Archive for März 2008

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Samstags-Tipps

29. März 2008

Wenn man schonmal Zeit hat für eine kleine Bundesliga-Vorschau, dann sollte man die auch nutzen. Meine Tipps weichen allerdings ein bisschen von denen des Titans ab…

1. FC Nürnberg – FC Bayern München
Dass der „Club“ unter dem neuen Trainer, Thomas von Heesen, immer noch ohne Sieg ist, stimmt nicht gerade optimistisch für einen Erfolg gegen den Tabellenführer. Aber, und das ist der Strohhalm an den sich offensichtlich unterlegene und in der letzten Zeit erfolglose Teams festhalten, jede Serie ist einmal zu Ende. Und warum sollte das gegen Ribery, Toni und Co. nicht gelingen? Nunja, vielleicht weil der Rekordmeister aus der Niederlage in Cottbus gelernt hat und den gleichen Fehler nicht noch einmal machen wird. Wenn die Nürnberger Glück haben, legt Uli Hoeneß bei Ottmar Hitzfeld ein gutes Wort für den Nachbarn aus dem Frankenland ein. Aber selbst dann wird es höchstens für einen Punkt reichen.

Tipp: 1:3

VfL Bochum – Borussia Dortmund
Der VfL ist seit fünf Spielen ungeschlagen, konnte allerdings die letzten drei Spiele nicht gewinnen (1:1). Auch der BVB kennt dieses Ergebnis aus zwei der letzten drei Spiele. Wirklich überzeugt haben die Borussen ja ohnehin nie. Vielleicht liegt es auch daran, dass Thomas Doll im Resümee seiner einjährigen Amtszeit in der Westfälischen Rundschau, den Vergleich zu einer Schülermannschaft zieht: „Wir werden zwar versetzt, waren aber nicht immer auf der Höhe. Da brauchen wir uns nicht in die Tasche zu lügen.“ Hat er das sonst etwa getan…?

Tipp: 1:1

SV Werder Bremen – MSV Duisburg
Was ist nur mit Werder los? Drei Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg, wann hat es das zuletzt gegeben? Gefühlt muss das ungefähr zu Zeiten von Aad de Mos gewesen sein. Da kommt der Tabellenletzte aus Duisburg gerade recht zum Aufpolieren des Selbstbewusstseins. Zumal Thomas Schaaf alle Spieler zur Verfügung stehen, er also die Qual der Wahl hat. Ein Schützenfest also? Mitnichten, dafür sind die Bremer zu unsicher. Zum Sieg reicht es aber trotzdem und der schickt Werder zurück in die Spur.

Tipp: 2:1

Karlsruher SC – FC Schalke 04
Die Karlsruher Euphorie hat sich nicht zuletzt nach dem beginnenden Ausverkauf von wichtigen Stützen wie Hajnal und Eggimann gelegt. Zuletzt schien ohnehin die Generalverurteilung von Maik Franz zum unfairsten Spieler aller Zeiten im Vordergrund des Interesses zu stehen. Dass Trainer Ede Becker die Entwicklung weg von den Uefa-Cup-Rängen in die Euphorie-bremsenden Karten spielt, wird in Baden nur unter der Hand gemunkelt. Becker selbst kann sich weiter ins Fäustchen lachen: Der KSC fällt weiter ins Niemandland der Tabelle.

Tipp: 1:3

Hamburger SV – Arminia Bielefeld
Mit Joris Mathijsen, Vincent Kompany, Nigel de Jong und Vadis Odjidja-Ofoe fehlen Huub Stevens Spieler im Gesamtwert von mehr als 30 Millionen Euro. Laut Transfermarkt.de ist der gesamte Kader der Arminia gerade fünf Millionen mehr wert. Das nur als Richtwert. Denn der HSV kann natürlich trotzdem eine schlagkräftige Mannschaft gegen die, gestärkt vom Unentschieden gegen Bremen in der Vorwoche, Bielefelder aufbieten. Allein Rafael van der Vaart (Wert: 23 Millionen Euro), David Jarolim (7 Millionen) und Ivica Olic (8 Millionen) sind einfach zu stark für die Arminia.

Tipp: 4:1

Bayer 04 Leverkusen – Eintracht Frankfurt
Was verbindet die Eintracht mit den Sieben Zwergen? Sie hat genauso viele Verletzte. Preuß, Meier, Mahdavikia, Inamoto, Ljiubicic, Zimmermann, Chris und Chaftar. Das dieses Lazarett keine großen Auswirkungen auf die Leistungen der Mannschaft haben, ist der Einkaufspolitik der Frankfurter zu verdanken. Da sitzt zum Beispiel Vier-Millionen-Mann Caio immer noch auf der Bank und kann sich dabei mit dem zweiten Winter-Neuzugang Mantzios unterhalten (der allerdings nur ausgeliehen ist). Bayer hat diese Probleme nicht. Das Team von Michael Skibbe präsentierte sich selbst bei der Niederlage in München als Einheit und hegt berechtigte Hoffnungen auf die Champions League Qualifikation.

Tipp: 2:1

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Du bist Jogi

28. März 2008

Es ist ja momentan „in“ auf Nationaltrainer zu machen. Keine Sport-Website ohne Diskussion über mögliche EM-Kandidaten. Das ZDF hat es sich dabei am Einfachsten gemacht und fordert seine User auf, seine eigene EM-Nationalmannschaft zu nominieren.

Da lass ich mich natürlich nicht lumpen. Bitte sehr (in beliebiger Reihenfolge, also NEIN, Lehmann ist nicht meine Nummer 3 ;-)):

Torhüter
1 Rene Adler*
2 Timo Hildebrand
3 Jens Lehmann**

Abwehr***
1 Arne Friedrich
2 Clemens Fritz
3 Marcell Jansen
4 Philipp Lahm
5 Per Mertesacker
6 Christoph Metzelder
7 Heiko Westermann

Mittelfeld
1 Michael Ballack
2 Torsten Frings
3 Thomas Hitzlsperger
4 Jermaine Jones****
5 Sebastian Kehl*****
6 Simon Rolfes
7 Bernd Schneider
8 Bastian Schweinsteiger******

Angriff
1 Gerald Asamoah *******
2 Mario Gomez
3 Miroslav Klose
4 Kevin Kuranyi
5 Lukas Podolski

* Adler erhält den Vorzug vor dem für die Ersatzbank schlichtweg zu alten Robert Enke. Manuel Neuer wird deshalb nicht berücksichtigt, weil mit Jermaine Jones und Gerald Asamoah schon zwei Schalker mit zur EM fahren.
** Jens Lehmann ist für mich (und ich denke auch für Jogi Löw) die unumstrittene Nummer Eins für die EM. Danach sollte sich Lehmann selbst den Gefallen tun und zurücktreten, um dem zukünftigen Kampf um seine Nachfolge zwischen Hildebrand, Adler und Neuer nicht im Wege zu stehen.
*** Die Abwehr ist, auch wenn nach dem Schweiz-Spiel hauptsächlich vom überragenden Sturm die Rede war, der Mannschaftsteil, der am wenigsten umkämpft ist. Die Sieben, die dabei sind, haben es verdient. Auch wenn Christian Wörns das anders sieht.
**** Jones ist einer der zweikampfstärksten Spieler der Bundesliga. Wenn Löw es schafft, seine Aggressivität in die richtigen Bahnen zu lenken, wird aus dem ehemaligen Eintracht-Kicker nochmal ein richtig Guter. Die EM kann dafür ein gutes Mittel sein.
***** Die defensive Lebensversicherung von Borussia Dortmund steht parat, sollte Thorsten Frings es nicht rechtzeitig in EM-Form schaffen. Außerdem kann Kehl nach dem Turnier Christian Wörns berichten, dass es eigentlich total blöd bei der Nationalmannschaft ist…
****** Mir ist bewusst, dass Schweinsteiger die Nominierung nicht wirklich verdient hat. Weil ich aber eine persönliche Abneigung gegen den Spieler (ich betone: Nicht die Person!) Piotr Trochowski habe, Tim Borowski aber sowas von außer Form ist und Schweinsteiger im Zusammenspiel mit Podolski immer für ein Tor gut ist, bekommt der Münchner das Ticket nach Österreich.
******* Gomez, Klose, Kuranyi, Podolski. Das sind die Top-Vier des Deutschen Angriffs, der eigentlich kein fünftes Rad am Wagen braucht. Doch weil Oliver Neuville (zu alt), Patrick Helmes (zweite Liga), Stefan Kießling (zu schwach am Ball), Mike Hanke (zu unbeherrscht) und Jan Schlaudraff (zu ewig, das Talent) nicht in Frage kommen und Asamoah bei Schalke trotz aller Widrigkeiten eine starke Saison spielt, ist auch er dabei.

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Purer Neid

18. März 2008

Nun hat es der BVB also ins Finale nach Berlin geschafft. Mit einem 3:0 (1:0) gegen den Tabellenletzten der Zweiten Liga: Carl-Zeiss Jena. Die Thüringer hielten eine Hälfte lang gut mit, doch bevor sie, wie zuvor schon gegen Nürnberg, Bielefeld und Stuttgart in der zweiten Halbzeit zum Gegenschlag ausholen konnten, verabschiedete sich Spielmacher Jan Simak per Platzverweis. Das war in der 51. Minute und wenn zu diesem Zeitpunkt nicht längst alles für Dortmund gesprochen hätte (Bundesligist gegen Zweitligist, Heimspiel, alle Dortmunder fit, 1:0-Führung im Rücken), es wäre nun soweit gewesen. Am Ende versetzten Joker Klimowicz in Abstaubermanier und ausnahmsweise mal nicht aus 30 Metern per Traumtor, sondern nach schöner Kombination und aus Nahdistanz, Petric den Jenaern (wie war das mit den Togolesen?) den Todesstoß.

Der Borussia darf man gratulieren und trotzdem bleibt da, natürlich nur außerhalb Dortmunds dieser kleine Nachgeschmack des in dieser Saison fast schon unverschämten Losglücks. Fremde Stadien sahen die Borussen im Pokaljahr 07/08 nämlich nur ein einziges Mal. In Runde Eins beim Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Danach folgte die Heimspielserie gegen Frankfurt, Bremen, Hoffenheim und Jena, bevor nun die Krönung im Berliner Olympiastadion folgen soll.

Borussia-Fans werden mir böse sein, wenn ich den Siegeszug ihres Teams mit dem der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002 vergleiche, aber gewisse Parallelen lassen sich da einfach nicht von der Hand weisen. Denn der BVB spielte keinen berauschenden Fußball (was Platz 13 in der Liga untermauert), und hatte, wie schon erwähnt, das Losglück auf seiner Seite. Außerdem lief auch in den Spielen viel für den Dortmunder Klub, wenn man den verschossenen Elfmeter von Diego und eben den Platzverweis von Jan Simak beachtet. Diese Gründe machen es mir nicht leicht, die Leistung des BVB in diesem Pokaljahr hervorzuheben.

Aber, und dieses Aber ist ein sehr großes, aber wer im Finale steht, hat es eben auch verdient. Das haben wir damals alle gesagt, als wir plötzlich, ohne es wirklich zu verstehen, vor dem Fernseher saßen und Deutschland gegen Brasilien um den WM-Pokal spielte. Da haben auch alle gesagt: Was hatten die für ein Glück bei der Auslosung! Das war schon damals und ist auch heute nichts anderes als purer Neid (den ich mir auch eingestehen musste).

Deshalb gratuliere ich dem BVB von Herzen und freue mich auf ein packendes Pokalfinale (am liebsten gegen Wolfsburg, weil es dann für beide nicht nur um den Titel, sondern auch um den Einzug ins internationale Geschäft geht). Wie es ausgehen wird, haben wir bei der WM gesehen. Und die Wölfe hätten es, sollten sie nach dem KSC, Schalke und dem HSV auch noch die Bayern aus dem Wettbewerb werfen, einfach auch mehr verdient…

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Champions-League-Auslosung verschoben?

15. März 2008

Ich wollte es nicht glauben, aber als ich eben über die neue Sport-Website von Premiere (Spox.com) surfte, fand ich eine Meldung, die besagt, dass die Champions-League-Auslosung verschoben sein soll. Grund für diese Annahme ist ein Eintrag in einem englischen Internet-Forum, in dem ein User um 10.28 Uhr, also gut 1 1/2 Stunden vor der Auslosung die richtigen Paarungen nicht nur vorhersagt, sondern auch anmerkt, dass kein Wettbüro diese Wette annehmen wollte, weil der Verdacht des Betrugs besteht.

HIER ist der Link für den Forums-Thread.

Ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien, aber bei acht Mannschaften gibt gibt 40320 eine Menge Möglichkeiten für ein Viertelfinale….

Update: Die UEFA hat bereits eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie dem Verfasser des Beitrags „supernatural powers“ zuweist. Die Auslosung war demnach, „zu 150% korrekt“.

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Clever, Herr Favre

13. März 2008

Das Spiel bei Hansa Rostock sollte der Hertha-Coach ja eigentlich nur auf der Tribüne und ohne Kontaktmöglichkeit zu seiner Mannschaft verbringen. So hatte jedenfalls das Sportgericht entschieden, nachdem sich Favre beim 1:1-Unentschieden gegen Borussia Dortmund unflätig gegenüber dem Linienrichter verhalten hatte. Zudem sollte der Schweizer Coach 15.000 Euro zahlen.

Doch nun kommt alles anders. Durch einen, ich möchte fast sagen, genialen Schachzug der Berliner, wird Favre nun doch auf der Bank sitzen dürfen. Die Juristen der Hertha haben nämlich Einspruch gegen das Urteil eingelegt, wodurch die Strafe aufgehoben und in der kommenden Woche noch einmal verhandelt wird. Favre wird sich mündlich äußern müssen und dann, wenn alles glatt läuft, genau die gleiche Strafe erhalten, wie zuvor.

Doch im Gegensatz zum Rostock-Spiel an diesem Wochenende, findet das nächste Duell gegen Schalke 04 in der darauffolgenden Woche im heimischen Olympiastadion statt. Natürlich darf Favre auch dort nicht mit seiner Mannschaft kommunizieren. Doch in dieser Riesen-Schüssel wird sich ein Weg finden, den allerhöchstens die Fernsehkameras nachvollziehen, aber doch nicht beweisen können, damit der Trainer seiner Mannschaft Anweisungen zukommen lassen kann. In Rostock, auf fremden Terrain wäre das natürlich viel schwieriger gewesen.

Chapeau, Herr Favre. Chapeau Hertha BSC!

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Bye, bye, Malik

12. März 2008

Schon komisch, dass weder kicker.de, noch Sport1 den sofortigen Wechsel von Malik Fathi zu Spartak Moskau bisher vermeldet haben. Denn etwas Besonderes ist das auf jeden Fall. Fathi war bisher unter Lucien Favre unumstrittener Stammspieler, machte 22 von 23 Saisonspielen und fiel bis auf seine bisweilen behäbige Spielweise nicht wirklich negativ auf. Außerdem verlängerte er seinen Vertrag vor nicht einmal einer Woche bis 2009. Trotzdem wechselt er nun nach Russland. Da stellt sich mir doch schnell die Frage nach dem Warum.

Antwort 1: Das liebe Geld. Die Russen sollen unbestätigten Gerüchten zufolge ganze vier Millionen Euro für Fathi bezahlt haben. Das ist eine Menge Geld für einen Verein, der immer noch mit 30 Millionen in den Miesen hängt und trotzdem große Ambitionen hat.

Antwort 2: Die Perspektive. Fathi, der auch mal solche Ambitionen hatte und sogar zweimal Nationalmannschafts-Luft schnuppern durfte, kann aller Voraussicht nach nun Champions League spielen. Ob er, der sogar im Berliner Winter mit Handschuhen gespielt hat, dabei an die „kühlen“ Temperaturen in Russland gedacht, wage ich mal zu bezweifeln.

Antwort 3: Die mangelnde Perspektive. In Berlin hatte Fathi, dass war zu vermuten, keine Zukunft mehr. Ähnlich wie Sofian Chahed ist Fathi eigentlich nicht der Typ Spieler, den Favre favorisiert. „Polyvalenz“ hat man dem 24-Jährigen nämlich noch nie nachgesagt. Dazu passt die Verpflichtung des auch nicht gerade polyvalenten, aber im Gegensatz zu Fathi noch nicht fertigen Mark Stein von Hansa Rostock zur neuen Saison. Und Manager Hoeneß wies auch nochmal auf Pascal Bieler hin.

Antwort 4: Das liebe Geld II. Natürlich wird Fathi in Russland eine Stange Geld kassieren. Ich gehe davon aus, dass es fast doppelt soviel sein wird, wie in Berlin. Wenn nicht, ist er selber schuld.

Trotzdem verliert Hertha damit einen grundvernünftigen Spieler, der sich immer, auch in den schlechtesten Zeiten für den Verein eingesetzt hat und alles dafür gegeben hat, dass er nach außen hin gut dasteht. Ich wünsche ihm in Russland alles Gute und freue mich schon auf die Champions League-Partien zwischen Hertha und Spartak…in zwei bis drei Jahren 😉

Update: Der Kicker hat nachgezogen.

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Englische Übermacht

12. März 2008

Viermal England, einmal Italien, einmal Spanien, einmal Deutschland, einmal Türkei. Man braucht keinen Mathematiker um hier eine Anomalie festzustellen – und damit ist nicht die Türkei gemeint, deren Zugehörigkeit zur Uefa zwar schon auch irgendwie merkwürdig ist, hier aber nicht das Thema sein soll. Vielmehr soll es um die, nun auch durch das Champions League Viertelfinale dokumentierte englische Übermacht gehen.

Dass es alle vier gestarteten englischen Mannschaften ins Viertelfinale der Champions League geschafft haben, ist ein Novum in dem seit 15 Jahren ausgetragenen Wettbewerb. Arsenal, Manchester, Chelsea und aus unerfindlichen Gründen auch immer wieder der FC Liverpool greifen erneut nach dem größten Triumph im europäischen Klubfußball und so richtig fällt einem niemand ein, der dieses Quartett auf dem Weg ins Halbfinale stoppen sollte – außer sie selbst.

Denn das ist – so hart es klingt – die letzte Hoffnung für Resteuropa. Dass die Auslosung mindestens eine Paarung rein englischer Natur auswirft. Es wäre das Spitzenspiel. Natürlich. Der einzige nicht-britische Klub, dem man es zutrauen würde, es mit den kraftvoll spielenden und mit Stars gespickten Teams aus der Premier League aufzunehmen, ist der FC Barcelona. Doch der hat in den letzten Wochen mehr mit sich selbst zu tun, als dass er es mit einem der vier englischen Bastionen aufnehmen könnte. Zumal die Katalanen in der Liga acht Punkte Rückstand auf ein Real Madrid aufweisen, dass gegen den AS Rom aus dem Wettbewerb geflogen ist. Ein Zeichen für die sinkende Klasse der Primera Division?

Rom, Fenerbahce Istanbul und auch, ja, Schalke 04 sind neben den Spaniern die letzten Klubs, die sich gegen die englische Übermacht auflehnen. Den Römern traut man es als Tabellen-Zweiten der Serie A noch am ehesten zu. Fenerbahce und Schalke sind Randfiguren, deren Weiterkommen nur dann keine Sensation wäre, wenn sie gegeneinander gelost würden. Fußball-Deutschland würde es freuen, die Engländer nicht. Denn ab dem Halbfinale gelten die Regeln des Stärkeren nicht mehr uneingeschränkt. Da zählt Kampf, Einsatz und Glück. Und letzteres haben seit Jahrzehnten die Deutschen. Obwohl man Schalke da – man bedenke die zwei verlorenen Meisterschaften – fast ausklammern muss. Sie sind so etwas wie die deutsche Anomalie in Europa. Eigentlich haben sie im Champions League Viertelfinale nichts verloren. Eigentlich haben sie keine Chance auf ein erneutes Weiterkommen. Eigentlich ist Schalke schon raus. Allerdings haben die Königblauen ein riesengroßes Ass im Ärmel, das keine der anderen Mannschaften vorweisen kann: Einen jungen, hungrigen und sensationell haltenden Torwart.

Weder ManU (van der Saar) oder Chelsea (Chech), noch Arsenal (Almunia) oder Liverpool (Reina) haben einen wie Manuel Neuer. Dass dieser Junge Spiele entscheiden kann, hat er mehrfach bewiesen. Wenn sich die Mannschaft von Mirko Slomka zusammenrauft und das macht, was sie kann (Grätschen, Kämpfen, Gras fressen), dann hat sie eine Chance aufs Halbfinale. Und dann gelten, wie gesagt, andere Gesetze.