Archive for Mai 2008

h1

Der malende Kommentator

31. Mai 2008

Es dauert nicht lange, da ist Werner Hansch in seinem Element. Da zelebriert er jedes Wort, betont jede einzelne Silbe. Er will in diesen Situationen, dass seine Zuhörer jede Nuance seiner Äußerungen in sich aufsaugen. An diesem Samstagabend in „Hürster’s Kochwerkstatt“, dem Abend des letzten Vorbereitungsspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien, richtet der – er hört es nicht gerne – in diesem Jahr 70 werdende Kommentator die Worte an seine Nachfolger: „Lesen bildet Sprache“, sagt er und beinahe möchte man ihm zurufen, dass diese Aussage das Klischee des phrasendreschenden Reporters unterstreicht, als er ergänzt: „Aber Sprache ist nicht das wichtigste.“ Und dann verfällt er in diesen berühmten, genießenden Tonfall: „Es ist die Stimme – Emphase, Modulation – wie etwas klingt, das ist viel wichtiger.“

Man liebt ihn oder man hasst ihn dafür. Auch bei der EM 2008. Nicht bei der ARD, sondern für Radio NRW. Alles ein bisschen kleiner dort. Werner Hansch polarisiert mit seiner Art zu kommentieren, mit seiner Stimme und seinen extravaganten Formulierungen. „Wenn Sie dieses Spiel atemberaubend finden, haben sie es an den Bronchien“ ist eine davon und unter den Zuschauern ist an diesem Abend niemand, der das nicht amüsant findet. Sie sind gehobenen Alters und die Jungen, die da sind, können mit dem Namen Hansch noch nichts anfangen. Es ist ein dankbares Publikum, aber selbst wenn sich unter den Anwesenden ernsthafte Kritiker versteckt hätten, sie würden nicht viel finden, was es zu kritisieren gäbe.

Nicht, dass Hansch keine streitbaren Thesen in die Welt setzen würde. „Die große Rundfunk-Zeit ist längst vorüber.“,  „Die große Menge der Fans durchschaut die finanziellen Geschichten nicht, denen ist es egal, wie viel der Spieler verdient, solange er sich für den Verein reinhängt.“ oder „Im Fernsehen neigen die Kommentatoren dazu, zu beschreiben, was der Zuschauer ohnehin schon sieht. Das ist Radio im Fernsehen und für mich die größte aller Sünden.“ Aber er verpackt sie so charmant und erklärt sie nachvollziehbar, dass man ihm nicht widersprechen kann.

Hansch ist nicht der einzige, der da oben auf dem Podium sitzt. Moderiert wird die Veranstaltung von Peter Großmann, dessen Namen einem nichts sagt, den man aber erkennt,  wenn man ihn sieht. Komplettiert wird die Runde, die unter dem Titel „Kulturküche“ zusammengekommen ist und neben „Talk“ (Hansch und Großmann) auch „Comedy“ verspricht, von „der Obel„, der einem am ehesten noch als Kommentator Herbert Zimmermann in „Das Wunder von Bern“ in Erinnerung ist. Nebenbei hat der Profiimitator auch einen EM-Song zusammengemixt, der das Zeug hat, alle anderen bisher erschienenen in den Schatten zu stellen. „Sooo gehn die Deutschen“ heißt der. Kann man sich schonmal vormerken. „Der Obel“ ist lustig, die beste Szene des Abends ist allerdings eine sehr traurige.

Werner Hansch hat gerade seine Geschichte erzählt, wie er innerhalb von vier Wochen seine Eltern verlor und deshalb doch auf „die Pütt“ (in die Zeche) musste, um „zu leben“, wie er selbst sagt. Das Studium in Bochum musste er im fünften Semester abbrechen, jobbte nebenbei auf der Trabrennbahn und kam durch „eine Aneinanderreihung von Zufällen“ zum Fußball. Peter Großmann hat keine Ahnung, was er lostritt, als er den eigentlich als witzigen Sidekick eingeladenen – und bis dahin auch als solcher funktionierenden – Obel fragt, ob er auch Erfahrungen „unter Tage“ gemacht habe. Plötzlich schluckt der Kabarettist, kämpft mit den Tränen und erzählt dann mit erstickter Stimme, dass sein Bruder in der Zeche gearbeitet habe und an seinem letzten Tag dort gestorben sei. Den Kampf mit den Tränen gewinnt er schließlich, auch weil Großmann bravourös den emotionalsten Moment des Abends zulässt. Als der Komiker erzählt, dass er Abitur machen durfte und schließlich ein „Kasper“ wurde, sagt Großmann: „Ein emotionaler Kasper – das hat einen Applaus verdient.“ Großes Entertainment.

Dann ist Hansch wieder an der Reihe, die Frage nach seiner Zukunft wird gestellt und der Meister des Reportierens ist sichtlich gerührt, als mutmachender Applaus ertönt. Eigentlich sei er ja Rentner, aber „etwas Schöneres als Rundfunk gibt es nicht.“ Man ahnt bereits, dass er keine große Chance sieht, noch einmal ins Fernsehgeschäft einzusteigen. Der Fernsehsender Premiere sei erstens „voll“ und zweitens würde er die Hierarchie dort durcheinanderbringen. Und die Sportschau? „Die wackelt.“ Hansch glaubt nicht daran, dass es das ARD-Format auch über das Jahr 2009 hinaus, wenn der Spieltag vermutlich erheblich entzerrt wird, geben wird: „Das Geld regiert den ganzen Zirkus.“

Der ist dann pünktlich zum einsetzenden Gewitter vorbei. Erst verabschiedet sich „der Obel“ und dann verschwindet auch Hansch unter dem tobenden Applaus der Zuschauer. Das echte Wesen dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit fernab aller Öffentlichkeit offenbart sich eine Etage tiefer. Dort fragt Hansch ernsthaft interessiert, was man in einem Journalistik-Studium heutzutage lerne und erzählt noch einmal – das Aufnahmegerät ist längst aus – in voller Länge und ohne ein einziges „Äh“ die Geschichte, die ihn zum Fußball gebracht hat.

1973 vertrat er den verhinderten Stadionsprecher des FC Schalke 04. Er hatte zu diesem Zeitpunkt keinen blassen Schimmer von Fußball und leistete sich einen „historischen Versprecher“ als er den Torhüter der Schalker wie folgt ankündigte: „Mit der Startnummer eins: Norbert Nigbur“. Pferde haben Startnummern, Fußballer jedoch Rückennnummern.

Draußen donnert es, Blitze erhellen die Nacht. Werner Hansch ist wieder in seinem Element und wenn man versteht, dass dieser Mann beim Kommentieren keine Rolle spielt, sondern wirklich authentisch ist, dann bekommt diese Stimme, die sich laut Peter Großmann „in unser Gehirn gefressen hat“, eine neue Dimension. Die eines Mannes, der sich nie so wirklich für Fußball interessiert hat (mit 35 Jahren sah er sein erstes Bundesligaspiel) und ihn dennoch durch seine Beschreibungen so greifbar gemacht hat.

„Wir müssen Bilder malen – mit Worten“, hat er an diesem Abend noch gesagt. Wenn es danach geht, entwirftWerner Hansch Gemälde.

Advertisements
h1

Pro Arne!

31. Mai 2008

Zwischen einem Interview mit Souleyman Sané und einem mit Werner Hansch, habe ich gerade mal Zeit, mir die erste Halbzeit der deutschen Elf gegen Serbien anzuschauen. Wirklich enttäuscht bin ich eigentlich nur von Marko Pantelic, der nur dadurch aufgefallen ist, dass er mehrfach den Ball verstolpert hat. Wollte sich der Serbe nicht für höhere Aufgaben (als Hertha BSC) empfehlen? So wird das jedenfalls nichts.

Kurz nach dem 0:1 für Serbien erhielt ich eine SMS mit dem schlichten Inhalt: „Getunnelt“. Nach dem 2:2 gegen Weißrussland erhielt ich vom gleichen Absender bereits eine ähnliche SMS: „Ich konnte Lehmann noch nie leiden.“ Aber sind wir mal ehrlich: Für diesen Gegentreffer kann Jens Lehmann nichts. Schuld daran haben seine Mitspieler in der Defensive. Wie kann man denn fünf Meter vor der Mittellinie die Viererkette so stellen? Da fehlt es eindeutig an der Abstimmung und vielleicht auch an der Spielpraxis von Christoph Metzelder, der seinen Gegenspieler da schön laufen ließ.

Deshalb bin ich schon jetzt – und war es auch vor dem 0:1 – für eine Abwehrreihe in der auf jeden Fall Arne Friedrich spielt. Eben erfahre ich, dass Jogi Löw nicht Metzelder, sondern Per Mertesacker für Friedrich rausnimmt. Kann man machen. Muss man aber nicht. Ich wäre für Lahm, Mertesacker, Friedrich, Jansen, als Abwehrreihe für die EM, lasse mich, was Mertesacker angeht, aber gerne eines besseren belehren.

Weiter geht’s…(übrigens auch ohne Pantelic…)

h1

Die EM im deutschen Fernsehen – und im Netz

29. Mai 2008

Wie, wo und wann guck ich mir denn die Euro nun eigentlich an? Live vor Ort kann ich ja leider nicht dabei sein – armer und viel Arbeit vor sich habender Student und außerdem (noch) nicht als Journalist akkreditiert. Ich hoffe, das ändert sich spätestens bei der nächsten internationalen Meisterschaft. Also muss der Fernseher bzw. die Großbildleinwand herhalten. Da ich hier nicht alle öffentlichen Schauplätze Deutschlands auflisten kann, beschränke ich mich auf das TV- und Internetprogramm. Da gibt es nämlich eine Menge zu sehen.

Mit großem Erstaunen habe ich gerade gesehen, dass Premiere offenbar kein einziges EM-Spiel überträgt. Das erstaunt mich ein wenig, zumal der Bezahlsender bei der WM-Übertragung 2006 einen sensationell guten Job gemacht hat. Da ich aber ohnehin kein Abonnent bin, ist mir das ziemlich egal.

Das ZDF ist im Gegensatz dazu natürlich, genauso wie die ARD – zu der ich aber erst später komme – live vor Ort. Unter dem Motto „Fußball-Oper“ hat das Zweite sein Studio auf der Bregenzer Seebrücke aufgebaut. Einen spektakulären Schauplatz hatte es ja schon bei der WM 2006 in Deutschland eingenommen: Damals moderierten JBK, Kloppo und der Urs aus dem Berliner Sony Center am Potsdamer Platz. Damals Urbanität, nun die Bergseeidylle – ich find das gut. Womit das Positive aber auch schon gesagt wäre, denn wer entschieden hat, das schlicht und einfach unlustige „Nachgetreten“ mit Ingolf Lück als Gastgeber erneut ins Programm zu hieven, sollte persönlich die Rundfunkgebühr an alle GEZ-Zahler für die Zeit der EM als Schmerzensgeld zurückzahlen müssen.

Das Deutsche Sport Fernsehen hält sich – was EM-Berichterstattung angeht – bisher ziemlich zurück. Am Sonntag soll es wohl den EM-Stammtisch inklusive Phrasenschwein geben, aber das war es dann auch schon, wenn man die normalen Nachrichten wie „DSF aktuell“ mal ausklammert. Bin mal gespannt, ob die sich noch was einfallen lassen oder tatsächlich das Kontrastprogramm Poker/Dart/Call-In-Show durchziehen.

Da lobt man sich doch die Jungs von Eurosport. Alle Spiele zeitversetzt (falls man mal was verpasst), ab dem Viertelfinale drei nicht näher definierte Sondersendungen und als absolutes, eigentlich nicht zu toppendes Highlight: Lothar Matthäus‘ EM-Blog! Die „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“ – so die Beschreibung von Eurosport, ich dachte immer das wäre Franz Beckenbauer – führt also während der EM kein Schattendasein (Brüller!). Der Weltmeister von 1990 wird, laut einer Pressemitteilung „als Experte in die internationale Berichterstattung von Eurosport eingebunden.“

Er konkurriert dabei von den Marktanteilen in Deutschland her wahrscheinlich am ehesten mit Katharina und Malte. Die beiden Moderatoren des Kinderkanals (KIKA) machen das Thema Fußball-EM im „Tigerenten Club“ für die Kleinen verständlich, außerdem berichten Kinderreporter aus dem Mannschaftsdomizil der deutschen Elf und als Highlight kommt gleich am 7. Juni „Thomas Hitzelsberger“ (sic!) ins Studio. Das ist der, der laut Berliner Tagesspiegel seinen Vertrag beim VfB Stuttgart um drei Jahre verlängert hat. Ob es sich auch um den Nationalspieler handelt, weiß ich allerdings nicht…

Das ZDF legt in KIKA-Manier übrigens noch einen drauf. Alle, die nach dem Abpfiff des Abendsspiels noch feiern waren und erst morgens um sechs nach Hause kommen, sollten sofort die MUSIK BOXX einschalten. „Vom 2. bis 29. Juni können Fußballbegeisterte (Kinder) brandneue und altbekannte Fußballhits mitsingen, dazu tanzen und sich mit Piet Flosse, den TanzalarmKids, Juri Tetzlaff & Co. musikalisch auf die Europameisterschaft einstimmen.“ Ein Traum geht in Erfüllung…

Witzig wird es auch bei den Freunden von BILD.de und das liegt nicht nur an den kreativen Schlagzeilen, sondern vor allem an den zum Teil wirklich genialen Video-Specials. Zurzeit machen Franck Ribery und Luca Toni mal wieder sehr amüsant Werbung in eigener Sache (ein Uefa-Video). Kaiser Franz ist sogar schon in seiner neunten Folge, obwohl man ihm die Abwesenheit seiner Spieler und vor allem Oliver Pochers Kahns, denen er sonst in der BayernWG so nah ist, deutlich anmerkt.

Aber vielleicht treffen sich die beiden ja in Österreich oder der Schweiz. Denn Oliver Kahn Pocher ist zusammen mit der ARD bei der EM, hat eine Kamera dabei und wird sicherlich weder Holländer, noch Polen und Österreicher verschonen. Wahrscheinlich wird er die Quote von „Waldis EM-Klub“, den es leider auch wieder gibt, in die Höhe treiben.

Aber mehr noch als alle Quoten (die er für die Schmidt-Show vor allem dank vieler junger Zuschauer nach oben trieb) und Fußball-Gesänge („Bringt ihn heim“ heißt sein Song zur EM) sprechen Pochers Feinde für Oliver Pocher. Es sind frisurproblembeladene Oberlehrer und durch gefühlte tausend Jahre ARD-„Scheibenwischer“-gestählte Schreckenslangeweiler, die Oliver Pocher aus Schmidts Show verbannen möchten.

Endlich sagts mal einer (hinzu kommt, dass er gerade beim Prominenten-Special von „Wer wird Millionär“ eine Million Euro gewonnen hat – und damit das Doppelte von seinem allwissenden Chef vor ein paar Monaten)…

Solche Unterstützung haben Günter Netzer und Gerhard Delling natürlich nicht nötig. Aber die machen ja auch kein Entertainment, sondern abends die Sportberichterstattung. Auf das Nachmittagsspiel in der ARD bin ich ganz besonders gespannt. Denn dort wird Mehmet Scholl sein Moderatoren-Debüt geben. Der Ex-Bayer geht mit einigen Vorschusslorbeeren (ab 2.20 min) ins Rennen. Allerdings schmälert die Tatsache, dass sein Gegenüber Reinhold Beckmann sein wird, die Vorfreude erheblich. Die mittägliche Pressekonferenz des DFB rundet das Erste-Reihe-Programm ab.

h1

Nach dem Recall folgt der Workshop

27. Mai 2008

Ich stell mir grad mal vor, es ist Länderspiel und ich guck nicht zu. Gibts nicht, würde ich normalerweise sagen. Aber heute war das tatsächlich der Fall. Es ist wohl noch nie jemand pünktlicher zum Abpfiff nach Hause gekommen, als ich heute. Durchgeschwitzt und noch in Trainingsklamotten schaltete ich meinen Fernseher ein und hörte noch, wie der Schiri das Spiel abpfiff. Die Tore hat die ARD freundlicherweise noch mal gezeigt. Ist ja auch nicht immer der Fall. Jedenfalls gibt es heute auch keine Worte zum 2:2 gegen Weißrussland. Die sind aber auch gar nicht nötig.

Ich kann mir nämlich nicht wirklich vorstellen, dass dieses Spiel einen großen Einfluss auf das viel beschriebene „Casting“ von Teamchef Löw hat. Gut, vor dem 2:2 verliert Jermaine Jones ziemlich bescheuert den Ball – er wurde dabei aber nicht nur schlecht angespielt, Jens Lehmann hätte den anschließenden Schuss durchaus halten können, wenn es nach den meisten Medien geht, sogar müssen – Mist, jetzt hab ich doch was dazu geschrieben) – aber deswegen kein Foto für ihn zu haben, wäre irgendwie unfair. Ich gehe eher davon aus, dass Löw hauptsächlich auf die Leistungen im Training guckt und ihn deswegen auch in den Workshop in Ascona einladen wird.

Das wiederum könnte verheerende Konsequenzen für meinen persönlichen Streichkandidaten Nummer Eins, Tim Borowski, haben. Der hat sich nämlich pünktlich zur Landung in Mallorca krank gemeldet und bisher noch keine Trainingseinheit mitmachen können. „Tim kann nichts dafür, dass er krank ist“, war das Statement des Bundestrainers dazu. Das könnte auch die Begründung von Löw für Borowski sein, ihn nicht mitzunehmen. Arne Friedrich ist auch krank, dem Herthaner hat anscheinend das Hotelessen auf den Magen geschlagen. Die Frage ist allerdings, ob Löw nach den Erkenntnissen aus dem Spiel gegen Weißrussland auf den Innenverteidiger Friedrich verzichten kann. Der Außenverteidiger hat seine rechte Seite längst gegen Philipp Lahm verloren, über links kommt Marcell Jansen.

Bleibt immer noch das Problem im Sturm. Helmes oder Neuville? Schneller, junger Stürmer, der immer für ein Tor gut ist? Oder schneller, alter Stürmer, der allein schon wegen seiner Präsenz und seiner prägenden Vergangenheit mit muss? Es würde mich nicht wundern, wenn am Ende ein ganz anderer zu Hause bleiben muss, weil er sich von seiner Spielweise her zu wenig von seinen Kontrahenten absetzt. Kevin Kuranyis Nationalmannschaftskarriere wäre wohl – von ihm aus – sofort beendet. 

Der DFB-Tross, der direkt nach dem Spiel – komplett – zurück nach Mallorca geflogen ist (Nicht bestätigtes Zitat von Oliver Bierhoff: „Wir hams ja“), wird sich am Mittwoch auf jeden Fall um drei Spieler verringern müssen. Ob es dabei Härtefälle a la Kuranyi geben wird, ist eine spannende Frage. Ob die Spieler ihren Heimflug alleine bezahlen müssen, dagegen nicht. Ich habe zwar keine einzige Trainingseinheit und wie bereits erwähnt auch das Spiel gegen Weißrussland nicht gesehen, trotzdem tippe ich mal, wer morgen von den Zuschauern rausgewählt wird von Löw zurück nach Hause geschickt wird:

Tim Borowski, Patrick Helmes, Piotr Trochowski

P.S: Wer es im Header oben noch nicht bemerkt hat – ab sofort ist Kabinenpredigt voll auf die EM fokussiert.

h1

Aus im Viertelfinale

25. Mai 2008

Spox.com

Ungerecht! Unfair! Sauerei!

Drei Worte, die mir kurz nach unserem Ausscheiden im Viertelfinale der offiziellen Deutschen Fanmeisterschaft, durch den Kopf gingen. Was war passiert?

Nach durchwachsenem Start (und einem für mich persönlich hochgradig bitteren 0:4 gegen Borussia Dortmund) steigerten wir – die Adligen – uns in jedem Spiel und qualifizierten uns nach Erfolgen über Bielefeld (2:0), Schalke 04 (4:2), den Vorjahresfinalisten Fanclub Deutsche Nationalmannschaft (2:0) und den VfB Stuttgart (2:0) für das Viertelfinale. Der BVB wurde übrigens Gruppensieger und scheiterte erst im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Bayern München (der übrigens erstaunlicherweise nicht mit DIESEM Team antrat (und demzufolge auch NICHT wie im Vorjahr bereits im Viertelfinale rausflog), sondern mit einem, ich möchte mal sagen, STARK verjüngten Team, bei dem der ein oder andere demnächst vielleicht von seinem Oberliga-Trainer eine Geldstrafe aufgebrummt bekommt, weil er bei so einem Turnier mitgespielt hat (die er aber ohne Probleme mit der gemunkelten Antrittsprämie von 400 Euro – gerundet – bezahlen kann und noch was übrig hat)…

Wie auch immer, im Viertelfinale wartete Werder Bremen, die den mit zehn Treffern bis dahin erfolgreichsten Torschützen stellten. Gegen uns gelang dem „Mann mit der Nummer Neun“, wie Kommentator Rolf „Rollo“ Fuhrmann immer wieder gerne sagte, aber kein Treffer (was an unserer destruktiven Spielweise natürlich an der geschlossenen Mannschaftsleistung lag!). Leider verhinderte der Bremer Keeper mit einem starken Reflex unseren Siegtreffer, sodass das Spiel ins Neunmeterschießen ging. 

Dort lagen wir schnell im Hintertreffen, was sich bis zum letzten Schützen der Bremer hinziehen sollte, weil es mir einfach nicht gelingen sollte, auch mal in die richtige Ecke zu springen. Beim letzten Schuss gelang es mir aber eben doch, sodass alles wieder von vorne losging. Unser erster Schütze zeigte fragend auf sich, denn er war sich nicht sicher, ob er oder – wie vorher vermutet, vom Schiedsrichter aber mehrfach verneint – einer schießen müsse, der bisher noch nicht am Punkt stand. Nachdem auch noch ein vermeintlicher Vertreter der Turnierleitung ermutigend genickt hatte, trat unser Schütze zum Punkt – und traf. Wir waren so gut wie im Halbfinale, ich musste nur den nächsten Ball halten…

Auftritt Rolf Fuhrmann. Vor dem ersten Spiel mit folgendem – ernst gemeinten – Spruch aufgefallen: „Was wir hier oben erzählen, ist eh unwichtig. Hört bitte auf die Schiedsrichter!“ Der Kommentator hatte den Sachverhalt blitzschnell analysiert und richtigerweise darauf entschieden, dass nun auch ein Bremer noch einmal schießen dürfe, bevor neue, unverbrauchte Schützen ran müssten unglaublicherweise entschieden, dass wir noch einmal schießen müssten. Der Mann müsste die Psychologie von Elfmeterschießen eigentlich kennen und auch die Regel der Tatsachenentscheidung, die der Schiedsrichter mit dem Anpfiff des Elfmeters getroffen hatte. Aber offenbar habe ich mich da in ihm getäuscht.

Es kam wie es kommen musste. Unser neuer, unverbrauchter Schütze verschoss, die Bremer trafen.

Ungerecht. Unfair. Sauerei.

Entschärfter Artikel bei herthabsc.de

h1

Auf dem Weg zum Titel

23. Mai 2008

Bin zurzeit schwer beschäftigt, weil ich ab heute abend beim PREMIERE FAN CUP Deutscher Meister werden will.

Einen Unterstützer hab ich schon…

h1

Humor haben sie ja…

19. Mai 2008

Ein grandios selbstironischer Rückblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2008. Von und mit Österreichern, die – und das macht sie mal wieder unheimlich sympathisch – das Ganze mit einer phantastischen Ernsthaftigkeit darstellen.

Marc – ein Berliner (ich hoffe er nimmt es mir nicht übel:) Kollege – hat’s zuerst gesehen…