Posts Tagged ‘Trikot’

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Trikotnummern-Rätsel

29. September 2008

Vor nicht allzu langer Zeit gab es (und gibt es ja auch immer noch) eine Debatte, um den Namensschriftzug der deutschen Nationalspieler auf ihren Trikots. Die FIFA hatte angeblich in ihrem Reglement einen Passus stehen, der besagte, dass die für ein Länderspiel gemeldeten Spieler von 1-18 duchnummerierte Trikots erhalten müssten. Im Sportmedienblog ist die Geschichte noch einmal in Gänze nachzulesen.

Heute morgen bei der montäglichen Durchschau des europäischen Fußball-Wochenendes fiel mir dann etwas auf, das mich verwundert hat und auch irgendwie zum Thema passt:

Santa Cruz ohne Rückennummer und Name

Santa Cruz ohne Rückennummer und Name

Hat der Paraguayer in der Pause sein Trikot getauscht und vergessen ein zweites einzupacken?

Oder zeigt sich Santa Cruz solidarisch mit den deutschen Fans und wollte nur mal zeigen, wie es aussehen kann, wenn die Trikots wieder so beflockt werden, wie ganz früher – also gar nicht?

Fest steht: Seine Kollegen hatten sowohl Nummern als auch den Namen auf ihren Trikots.

Kann mir das jemand erklären? Ich habe auf die Schnelle keine plausible Antwort gefunden…

Nachtrag: RealityCheck ist das fast das Gleiche bei Portsmouth – Tottenham aufgefallen, wo David Bentley mit der Rückennummer 50 und ohne Namen aufgelaufen ist – obwohl er eigentlich die 5 trägt (via Kommentar bei allesaussersport).

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Retro-ManU verliert

10. Februar 2008

Gerade ist Halbzeit beim „Battle of Manchester“ zwischen United und City. Neben den ohnehin schon sehenswerten Einzelspielern (auf einen wie Christiano Ronaldo wird man in Deutschland wohl ewig warten) und zwei schönen und überraschenderweise von City erzielten Toren, setzen die beiden Teams auch optische Highlights. Weder die Roten von United noch die Blauen von City haben Werbung auf ihren Trikots. Auf dem von United ist nicht mal ein Vereinslogo zu sehen.

Der Grund ist natürlich – man kam in keinem Medium dran vorbei – das 50jährige „Jubiläum“ des „Munich Air Crash“, dem Absturz der nicht nur, aber vor allem dadurch legendär gewordenen „Busby Babes“, des sehr jungen Teams von Manchester United des Jahres 1958. Die Mannschaft von Trainer Matt Busby, kam von einem Europapokalspiel in Belgrad und war in München zwischengelandet. Die Maschine sollte dort nur kurz aufgetankt werden und dann wieder abheben. Doch dazu kam es nie. Nach zwei abgebrochenen Startversuchen wegen zunehmendem Schneetreiben versuchte es der Pilot ein drittes Mal. In diesem Fall waren alle guten Dinge nicht drei. Die Maschine rutschte über die Landebahn hinaus und zerschellte an zwei Betonblöcken, die in einer angrenzenden Gartenanlage aus dem Krieg übrig geblieben waren.

23 Menschen sterben an diesem sechsten Februar, darunter acht von elf Spielern von Manchester United. Der Verein wird an diesem Nachmittag zur Legende, weil er diese Katastrophe übersteht und schon bald wieder Titel gewinnt.

Der Legendenstatus hindert Manchester City gerade aber nicht daran, Retro-Trikot-United zu besiegen. Bei Derbies hört die Freundschaft eben auf.

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Entweder Trikot aus oder du fliegst!

3. September 2007

1999 – Ein Tag nach dem legendären Champions League Finale zwischen Manchester und Bayern. Es ist ein sonniger Morgen mit nur vereinzelten Wolken am Himmel, als der gebürtige Engländer Michael Bolden in München zur Arbeit geht. Es geht ihm gut, richtig gut sogar. Auch wenn der Abend zuvor lang war und er das eine oder andere Bier zuviel getrunken hat: Who cares? ManU ist Champions League Sieger! Nach dem Spiel des Jahrhunderts! Ach was, des Jahrtausends!

Bolden schlendert über den Markt. Er hat nur wenig geschlafen, aber das Adrenalin, dass ihn immernoch durchfließt, hält ihn wach. Als Taxifahrer muss er das auch sein. Auf dem Weg zu seinem Auto, dass in einer Tiefgarage der Firma abgestellt ist, stellt er sich das Gesicht seines Chefs vor. Einmal, als Sheringham den Ausgleich erzielt, ein zweites Mal nach Solskjaers Knock-Out kurze Zeit später und dann, vorausschauend, wie er gleich gucken wird. Denn der frenetische Bayern-Fan war und ist, da ist sich Bolden sicher, am Boden zerstört. Was den ManU-Fan aber noch fröhlicher macht: Sein Chef wird versuchen, seine Enttäuschung zu verbergen.

Doch Bolden will sie sehen, er will seinen Chef ein bisschen aufziehen. Deshalb hat er heute morgen auch das rote Trikot angezogen – natürlich – mit dem Namen des Siegtorschützen hinten drauf. Mit der Sicherheit in Gedanken, seinen Chef sogleich die Zornesröte ins Gesicht zu treiben, betritt Bolden die Geschäftsstelle. Zehn Minuten später ist er gefeuert.

So bzw. so ähnlich hat es sich im Mai 2006 in der Türkei zugetragen. Allerdings noch ein bisschen schärfer, da es sich bei dem Fahrer um einen Galatasaray- und beim Arbeitgeber um einen Fenerbahce-Fan handelte. Die Rivalität zwischen den beiden Istanbuler Klubs ist noch größer, als die zwischen Schalke und Dortmund, von der zwischen ManU und Bayern gar nicht zu reden (obowhl diese damals mit Sicherheit der von Schalke und Dortmund gleich kam). Und Galatasaray ist am letzten Spieltag an Fenerbahce vorbeigezogen.

Heute hat die höchste Instanz der Türkei entschieden, dass der Rauswurf nicht rechtens war und der Fahrer am Arbeitsplatz weiterhin das Trikot seiner Mannschaft tragen darf. Ein Sieg für den Fußball.