Archive for November 2007

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Sport1 ist BILD und umgekehrt

30. November 2007

Als ich neu in Dortmund war und mich mit einem Kommilitonen über die Sportberichterstattung vor allem im Internet unterhielt, hörte ich zum ersten Mal, dass Sport1 „wie BILD“ sei. War mir neu, aber ich hatte bis dato auch noch nicht darüber nachgedacht. Heute nun wurde diese „Vermutung“ aber sowas von untermauert. Sehr selbst:

sport1.jpgQuelle: Sport1

bild.jpgQuelle: Bild.de

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Dieter lernt es nicht mehr

27. November 2007

Mitgliederversammlung von Hertha BSC. Wie immer im Internationalen Kongresszentrum von Berlin und damit außerhalb meines Hörbereichs. Zum Glück gibt es aber den Kicker, der am Montag gleich auf drei MV’s zugegen war. Sowohl Hertha, als auch Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt stellten sich ihren Mitgliedern (und Aktionären). Dass der Kicker am nächsten Morgen den Berliner Manager auf seiner Startseite präsentiert, ist da schon etwas verwunderlich. Was ist also passiert?

Dieter Hoeneß hat mal wieder zugeschlagen. Oder soll man sagen, es ist mal wieder mit ihm durchgegangen? Der folgende Satz stammt von ihm und sollte er so gefallen sein (einzige Quelle dafür ist momentan der Kicker), muss man fragen, ob da nicht das ein oder andere Bier zuviel getrunken wurde, bevor der exzentrische Vorsitzende der Geschäftsführung ans Rednerpult trat:

„Wir werden in zwei Jahren wieder unter den ersten Drei der Bundesliga sein“

Wie bitte? Ist das die Essenz aus den 800.000 Euro Gewinn im letzten Geschäftsjahr? Oder aus der bisher respektablen Saison? Ich weiß es nicht. Aber solch ein Satz wird in der Öffentlichkeit, wie auch bei mir, nichts als Kopfschütteln auslösen und das Bild der Hertha und von Dieter Hoeneß mal wieder bestätigen. Größenwahn herrscht vor in der Hauptstadt und wird genauso belächelt, wie wenn der Wolfsburger Spielmacher Marcelinho vom Titelgewinn spricht.

Er wird es wohl nicht mehr lernen, der Dieter, bevor 2010 wohl seine Ära in Berlin endet. Für die Hoeneß-Kritiker wäre es allerdings sogar wünschenswert, wenn seine mutige Prognose eintritt. Denn wenn nicht, hätte der Manager in Berlin ja noch was zu tun…und würde vermutlich noch ein, zwei Jahre dranhängen.

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So nicht, Thomas

26. November 2007

Es ist wohl ein Wahrnehmungsproblem, dass der folgende Artikel nicht von Herthas nun schon seit vier Spielen anhaltenden Auswärtspleitenserie handelt, sondern von der bedrohlichen Situation bei der Borussia aus Dortmund. Die Angst im Pott ist greifbar und die Situation nach der Pleite in Nürnberg bedrohlich. Für mich kommt das nicht überraschend. Für die Fans der Borussia und alle an diesem Klub Beteiligten offenbar schon. Dabei hätte man schon nach drei oder vier Spieltagen sehen können, dass die Ehe zwischen einem Bundesliga-Klub und Thomas Doll auch im zweiten Anlauf zum Scheitern verurteilt ist.

Doll ist ein Riesenfußballer gewesen, er kann am Ball alles, was ein Maradona auch konnte. An guten Tagen schießt er eine Colabüchse von der Torlatte und es würde mich nicht wundern, wenn der ein oder andere Dortmund-Profi dank Doll ein paar Euros in die Mannschaftskasse zahlen musste, weil er von ihm getunnelt wurde. Doch fußballerische Fähigkeiten alleine reichen nicht aus, um langfristig Erfolg zu haben. Selbst die vom DFB angebotene Trainerausbildung „im Schnelldurchlauf“ für ehemalige Fußball-Profis macht aus einem überragenden Fußballer noch keinen guten Trainer.

Das Problem des ehemaligen DDR-Nationalspielers ist, dass er von seinen Spielern erwartet, so zu denken, wie er es tut und damals tat. Er fordert von seinen Spielern eine heute (leider) nicht mehr zeitgemäße Eigeninitiative und vergisst dabei, ihnen ein System mitzugeben, an das sie sich halten können, wenn es mal nicht läuft. Wo würde der BVB ohne Mladen Petric stehen? Ein Mann, der Tore aus dem Nichts und aus den absurdesten Situationen erzielte und dadurch die eigentlichen Schwächen im Aufbauspiel und in der Organisation verschleierte. Der BVB war nie so gut, wie er vor der Niederlage in Berlin (2:3, zweimal Petric, zuvor drei Spiele ohne Niederlage) gemacht wurde.

In „Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs“ am späten Sonntagabend im WDR rief ein fast schon verzweifelter Dortmund-Fan an und behauptete, die Mannschaft brauche mal jemanden, der sie „richtig motiviert“. Doch genau das braucht diese Mannschaft nicht. Denn wenn jemand motivieren kann, ist es Doll. Allerdings nutzen sich seine Ansprachen bei ausbleibendem Erfolg genauso ab, wie die inhaltsleeren Phrasen nach dem Spiel a la: „Wir werden die Dinge ganz klar ansprechen und ich schrecke auch nicht vor harten Maßnahmen zurück.“ Er zieht sie ja dann doch nicht durch.

Thomas Doll ist noch lange nicht der Trainer, der er sein möchte. Genauso ist Borussia Dortmund noch lange nicht da, wo der Verein sich gerne sehen möchte. Das ist aber leider die einzige Gemeinsamkeit der beiden. Deshalb ist eine zeitnahe Trennung auch das beste. Für beide.

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Stürmische Zeit

21. November 2007

Während ich in der Uni Bibliothek sitze und mir Gedanken darüber mache, wie mein zukünftiges Leben aussehen soll, peitscht der Wind draußen die Äste der Bäume gegen die Scheiben. Es regnet nicht. Noch nicht. In mir drin ist es ähnlich. Es regnet zwar nicht, aber alles ist in Bewegung. Das hat ja auch schon dieser Heraklit gesagt: Alles ist ständig in Bewegung. Dabei bräuchte ich im Moment eigentlich mal etwas Ruhe.

Es ist viel passiert in den letzten Wochen. Ich habe jemandem wehgetan, der es nicht verdient hatte, so behandelt zu werden. Ich habe an meinen Entscheidungen gezweifelt, tue das immer noch und während all das in mir vorgeht, zieht das normale Leben an mir vorbei. Es zieht in einer Geschwindigkeit vorbei, die ich nicht begreifen kann. Man kennt diese Einstellung aus Filmen, wenn der Protagonist in der Stadt steht und hunderte von Menschen im Zeitraffer an ihm vorbeigehen. Für ihn sind es nur Sekunden. Für den Rest der Welt Tage und Wochen.

Während ich das schreibe, ist die Stunde, die ich mir für diesen Beitrag gegeben habe, schon wieder rum. Das liegt allerdings ausnahmsweise nicht an meinem Gemütszustand, sondern vor allem an den Ablenkungsmöglichkeiten im Netz. Noch so ein Faktor, der alles schneller macht. Vor allem natürlich Kommunikation. Früher brauchten die Menschen Tage, manchmal Wochen um Nachrichten von einem Punkt zu einem anderen zu bringen. Heute sind es Sekunden. Alles dreht sich immer schneller und niemand bleibt mal stehen und brüllt: HALT!

Ich glaube, ich habe grade entschieden, ein Buch zu schreiben. In aller Ruhe. Einen Titel habe ich noch nicht. Aber mein Gehirn ist schon wieder in Bewegung. Wie alles auf dieser Welt.

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Uli räumt auf

14. November 2007

Leider hab ich dieses tolle Plugin zum Einbau von YouTube-Videos noch nicht installiert, deshalb müsst ihr für Uli Hoeneß`Wutrede auf den Link klicken…

Großer Sport…

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Surreales Erlebnis

14. November 2007

Da stand ich also, zwischen Leuten, die ich vor ein paar Monaten noch mit unflätigen Ausdrücken bedacht und ihren Verein als das schlimmste anzunehmende Übel angesehen hatte. „Forza SGE“ schallte es mir um die Ohren und trotz allem, was da mal war, fühlte ich mich animiert mitzuschreien. Das lag allerdings nicht an den Fans um mich herum, sondern an der Abneigung dem anderen Team gegenüber.

Das hatte sich vor dem Spiel so entwickelt, als sich einige der, jetzt sag ichs mal, Dortmunder Fans gemüßigt fühlten, einem Kumpel von mir seinen Schal zu klauen und ihn auch erst wieder herauszugeben, als unsere einzige Frau im Dreierteam behauptete, es wäre ihrer. Solche Typen hab ich in 22 Jahren Berlin nicht kennengelernt.

Wie auch immer, die SG Eintracht Frankfurt spielte im Westfalenstadion gegen den BV Borussia Dortmund und das Schicksal wollte es so, dass ich im Gästeblock stand und mit mir rang, ob ich diese Parteinahme für einen Verein, den ich, wie bereits erwähnt, vor einigen Wochen noch als „Frankfurter Hurensöhne“ bezeichnet hatte, mit meinem Gewissen vereinbaren könne. Denn in mir schrie jemand, dass ich hier nicht hingehöre, dass ich meinem Verein fremd gehe.

Letztendlich entschied ich mich dafür, die Schlachtrufe, die etwas mit „Ich bin dir ewig treu“ und „Alles außer Frankfurt ist scheiße“ auszulassen. Ich freute mich über die Führung der Eintracht, fluchte über den BVB-Ausgleich und das entscheidende 2:1 für die Borussia. Nach dem Spiel war ich vollständig damit beschäftigt, meinen Frakfurter Kumpel davon abzuhalten, jede Gruppe von über 20 Personen als „Dortmunder Hurensöhne“ zu bezeichnen. Das war schwer, gehörte aber dazu. Wie sich der Abend dann noch entwickelte, weiß ich nicht mehr. Es war alles irgendwie surreal. Am nächsten Morgen wachte ich auf und schaute auf den Hertha-Schal, der über meinem Spiegel hängt. „Immer wieder, immer wieder, immer wieder BSC. Von der Elbe bis zur Isar, immer wieder BSC!“ Sorry, Eintracht. Aber dafür reicht es dann doch nicht.