Archive for September 2009

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Die Null steht

27. September 2009

5:0, 5:0, 3:0, 4:0. Die Ergebnisse der letzten vier Spiele können sich sehen lassen. Sie täuschen ein bisschen darüber hinweg, dass wir in einigen Spielen auch Glück hatten. Aber sie deuten auch an, was möglich ist, wenn die Organisation auf dem Platz stimmt. Der Gegner an diesem Sonntag hieß Grüne, was uns vor dem Spiel spontan zu einer Menge Kalauern mit Bezug zur Bundestagswahl anregte. Ein bisschen mehr als 10 Prozent sollten wir dann aber schon brauchen, um sie zu bewzwingen.

Es gab – für mich – nur wenige Überraschungen in der Aufstellung, auch wenn der Coach vor dem Spiel von einigen Härtefallentscheidungen sprach. In der Viererkette verteidigte das gewohnte Duo Ahrens/Krix, flankiert von Roche und dem laufstarken Olli Manz. Vor allem Roche überrascht mich jede Woche aufs Neue mit seinen Fähigkeiten, die er hinter lethargisch wirkenden Bewegungen versteckt und damit schon einige Gegenspieler genarrt hat.

Ein paar Abspracheprobleme gab es zu Beginn schon, denn Grüne schien vorbereitet auf unsere Taktik und suchte immer wieder den Pass hinter unsere Abwehrkette. Ein ums andere Mal war es nur eine Fußspitze, die die stürmenden Gegner am Torschuss oder dem finalen Pass in die Mitte hinderte. Aber den macht es halt oftmals aus. Und im Notfall bin ich ja auch noch da.

Offensiv war das heute über weite Strecken schon sehr gut, auch wenn wir wieder „nur“ durch den bei Gegnern gefürchteten Kunsmann-Einwurf in Führung gingen (wie in den letzten drei Spielen, bei denen ich dabei war). Auch der Elfmeter, der zum 2:0 führte, war die Folge einer solchen Einwurf-Flanke. Das ist natürlich ein legitimes Mittel. Dass wir spielerisch in der Lage sind, so einen Einwurf eigentlich nicht zu brauchen, haben wir dann in Halbzeit Zwei gezeigt. Wie wir da teilweise hinten raus kombiniert haben, war zum mit der Zunge schnalzen. Dass es am Ende „nur“ 4:0 stand, war unserer schwachen Chancenverwertung zuzuschreiben. Das gefühlte Torschussverhältnis war 40:5. Die fünf Torschüsse des Gegners schiebe ich jetzt mal auf die in der zweiten Halbzeit nachlassenden Kräfte aufgrund der (wohl zum letzten Mal für eine ganze Weile) starken Sonneneinstrahlung.

Zum Schluss noch ein Aufruf an die beiden Lottogewinner oder einen anderen reichen Menschen: Spiele auf einem ordentlichen Kunstrasen, das hat das Spiel heute gezeigt, machen nicht nur mehr Spaß, sondern sind auch für die Zuschauer von Vorteil, weil der Ball nicht bei jedem zweiten Pass verspringt und so der Zufall manchmal mehr am Spielausgang beteiligt ist, als die Qualität der beiden Teams. Wir spielen auf einem Schotter-, Grand- oder Ascheplatz (je nach dem wo man herkommt, heißt das anders und ich möchte hiermit ja gezielt alle ansprechen), der das Prädikat Fußballplatz eigentlich nicht verdient hat. Da wir ein aufstrebender, junger und durch und durch sympathischer Fußballklub sind, würden wir uns über Spenden, die vielleicht irgendwann einmal zu einem Kunstrasenplatz führen, der unserer technischen Spielanlage sehr entgegen kommt, sehr freuen.

Und wer neben unserem hervorragenden Auftritt im Internet noch aktueller informiert sein möchte, dem empfehle ich den Twitter-Account der Holzpfosten.

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Projekt Viererkette

14. September 2009

Achtung, Achtung, hier spricht der Kapitän!

Kein Scherz, als ich Anfang August in Berlin war, wurde ich von unserem neuen Trainer zum Mannschaftskapitän ernannt und außerdem in den Spielerrat gewählt. Nicht schlecht für einen, der erst in sein zweites Jahr bei den Holzpfosten geht. Klar, wir reden hier von der Kreisliga B im Kreis Iserlohn, aber jeder Verein hat mal klein angefangen. Und uns gibt es erst seit 2005.

Ich bin seit Anfang 2008 regelmäßig dabei und konnte wegen meines Nebenjobs leider nicht verhindern, dass wir am Ende nur Zweiter wurden und dadurch nicht aufstiegen. Das Resultat dieses „Misserfolgs“ war ein Trainerwechsel. Ex-Coach Riesewieck kann sich nun wieder auf seine linke Mittelfeldposition konzentrieren, neuer Trainer wurde Detlev Kleine. „Detze“ ist in Schwerte kein Unbekannter, er setzt konsequent auf Viererkette und Raumdeckung, was er zuletzt bei der B-Jugend des VfL Schwerte – dem klassenhöchsten Klub in der Gegend – erfolgreich umsetzte.

Jetzt ist er bei uns in der Kreisliga, wo es weder Linienrichter, noch gerade Kreidelinien und in den meisten anderen Teams vermutlich auch nicht die nötige Spielersubstanz für die Umsetzungen seines Konzeptes gibt. Auch wir hadern noch manchmal mit dem richtigen Verschieben. Und das fehlende Abschlussspiel, das häufig taktischen Übungen zum Opfer fällt, fehlt einigen sehr. Doch die Entbehrungen werden sich lohnen, am Ende wird das Ziel Aufstieg erreicht sein und wir werden als eingespielte Truppe, die modernen Fußball spielt, auf die schwereren Aufgaben der Kreisliga A vorbereitet sein.

An echten Gegnern mangelt es nämlich in unserer aktuellen Liga, wenn wir in Bestbesetzung antreten können. Der als schärfster Konkurrent ausgemachte Nachbarklub aus Wandhofen hat bereits einmal gepatzt, während wir mit 21:3 Toren (die Gegentore nerven mich) und 12 Punkten aus vier Spielen Tabellenführer sind. Mithalten kann bisher nur die dritte (!!) Mannschaft der SG Hemer mit der gleichen Punktausbeute. Wenn wir komplett sind, werden wir sehr schwer zu schlagen sein.

Neben dem modernen System, hervorragenden Einzelspielern und einem starken Torhüter 😉 macht unsere Mannschaft vor allem ihre Geschlossenheit aus. Die zeigt sich immer dann, wenn es mal nicht so läuft. Am Wochenende stand es im Derby zur Halbzeit 0:0 und damit waren wir sehr gut bedient. Nach 90 Minuten gingen wir mit 5:0 als verdienter Sieger vom Platz, weil wir uns gegenseitig hochputschten und uns daran erinnerten, was wir können und vor allem: Wo wir hinwollen.

Das Ziel heißt Kreisliga A und wäre ein kleiner Schritt für den Klub auf dem Weg nach oben. Ein weiterer ist bereits mit der Qualifikation unserer Futsal-Abteilung für die Westdeutschen Meisterschaften geschafft. Auch die Gründung einer zweiten, sowie einer Frauen-Mannschaft zeigt, wie ernst die jungen Gründer den Verein nehmen. Ich bin stolz Teil dieser Geschichte zu sein und werde in Zukunft regelmäßig über die Fortschritte des Klubs berichten.

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Keine Macht den Anwälten

1. September 2009

Die Blogosphäre brodelt und hoffentlich wird sehr schnell auch die Öffentlichkeit darüber hinaus auf den Vorgang aufmerksam, der dafür verantwortlich ist.

Es geht um die Firma JAKO, einen Sportartikelhersteller, der in der aktuellen Saison zum Beispiel die Trikots von Eintracht Frankfurt stellt (wo man auch bereits über den Fall diskutiert). Und es geht um Trainer Baade, einen Blogger, der sich erlaubt hat, das neue Firmenlogo von JAKO zu kritisieren. Dass dabei Vergleiche zu Lebensmitteldiscountern gezogen und auch die Worte „scheiße“ und „Schlurch“ geschrieben wurden, weiß man nur noch dank des aktuellen Blogeintrags bei allesaussersport. Denn Trainer Baade wurde von der Anwaltskanzlei des Sportartikelherstellers abgemahnt und zur Unterlassung aufgefordert.

Wie so etwas ausgehen kann, hat man beim Fall DFB gegen Jens Weinreich gesehen. Weinreich sah sich – wie Trainer Baade jetzt auch – einem Konzern gegenüber, der sich bei einem Rechtsstreit über finanzielle Ressourcen keine ernsthaften Gedanken machen muss. Weinreich ging dank einer Spendenaktion durch mehrere Instanzen und ging am Ende zumindest als moralischer Sieger hervor. Aber Trainer Baade ist nicht Jens Weinreich und da selbst Weinreich damals ernsthafte Zweifel hegte, ob er sich diese Tortur noch einmal zumuten würde, gab Baade die (etwas abgeänderte) Unterlassungserklärung ab. Außerdem zahlte er – sicherlich laut mit den Zähnen knirschend – die 1.085,04 Euro Mahngebühr und wähnte sich aus der Schusslinie.

JAKOs Anwaltskanzlei  hatte aber noch nicht genug. Denn dank des Suchmaschinenaggregators Newstin war der entsprechende Artikel noch immer im Netz auffindbar – und das obwohl sich Trainer Baade das auf seinem Blog ausdrücklich verbittet. Es folgte die nächste Abmahnung, diesmal sollen über 5000 Euro bezahlt und eine erneute Unterlassungserklärung abgegeben werden.

Soviel zur Lage. Noch genauer gibt es das alles, wie oben schon verlinkt (aber doppelt hält besser) bei allesaussersport

Die Anwaltskanzlei spielt im Namen von JAKO mit den Muskeln, noch mehr, sie drückt einem Blogger die Luft ab, der keine finanziellen Kräfte hat, sich zu wehren. Doch wer sich die Kommentarwelle im aas-Artikel anschaut, kann schon erkennen, dass diese Sache nicht ohne Folgen für den Sportartikelhersteller bleiben wird.

Sollte JAKO tatsächlich einlenken – im Moment hat sich die Firma laut einem Kommentar bei aas eine Kommunikationssperre auferlegt – es wäre ein bahnbrechender Sieg für die Blogosphäre, ein Zeichen, dass man mit den „Popelbloggern“ (Zitat: Trainer Baade) eben doch nicht machen kann, was man will, dass es etwas bringt, wenn man sich im Netz zusammenschließt und solche Vorgänge öffentlich macht (was Jens Weinreich ja bereits seit Jahren tut).

  • Drüben beim Hertha-Blog gibts auch einen Artikel darüber, der bereits mit Links angereichert wurde, die ich mir deshalb hier jetzt sparen kann.