gegen Paris (23.10.), dann nach Santander (6.11.), bevor Manchester City nach Gelsenkirchen kommt (27.11.). Den Abschluss der Gruppenphase bestreiten die Schalker in Enschede beim Ex-Klub vom neuen Trainer Fred Rutten (3./4.12.). Quelle: Schalke 04

Gruppe B: Benfica Lissabon, Olympiakos Piräus, Galatasaray Istanbul, Hertha BSC, FC Metalist Kharkiv

Gruppe C: FC Sevilla, VfB Stuttgart, Sampdoria Genua, Partizan Belgrad, Standard Lüttich

Der VfB startet in Sevilla (23.10.) und hat danach Partizan Belgrad zu Gast (6.11.). Das zweite Auswärtsspiel findet in Genua bei Samdoria statt (27.11.), bevor zum Abschluss der Gruppenphase für den VfB Standard Lüttich im Gottlieb-Daimler-Stadion vorspielt (18.12). Sicherlich nicht die glücklichsten Ansetzungen für die Stuttgarter. Quelle: VfB Stuttgart

Gruppe D: Tottenham, Spartak Moskau, Udinese Calcio, Dinamo Zagreb, NEC Nijmwegen

Gruppe E: AC Mailand, SC Heerenveen, Sporting Braga, FC Portsmouth, VfL Wolfsburg

Felix Magath erwartet mit seinem VfL am ersten Spieltag den SC Heerenveen (6.11.), muss dann nach Braga (27.11.) und trifft am 4.12. in der VW-Arena auf den FC Portsmouth. Der Kracher gegen Mailand findet am 18.12. in San Siro statt. Quelle: VfL Wolfsburg

Gruppe F: Hamburger SV, Ajax Amsterdam, Slavia Prag, Aston Villa, MSK Zilina

Der HSV hat das mit den Heimspielen ein fast schon unverschämtes Glück. Das Spiel gegen die für die Fans eher unattraktiven Slowaken aus Zilina (23.10. in Zilina) und auch das gegen Slavia Prag wurde den Hamburgern in der eigenen Stadt erspart (4.12. in Prag). Das Team von Martin Jol bekommt nur die Sahnestückchen in die HSH-Nordbank-Arena: Zuerst Ajax (27.11.) und dann Aston Villa (17.12.). Quelle: Hamburger SV

Gruppe G: FC Valencia, FC Brügge, Rosenborg Trondheim, FC Kopenhagen, AS Saint-Etienne

Gruppe H: ZSKA Moskau, Deportivo La Coruna, Feyenoord Rotterdam, AS Nancy, Lech Posen

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Ich glaub, es geht schon wieder los…

15. August 2008

Werder-Manager Klaus Allofs drohte schon in der Versenkung zu verschwinden. Kein spektakulärer Transfer in der Sommerpause, kein zu schlichtender Streit und nicht einmal ein pressefreundlicher Kommentar zu einem vielleicht schon erfolgten Anruf von Ailton („Ja, er hat mich angerufen. Ich soll euch alle schön grüßen…“). Ja, es war eine ruhige Nach- und Vorbereitungsphase in Bremen.

Schlagzeilen machten die anderen. Die Bayern mit Klinsmann und seinen neuen Trainings- und Motivationsmethoden. Die Schalker mit der Verpflichtung von Jefferson Farfan und Orlando Engelaar. Die Wolfsburger mit ihren neuen Italienern Barzagli und Zaccardo. Die Hamburger mit dem Verkauf von Rafael van der Vaart. Die Stuttgarter mit dem Transfer von Problemkind Jan Simak. Die Leverkusener mit der Entlassung von Michael Skibbe und dem dafür auf den Trainerstuhl gesetzten Bruno Labbadia. Die Hannoveraner mit starken Auftritten in der Vorbereitung und den Transfers von Jan Schlaudraff und Mikael Forssell. Die Frankfurter mit übergewichtigen Rekordtransfers. Die Berliner mit starken Auftritten in der Uefa-Cup-Qualifikation und der Nicht-Verpflichtung eines südamerikanischen Spielmachers. Und die anderen acht mit ähnlichen Transfers, Nicht-Transfers, Querelen innerhalb oder außerhalb der Mannschaft und verschiedenen anderen Problemen.

Und dann, als sich die ganze Liga auf den Auftakt freut. Auf das Hammer-Duell zwischen dem FC Bayern und dem HSV, zwischen Klinsmann und Jol, zwischen Ribery van Bommel und van der Vaart Jarolim. Da kommt Klaus Allofs und verkündet die Verpflichtung des anderen verlorenen Sohnes (neben Ailton), von Claudio Pizarro nämlich. Pizarro könnte die erhoffte Schließung des Sturm-Loches sein. Er war jedenfalls mal einer dieser Stürmer, die den Unterschied ausmachen. Allerdings mit der Betonung auf „war“. Bei Chelsea saß er hauptsächlich auf der Bank, kam hier und da mal ins Spiel und schoss, wenn es ganz gut lief, sogar mal ein Tor. Allerdings – und da kommt es jetzt vor allem auf den Spieler an – muss schon alles passen, damit aus dieser erneuten Liason (es ist ein Leihgeschäft, bei dem Chelsea wahrscheinlich einen Teil seines Gehalts übernimmt) nochmal eine erfolgreiche wird. Pizarro darf sich nicht zurücklehnen, sondern muss die Rückkehr nach Bremen als Chance sehen, seinem eigentlichen Arbeitgeber zu zeigen, dass er, wenn er spielt, ein Weltklassestürmer ist, der diesen Namen und damit das Trikot des FC Chelsea verdient. Wenn er das schafft, hilft er auch gleich noch seinem alten Arbeitgeber und könnte einen weiteren ehemaligen Arbeitgeber, die Bayern nämlich, ordentlich ärgern.

Sowieso, die Bayern. Die spielen heute in der Allianz-Arena gegen den Hamburger SV. Kam es nur mir so vor oder hat der Bayern-Sponsor mit dem großen T einen Deal mit zahlreichen Medien, damit der Auftritt vom aufgehenden Opern-Star und Werbeträger Paul Potts es auch ja in die Vorberichterstattung des Auftaktspiels schafft? Sogar beim sonst für Nebengeschichten eher unsensiblen Kicker wird er erwähnt. Aber gut, wenn das Spiel genauso dramatisch wird, wie der Werbespot, dann endet es 4:3 für den FC Bayern – durch ein Tor des 17jährigen Thomas Müller. Aus der Drehung.

Geil, dass es wieder los geht!

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Fußball ist Männersport

10. Mai 2008

Meine Güte wurde in den letzten Tagen nach dem „Kung-Fu-Tritt“ von Tim Wiese auf dem Bremer Torwart rumgehackt. Exemplarisch hierfür der Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau, die ihn zum Bruce Lee Bremens kürte. Ich bitte darum, mir nicht böse zu sein, aber diese Verurteilungen sind von so absolutem Schwachsinn, wie ich ihn selten gesehen habe.

Ja, die Aktion war unglücklich. Ja, man hätte auch die Rote Karte geben können. Und ja, Wiese hat es danach mit seinen Äußerungen („Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass ich zuerst den Ball treffe“) nicht besser gemacht. Aber – und dieses Aber ist an Größe nicht zu überbieten – will ihm da ernsthaft irgendjemand Absicht unterstellen? Wiese kam aus seinem Tor mit dem Ziel, den Ball wegzuschlagen. Er traf ihn nicht richtig und prallte stattdessen mit Ivica Olic zusammen. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass Wieses Stollen die Halsschlagader des Kroaten „nur um Millimeter“ verfehlt habe. Ein bisschen mehr Drama bitte…

Tatsache ist, die Gelbe Karte war berechtigt, weil Wiese in dieser Situation nicht letzter Mann war. Tatsache ist auch, Olic hat keine bleibenden Schäden erlitten und wird das nächste Mal vielleicht zweimal überlegen, ob er noch einmal hingeht, wenn ein Torhüter sein Tor verlässt. Denn wenn es darum geht, hat Wiese alles richtig gemacht. Über die Situationen in denen Spieler ihr Bein stehen lassen, wenn ein Torwart sich in den Ball schmeißt, redet überhaupt keiner mehr. Dabei ist das zehnmal gefährlicher. Torhüter haben einen extremen Job. Sie pendeln ständig zwischen Genie und Wahnsinn. Als Oliver Kahn damals mit gestrecktem Bein aus seinem Tor kam und den Dortmunder Spieler nur haarscharf verfehlte (nach 18 Sekunden), gab es einen kurzen Aufschrei, dann schmunzelte man darüber und wenig später war es schon Legende. Der Unterschied? Kahns Aktion war vorsätzlich. Wieses niemals.

Tim Wiese sollte ein bisschen an seiner Außendarstellung arbeiten. Freunde werden er und die Medien ohnehin nicht mehr. Aber mit solchen Aussagen, wie die direkt nach dem Spiel, stellt er sich immer wieder selbst an den Pranger. Hätte er nach dem Spiel gesagt, es tue ihm leid und es war – natürlich – keine Absicht, ich bin mir sicher die Kritik wäre glimpflicher ausgefallen. Doch mit dem reuelosen Statement gab er den Startschuss für die dann folgenden Schmähartikel. Dass er damit umgehen kann, hat er in den letzten Monaten gezeigt. Nach Kritik war er stets besser als vorher, allerdings nur solange, bis er wieder fast ganz oben war, um dann mit einem grandiosen Fehler wieder zurück zu fallen.

Der Weg des Tim Wiese ist einer zwischen den Extremen. Vielleicht braucht er auch diesen Presserummel um seine Person. Vielleicht wollte er den Beobachtern von Manchester United, die ihm jüngst ein Angebot gemacht haben sollen, auch nur zeigen: Sehr her, ich bin hart genug für die Premier League. Aber ganz davon ab, was die Medien danach aus seinem Auftritt gemacht haben, sollte sich der Bremer Keeper einfach mal ein halbes Jahr am Stück nur und ausschließlich auf seine Leistung konzentrieren. Denn dann braucht er solche Auftritte nicht mehr, um im Rampenlicht zu stehen. Die Medien würden ihm auch so genügend Aufmerksamkeit schenken.

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Ein paar Notizen zum langen Uefa-Cup-Abend

21. Februar 2008

1. Warum haben wir nicht früher dran gedacht, unsere Punkte einfach im vermeintlich leichteren Uefa-Cup zu holen? Dann hätte es die Debatte um den möglichen Verlust des dritten Champions-League-Platzes gar nicht gegeben.

2. Vielleicht sollten wir überlegen, jetzt wo der Herr Rummenigge so ein hohes Tier bei der ECA ist, ob wir nicht auch mal eine Regeländerung einführen sollten. Ich wäre dafür, bei einem Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied einen Extra-Punkt in der Uefa-Rangliste zu vergeben. Dann hätten wir die Italiener bald…

3. Ist jemandem aufgefallen, ab welchem Zeitpunkt Lukas Podolski plötzlich aufgeblüht ist? Genau, als Luca Toni vom Feld ging und „Poldi“ mit seinem „Ziehvater“ Miroslav Klose zusammen spielen durfte. Das erste Tor des ehemaligen Kölners bereitete Klose mit einem Schuss vor, den der gegnerische Keeper nur abklatsche konnte. Das zweite (per Kopf, das kann er also auch) von Kumpel Bastian Schweinsteiger. Das macht doch schon wieder Lust auf die EM.

4. Eigentlich sollte hier stehen: „Thomas von Heesen in allen Ehren, aber dieser Nürnberger Sieg gegen Benfica Lissabon gehört noch Hans Meyer. Und macht Mut für den Abstiegskampf.“ Dann geschah Punkt 7.

5. Wenn 35.000 Fans in Hamburg „trotz des deutlichen Ausgangs im Hinspiel“ (O-Ton DSF) viel sind, dann müssen wir uns in Berlin ja keine Sorgen mehr machen, wenn wir irgendwann mal wieder im Uefa-Cup nur 20.000 Zuschauer haben.

6. Ich weiß noch nicht, wie das Spiel ausgegangen ist, aber die Bremer Auswärtspartie in Braga als „Pflichtaufgabe“ (stand heute in der Süddeutschen, ist aber glaube ich von der dpa übernommen) zu bezeichnen, finde ich etwas überheblich. Klar, das 3:0 im Hinspiel war vom Ergebnis her deutlich, aber das Spiel selbst sagte etwas ganz anderes aus (Wiese hielt ja nicht nur die beiden Elfmeter). Natürlich muss eine Mannschaft, die Deutscher Meister werden will, so einen Vorsprung selbst Auswärts über die Zeit bringen. Da die Bremer ohne Diego bisher eher wenig gerissen haben (ich erinnere hier gerne an die DFB-Pokal-Pleite in Dortmund), sollten sie sich auf keinen Fall zu sicher fühlen. Aber Thomas Schaaf ist ja auch kein Journalist und wird das seinen Spielern schon beigebracht haben.

7. Der Kollege vom ZDF, der grad eben (87. Minute) meinte, dass die Abwehrspieler von Benfica den Namen Charisteas „ihr Leben lang nicht vergessen werden“, dem muss man einerseits sagen, dass die bei einem etwaigen Ausscheiden natürlich nicht in eine Dekaden andauernde Depression verfallen würden. Und andererseits wird denen der Name des Schützen des Nürnberger Führungstores gleich sowas von egal sein. Denn eben (89. Minute) fiel das 2:1 für Benfica….das Aus für den Club. So ungerecht kann Fußball sein (die Phrase des Tages).