Archive for Oktober 2009

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Ausrufezeichen!

26. Oktober 2009

SG Hemer – Holzpfosten Schwerte 1:5 – mehr bräuchte ich eigentlich nicht zu schreiben, um meinen letzten Beitrag mit einem dicken Ausrufezeichen zu versehen. Aber dieses Spiel hat mehr als nur einen Satz verdient. Obwohl wir wieder eine komplette Halbzeit brauchten, um zu unserem Spiel zu finden.

„Unser Spiel“ – so einfach ist das gar nicht zu beschreiben. Wir spielen Viererkette und die taktische Ausrichtung ist sicherlich ein großer Teil „unseres Spiels“, aber mit einer taktischen Grundordnung allein gewinnt man keine Spiele (was man sehr schön an Hertha BSC erkennen konnte, die unter Lucien Favre taktisch hervorragend eingestellt eine Niederlage nach der anderen einfuhr). Schon einer meiner Jugendtrainer hat mich damals mit der Phrase beeindruckt, für die man dem Doppelpass drei Euro schicken müsste: „Einstellung ist wichtiger als Aufstellung.“

Das hat mich deshalb so beeindruckt, weil wir damals nicht unbedingt die beste Mannschaft hatten und der Trainer teilweise auch Spieler aufstellte, die – hätte der Großteil der Mannschaft entschieden – nicht mal auf der Bank gesessen hätten. Aber wir waren trotzdem über eine sehr lange Zeit erfolgreich. Einstellung ist wichtiger als Aufstellung, das sollte das Grundprinzip jeder Mannschaft sein.

Bei uns konnte man das wieder sehr schön erkennen, als wir mit 1:1 in die Kabine gingen. Wir hatten eine Menge Glück gehabt, hätten gut und gerne auch 1:3 oder 1:4 zurückliegen können und das, obwohl wir nach einer Traumkombination (besser kann man mit einer Viererkette nicht angreifen) über die Linksverteidiger-Entdeckung Riesewieck, den kurz kommenden Kunsmann und den Strafraum-Tänzer Pedde mit 1:0 in Führung gegangen waren. Danach war ein Bruch im Spiel, die beiden Stürmer ließen die gegnerischen Abwehrspieler und vor allem den Libero immer wieder lange Bälle hinter unsere zu hoch stehende Abwehrreihe spielen, sodass es immer wieder brenzlige Situationen gab, in denen wir uns beim Gegner bedanken durften, dass es nicht schon eher klingelte. Ein paar Minuten vor der Pause war es dann soweit. Mein Ärger war verhätlnismäßig gering, weil ich davon ausging, dass wir durch das Gegentor endlich aufwachen würden. Das taten wir aber erst nach der Pause.

Entscheidend dafür war die konstruktive, zielführende und sachliche Halbzeitpause. Wir entschieden uns den gegnerischen Libero früher anzugehen und die Abwehrreihe versprach, lange Bälle der anderen Verteidiger eher zu antizipieren. Christoph Kleine wurde gebeten, nach seiner Gelben Karte nicht mehr so überhastet in die Zweikämpfe zu gehen. Man hätte ihn zu diesem Zeitpunkt auch schon auswechseln können, einfach um ihn vor einem Platzverweis zu schützen. Aber die Mannschaft entschied sich ihm zu vertrauen. Und er zahlte es mehr als zurück.

Niemand ging frustriert in die zweite Halbzeit, alle wollten es in den zweiten 45 Minuten zeigen, alle wollten das von mir geforderte Ausrufezeichen setzen. Und entsprechend engagiert gingen wir nach dem Wiederanpfiff zur Sache. Der Gegner hatte irgendwann keine anderen Mittel mehr, als mit Fouls zu reagieren, der Ball lief teilweise mit einer Geschwindigkeit durch unsere Reihen, dass selbst mir – 30 Meter entfernt – beim Zuschauen schwindelig wurde. Die Tore fielen folgerichtig, Kleine legte eins auf und machte eins selber und die Fehler, die wir trotzdem noch begingen, wurden von Mitspielern berichtigt.

Es war am Ende – in Abwesenheit des Trainers natürlich noch viel mehr – eine der geschlossensten Mannschaftsleistungen, die wir jemals gezeigt haben. Ausfälle gab es nur einen, worüber zu reden sein wird. Fakt ist: Wir sind wieder da und durch die Niederlagen der Konkurrenz jetzt auch wieder wesentlich deutlicher vorne, als vor dem Spieltag. Im November folgen die Wochen der Wahrheit, in der wir dann wirklich zeigen müssen, dass wir mit recht da oben stehen.

Eine Frage bleibt allerdings: Wann fangen wir mal an, bereits in der ersten Halbzeit so zu spielen?

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Mini-Krise

20. Oktober 2009

Zu Beginn ein kleines Logik-Quiz. Ich gebe ein paar Ergebnisse vor und dann ist die Aufgabe, die nächsten beiden Ergebnisse zu tippen bzw. logisch zu erschließen. Also los:

4:2, 7:1, 5:0, 5:0, 3:0, 4:0, ?:?, ?:?

Gut, man kann das sicherlich mathematisch berechnen, welches Ergebnis jetzt am Wahrscheinlichsten ist. Sicher ist nur: Vorne sollte mehr stehen, als hinten.

Was da oben zu sehen ist, sind die Ergebnisse unserer ersten sechs Partien. Beim 4:2 und dem 3:0 war ich nicht dabei, genau so wie bei den beiden Fragezeichen-Spielen. Den Grund habe ich im letzten Beitrag genannt, mein Volontariat zwingt mich dazu, jeden Sonntag auf einem Sportplatz in Werne zu stehen und dem SV Herbern, dem Werner SC oder Eintracht Werne dabei zuzuschauen, wie sie dem Sport nachgehen, den ich liebe. Ich beschwere mich nicht. Es gibt Schlimmeres, zumal es dafür einen freien Tag innerhalb der Woche gibt.

Aber, und jetzt muss ich Luft holen, denn der Satz wird lang und ich komme zu den beiden Spielen mit den Fragezeichen: Wenn meine eigene Mannschaft – von der ich in den letzten Beiträgen in höchsten Tönen geschwärmt habe und vor allem davon ausgegangen bin, dass es kein Team in unserer Liga gibt, das uns schlagen kann – dann plötzlich mit 0:1 verliert (erstes Fragezeichen-Spiel) und im zweiten Spiel gegen eine Truppe, die wir in der vergangenen Saison noch beinahe zweistellig vom Platz geschossen haben, nur durch einen Elfmeter in 85. Minute mit 2:1 gewinnt (zweites Fragezeichen-Spiel), dann gibt es nichts Schlimmeres mehr. Dann werde ich unerträglich.

Denn ich für meinen Teil will nicht noch ein weiteres Jahr in der Kreisliga B rumkrebsen. Ich will nicht nocht ein weiteres Jahr die Ergebnisse meines Teams im Internet suchen müssen, statt nette Artikel in der Lokalpresse zu bekommen. Ich will aufsteigen!

Und eigentlich dachte ich, die Mannschaft wolle das auch. Wenn ich dann aber höre, dass es wir in zwei Spielen hintereinander so gut wie keine Torchancen hatten und im zweiten Spiel mehr gemeckert wurde, als gelaufen, dann frage ich mich, ob das alle so sehen. Ob alle aufsteigen wollen. Oder ob es einige gibt, die sich Sonntags lieber zum Kaffeetrinken treffen wollen. Bitte, könnt ihr machen. Aber dann gebt das Trikot ab und lasst andere ran.

Auch die Ausrede, dass wichtige Spieler gefehlt hätten, lasse ich nicht gelten. Wir haben eine Grundordnung, die jeder in der Mannschaft langsam verinnerlicht haben sollte. Wir haben den besten Stürmer der Liga und trotz der Ausfälle ein Mittelfeld gehabt, dass von sich behaupten können sollte, ebenfalls das beste der Liga zu sein. Aber wenn dann natürlich auch noch der Platz schlecht ist……………………………

Am kommenden Sonntag bin ich dann auch mal wieder dabei, weil wir schon um 11 Uhr spielen und das Spiel über das ich berichten muss, erst um 15 Uhr beginnt. Sollten wir die gleiche Leistung abrufen bzw. sollten wir zum dritten Mal in Folge keine Leistung abrufen, werde ich nach der Halbzeitpause vermutlich keine Stimme mehr haben. Ich will allerdings nicht nur, dass wir dann drei Punkte holen. Ich will, dass die Konkurrenz sieht, dass wir uns von unserer kleinen Schwächephase erholt haben. Die Mannschaft steht in der Pflicht. Die SG Hemer wird es merken.

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Keinen verdammten Sonntag

7. Oktober 2009

Mein Volontariat hat begonnen. Sportredaktion Werne. Cool. Eigentlich jedenfalls. Denn natürlich ist der Hauptkampftag einer Lokalsportredaktion der Sonntag. Und da finden unsere Spiele von den Holzpfosten ja auch statt. Während der Klub also versuchen wird, einige Spiele auf Samstage zu verlegen, habe ich mich zu Hause hingesetzt und ein Video von unserer Truppe gemacht.

Naja, eigentlich ist es mehr eine Aneinanderreihung von Bildern mit Musik (die ich auch noch ein bisschen bearbeitet habe und deren Hintergrund ich hoffentlich noch in den nächsten Tagen mit einem zusätzlichen Artikel anreichern werde 😉 ). Es ist ein Dankeschön an diese Mannschaft, die mich bei sich aufgenommen hat und mir – obwohl ich auch in der letzten Saison häufiger Sonntags arbeiten musste, ein fußballerisches Zuhause gegeben hat.

Ab dafür: