Posts Tagged ‘Wolfsburg’

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Lehrjahre eines Linienrichters

23. Februar 2009

Ich wüsste ja gerne mal, wie die Ausbildung zu Bundesliga-Schiedsrichtern funktioniert. Kommen die Perls, Fandels und Kirchers alle regelmäßig an einem Wochenende in einem DFB-Jugendheim zusammen, führen teambildende Maßnahmen durch und bekommen jeden Tag eingebläut, dass sie unfehlbar sind?

Wenn man sich das Auftreten von Knut Kircher so anschaut, muss man das fast so vermuten. Der Schiedsrichter, der am Wochenende die Spielleitung des Duells zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC innehatte, war, sagen wir mal „ein wenig“, am Spielausgang beteiligt. Zweimal – einmal durch Eingreifen und einmal durch das Gegenteil – wurde der nun ehemalige Tabellenführer aus Berlin dabei benachteiligt. In der ersten Hälfte versagte Kircher Herthas Cicéro einen Treffer, weil Teamkollege Rodnei seinen Gegenspieler angeblich unsanft angegangen war – zu Unrecht, wie die Fernsehbilder zeigten. In der zweiten Halbzeit verschaffte sich Wolfsburgs Dzeko, wesentlich energischer als Rodnei – vor allem aber regelwidrig – einen Vorteil im Zweikampf mit Hertha-Verteidiger Simunic und erzielte das entscheidende 2:1 für den VfL.

Doch um diese Szenen soll es hier gar nicht gehen, denn Fehler macht, wie es Pal Dardai später sagte, jeder mal. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Doch bei diesem Kapitel der Ausbildung des DFB – sofern es das gibt – scheint Knut Kircher geschlafen zu haben. Als ein Kamerateam des RBB vom Schiedsrichter „einen Satz“ zum Spiel haben wollte, antwortete Kircher forsch: „Nein, machen Sie die Kamera aus!“ Und als ob das noch nicht gereicht hätte, kam Kircher wenig später noch einmal mit dem Hinweis zurück, dass die ARD bei einer Veröffentlichung der Fernsehbilder „rein rechtlich“ Probleme bekäme.

Ganz davon ab, dass es fraglich ist, ob ein DFB-Schiedsrichter, der sich in seiner Funktion in einem Stadion aufhält, in dem er kurz zuvor noch seinem Nebenjob nachgegangen ist, die Veröffentlichung von Fernsehbildern seiner Person verbieten kann, ist Kirchers Reaktion vor allem ein Zeichen von Dünnhäutigkeit. Wo ist das Problem zu sagen, dass man nach Ansicht der Fernsehbilder sicherlich anders hätte entscheiden können, er in dieser Situation jedoch weder ein Zeichen seines (ohnehin jungen und schon vorher unsicher wirkenden) Linienrichters bekam, noch selbst ein Foul gesehen hatte? Zumal Kircher sich noch vor einer Woche der Presse gestellt hatte.

Vielleicht liegt das Problem darin, dass Kircher und (Achtung!) sein Team einen, sagen wir unglücklichen Rückrundenstart erwischt haben. Am ersten Spieltag nach der Winterpause verhalfen Kircher und seine Kollegen Stefan Lupp und (nochmal Achtung!) Robert Kempter dem Hamburger SV zu einem 1:0-Erfolg gegen den FC Bayern. Luca Toni hatte in der ersten Halbzeit ein völlig regelkonformes Tor erzielt, doch der jüngste Bundesliga-Schiedsrichter aller Zeiten, Robert Kempter (ja, verwandt mit Michael Kempter, die beiden sind Brüder), hatte ein Foul des Italieners gesehen. Einen Spieltag später gewann der VfL Bochum gegen Schalke 04 mit 2:1, der Aufreger des Spiels war allerdings die nicht geahndete Tätlichkeit vom Schalker Rafinha auf der Seite von – genau – Robert Kempter. Und nun die beiden Tore von Wolfsburg. Das nicht gegebene von Cicéro und das regelwidrige von Dzeko. Wir raten jetzt einfach mal, in welchen Zuständigkeitsbereich beide Tore fielen. Robert Kempter hat auch diese Fehlentscheidungen zu verantworten.

Insofern wird die Dünnhäutigkeit von Knut Kircher ein wenig verständlicher, denn nicht er, sondern sein junger und neuer (!) Kollege macht ihm zurzeit das Leben schwer. Kempter ist seit erst seit der Rückrunde „an der Seite“ Kirchers. Wahrscheinlich darf er aus Loyalitätsgründen nichts dazu sagen und will sich deshalb lieber überhaupt nicht äußern. Der DFB ist nun gefragt, einmal zu analysieren, ob ein 20jähriger Linienrichter, der nach drei Bundesligaspieltagen vier Fehlentscheidungen getroffen hat, noch tragbar ist. Knut Kircher könnte ohne ihn mit Sicherheit besser schlafen.

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Kein San Siro für Hertha

7. Oktober 2008

Update: Heim- und Auswärtsspiele stehen fest.

Die UEFA-Cup Auslosung in Nyon hat den deutschen Klubs unterschiedlich starke Gruppen zugeteilt. Hertha bekommt es demnach nicht mit den Wunschgegnern AC Mailand oder Spartak Moskau zu tun, sondern muss ein Heimspiel gegen den ukrainischen Vertreter Metalist Kharkiv fürchten. Wer wann und wo gegen wen, spielt, wird zur Stunde noch ermittelt. sondern erwartet zum ersten Heimspiel den portugiesischen Vertreter Benfica Lissabon im Olympiastadion (23. Oktober). Das zweite Heimspiel bestreiten die Berliner nach dem Duell in der Ukraine (6. November gegen Kharkiv) gegen Galatasaray Istanbul (3./4. Dezember). Das letzte Gruppenspiel findet dann in Piräus gegen Olympiakos statt (17./18. Dezember). Quelle: Hertha BSC

Den Lostopf-Jackpot hat in jedem Falle der VfL Wolfsburg gezogen. Als letzter deutscher Vertreter aus Topf 5 (von 5) gezogen, erwischte die Mannschaft von Trainer Felix Magath den AC Mailand um die Topstars Ronaldinho, Kaka und Shevchenko.

Gruppe A: FC Schalke 04, Paris St. Germain, Manchester City, Racing Santander, Twente Enschede

Schalke zuerst zu Hause gegen Paris (23.10.), dann nach Santander (6.11.), bevor Manchester City nach Gelsenkirchen kommt (27.11.). Den Abschluss der Gruppenphase bestreiten die Schalker in Enschede beim Ex-Klub vom neuen Trainer Fred Rutten (3./4.12.). Quelle: Schalke 04

Gruppe B: Benfica Lissabon, Olympiakos Piräus, Galatasaray Istanbul, Hertha BSC, FC Metalist Kharkiv

Gruppe C: FC Sevilla, VfB Stuttgart, Sampdoria Genua, Partizan Belgrad, Standard Lüttich

Der VfB startet in Sevilla (23.10.) und hat danach Partizan Belgrad zu Gast (6.11.). Das zweite Auswärtsspiel findet in Genua bei Samdoria statt (27.11.), bevor zum Abschluss der Gruppenphase für den VfB Standard Lüttich im Gottlieb-Daimler-Stadion vorspielt (18.12). Sicherlich nicht die glücklichsten Ansetzungen für die Stuttgarter. Quelle: VfB Stuttgart

Gruppe D: Tottenham, Spartak Moskau, Udinese Calcio, Dinamo Zagreb, NEC Nijmwegen

Gruppe E: AC Mailand, SC Heerenveen, Sporting Braga, FC Portsmouth, VfL Wolfsburg

Felix Magath erwartet mit seinem VfL am ersten Spieltag den SC Heerenveen (6.11.), muss dann nach Braga (27.11.) und trifft am 4.12. in der VW-Arena auf den FC Portsmouth. Der Kracher gegen Mailand findet am 18.12. in San Siro statt. Quelle: VfL Wolfsburg

Gruppe F: Hamburger SV, Ajax Amsterdam, Slavia Prag, Aston Villa, MSK Zilina

Der HSV hat das mit den Heimspielen ein fast schon unverschämtes Glück. Das Spiel gegen die für die Fans eher unattraktiven Slowaken aus Zilina (23.10. in Zilina) und auch das gegen Slavia Prag wurde den Hamburgern in der eigenen Stadt erspart (4.12. in Prag). Das Team von Martin Jol bekommt nur die Sahnestückchen in die HSH-Nordbank-Arena: Zuerst Ajax (27.11.) und dann Aston Villa (17.12.). Quelle: Hamburger SV

Gruppe G: FC Valencia, FC Brügge, Rosenborg Trondheim, FC Kopenhagen, AS Saint-Etienne

Gruppe H: ZSKA Moskau, Deportivo La Coruna, Feyenoord Rotterdam, AS Nancy, Lech Posen