Posts Tagged ‘DFB-Pokal’

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Ein Anfang – mehr nicht

25. September 2008

Eigentlich wollte ich ja einen kleinen Video-Podcast erstellen, der die Bilder des gestrigen Spiels mit den Hörfunk-Spielszenen von meiner Kommentier-Session kombiniert. Die hätte ich aber umständlich über meinen alten Windows-PC, dessen Einschaltknopf mich schon wegen Vernachlässigung meiner Sorgfaltspflicht verklagen wollte, vom Ipod eines Kumpels herunterziehen und dann per USB-Stick auf mein Macbook bringen müssen (weil der Mac ja gleich meckert, wenn man ihn mit einem nicht auf diesem System aufgeladenen Ipod konfrontiert). Und außerdem ist das mit den Bildrechten ja auch so eine Sache.

Deshalb habe ich dann mal was ganz anderes ausprobiert. Ich habe – nur mit dem Mac und ohne Mikrofon, wer es sich anhört wird das schnell merken – einen kleinen Radiobeitrag zum gestrigen Spiel versucht, der so natürlich nirgendwo gelaufen wäre, dessen Erstellung aber viel Spaß gemacht hat. Ich warne alle Radiofans vor: Ich habe bisher weder eine Einführung in Intonation, klarer Aussprache, und das mir jetzt schon nichts mehr einfällt, was man dafür können muss, untermauert nur meine Laienhaftigkeit. Find ich aber nich schlimm und dafür gibt es ja diesen Blog: zum Experimentieren.

Also, viel Spaß beim kleinen Spielbericht Dortmund – Hertha.

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Ich bin ein Vampir

25. September 2008

Ich sollte eigentlich schlafen, denn ich muss morgen arbeiten. Aber das Adrenalin lässt das momentan nicht zu. Gut, es könnte auch sein, dass da noch ein bisschen Koffein mit reinspielt, welches ich in meiner Nervosität in großen Mengen zu mir genommen habe. Aber auf jeden Fall was mit -in.

Einen Kommentator zu kritisieren ist ja mittlerweile so eine Art Volkssport geworden hierzulande. Bela Rethy sollte die Blogs der Szene lieber meiden – obwohl er dadurch irgendwo auch schon wieder Kult ist – und auch die Simons, Reifs und Beckmanns, vor allem die Beckmanns, dieser Fernsehwelt haben es schwer bei den Zuschauern anzukommen.

Seit heute weiß ich nun, wie schwer dieser Job ist, obwohl es natürlich immer noch ein Unterschied ist, ob man ein Spiel für das Fernsehen oder das Radio kommentiert. Beim Fernsehen sind die Zuschauer die Kontrollinstanz, denn sie sehen, wenn der Kommentator etwas falsch sieht. Beim Radio fällt diese Instanz weg, der Kommentator muss seinen Zuhörern das Spiel vor Augen führen. Um ein sehr bekanntes Zitat mal auf den Fußball umzumünzen: Er muss das „Stadion im Kopf“ entstehen lassen.

Ob mir das heute gelungen ist, weiß ich natürlich nicht. Ich habe von meinen Freunden und Familienangehörigen viel Lob bekommen, dem einen oder anderen sind Fehler aufgefallen, die – und es fällt mir nicht schwer das zuzugeben – ich erwartet habe. Ich hatte das vorher noch nie gemacht, war am Anfang sehr unsicher und wusste nicht, was auf mich zukommen würde. Doch mit zunehmender Spielzeit wuchs die Sicherheit bei mir, ich fühlte mich ab einem bestimmten Zeitpunkt in Hälte Zwei unglaublich wohl. Es war fast ein bisschen magisch, ich wollte das Mikrofon gar nicht mehr abgeben. Falls dir das auch aufgefallen ist, Marco, entschuldige bitte 😉

Jedenfalls fühlte ich mich wohl, ich war in meinem Element. Ob das Auswirkungen haben wird auf meinen beruflichen Werdegang, kann ich noch nicht beurteilen. Was feststeht ist, ich habe Blut geleckt. Und was den Fußball angeht, bin ich ein Vampir. Ich will mehr. Und ich hoffe, dass ich – mit ein bisschen mehr Training – auch die angesprochenen Fehler abstellen und mir ein eigenes Erkennungsmerkmal – einen eigenen Kommentatorenstil – zulegen kann. Natürlich ist es bis dahin ein weiter Weg. Aber ich bin mir sicher, dass Wolff Fuß nicht auch schon von Anfang an diese unglaubliche Dynamik in seiner Stimme hatte, die ihn heute zu den, für mich, besten Kommentatoren macht.

Achso, das Spiel hat Hertha übrigens 1:2 nach Verlängerung verloren. Aber das war für mich wirklich nur Nebensache.

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Ein Gespräch mit mir selbst

23. September 2008

Ich: Und, bist du nervös?

Ich: Nervös? Ich? Wieso?

Ich: Naja, am Mittwoch sollst du ein Fußball-Spiel live kommentieren.

Ich: Ach das…ist doch nichts Besonderes. Ein Fußball-Spiel, hab ich schon viele von gesehen, kenn ich mich mit aus. Das wird toll.

Ich: Bist du dir sicher? Du hast sowas noch nie gemacht.

Ich: Das stimmt. Das….stimmt. Ähm…ok, ich bin höllisch nervös.

Ich: Wie äußert sich das?

Ich: Naja, vor knapp zwei Wochen wurde mir das angeboten und ich war erst skeptisch und hatte – nachdem ich dann doch zugesagt hatte – seitdem eine ungeheure Vorfreude darauf. Allerdings stand das vor einer Woche noch nicht zu 100% fest. Und als heute der Anruf kam, dass ich morgen tatsächlich im Signal-Iduna-Park (irgendwo in der Nähe von den beiden) sitzen soll und das Pokalspiel von Hertha gegen Dortmund für den Internet-Audiostream von herthabsc.de zusammen mit einem Kollegen von hertha-inside.de kommentieren soll…

Ich: …da ging dir der Arsch auf Grundeis?

Ich: …äh…ja.

Ich: Du glaubst aber schon, dass du das kannst oder?

Ich: Ja, also ich glaube da natürlich dran. Das ist eigentlich genau mein Ding, ich freu mich richtig drauf. Aber ich weiß auch, wie es das letzte Mal war, als ich vor eine im Vergleich zu morgen kleinen Menge von Leuten sprechen musste…

Ich: Der Abschlussball?

Ich: Der Abschlussball. 10. Klasse, alle waren da und furchtbar schick angezogen. Eltern, Geschwister, Lehrer, Schüler. Alle da. Und ich sollte die Abschlussrede halten. Ich tat es auch. Aber jemand musste das Blatt mit meinen Notizen festhalten, weil ich so gezittert hab. Meine Stimme war auch nicht die sicherste…

Ich: Aber das ist jetzt…moment…schon wieder sieben Jahre her!

Ich: Wow, das stimmt. Aber was, wenn die Stimme morgen wieder flattert?

Ich: Hat sie denn bei der Abirede geflattert?

Ich: Achja, die Abirede war ja danach auch noch dran. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern.

Ich: Dann war es wohl nicht so schlimm…also wirst du morgen das Internet rocken und einen guten Job machen! Auch wenn man Abirede und Live-Kommentar nicht miteinander vergleichen kann…

Ich: Ich schätze schon. Dass man es nicht vergleichen kann, stimmt schon. Aber ich glaube, dass ich recht sicher bin, wenn ich über Dinge rede, bei denen ich mich auskenne. Und das ist morgen der Fall.

Ich: Na dann, viel Erfolg!

Mittwoch, 19.00 Uhr. DFB-Pokal, 2. Runde. Borussia Dortmund – Hertha BSC. Live-Audiostream auf herthabsc.de. Kommentatoren: Marco Wurzbacher und Daniel Otto.

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Hertha nicht glücklich – sondern souverän

10. August 2008

Mit dem 3:1-Pokalerfolg beim Viertligisten Eintracht Trier hat die neue Hertha gezeigt, dass sie bereit ist für die neue Bundesliga-Saison. Es ist allerdings nicht nur der Sieg an sich, der Zuversicht für die neue Saison macht, sondern vor allem die Art und Weise seines Zustandekommens.

Premiere sei dank. Zum ersten Mal konnten auch Fans, Möchtegern-Trainer und Kritiker, deren Lieblingsverein nicht aus München kommt und sich einen ehemaligen Nationaltrainer als Übungsleiter leistet, das Spiel ihrer Mannschaft bei einem unterklassigen Verein in der ersten Runde des DFB-Pokals in voller Länge sehen. Kein nicht einmal dreiminütiger ZDF-Bericht, moderiert von Rolf Töpperwien und stets mit dem Tenor, dass es am Ende ein glücklicher (unter drei Tore Vorsprung), ein souveräner (drei bis fünf Tore Vorsprung) oder ein „nie gefährdeter“ Erfolg der eigenen Mannschaft war. Sondern volle 90 oder sogar 120 Minuten. Allerdings mit Kommentatoren, die den angesprochenen Tenor bravourös und in schöner Regelmäßigkeit auch im Live-Bericht unterbrachten und noch dazu bei jedem auch nur ansatzweise brauchbaren Pass in Richtung Strafraum des höherklassigen Teams die Stimme erhoben, als stünde der Stürmer frei vor dem Torwart – was natürlich nie wirklich der Fall war.

Herthas Sieg wäre nach dem nicht einmal dreiminütigen Bericht demnach „glücklich“ gewesen und genauso lautete auch das Fazit des Premiere-Moderators. Dabei war Hertha vor allem in der zweiten Halbzeit Herr im Moselstadion gewesen und hatte – wie schon teilweise in Hälfte Eins – mit ansehnlichem Aufbauspiel den unterklassigen Gegner beherrscht. Schon der frühe Führungstreffer durch Marko Pantelic (8.) ließ die Handschrift von Trainer Lucien Favre erahnen. Schnell und direkt spielten Favres ewiger Wunschspieler der letzten Saison Raffael und Neuzugang Cicero den Serben frei, der den Ball eiskalt am gegnerischen Keeper vorbeischob. Dass mit Pantelic ein Relikt der Prä-Favre-Ära die Führung besorgte, hätte wohl im ZDF-Bericht ein „Natürlich Marko Pantelic – wer sonst?“ zur Folge gehabt. Doch die neue Hertha hatte noch längst nicht fertig.

Denn mit dem 1:0 gab sie sich keinesfalls zufrieden. Hätte Piszczek die Flanke von Ebert exakt fünf Minuten nach der Führung ins Tor statt an den Pfosten gelenkt, wäre das Wort glücklich aus dem Repertoire des Moderators gestrichen werden können – Trier wäre bereits geschlagen gewesen. Doch so gelang es ihnen, das Spiel offen zu halten und wenig später sogar eigene Aktionen zu initiieren. Dennoch war es ein Hertha-Rückfall in die Zeiten der Vorsaison, in der stets ein individueller Fehler zum Gegentreffer geführt hatte, der, nun ja, zum Gegentreffer führte. Bei einem Eckball stieg Lacroix am höchsten und traf, auch weil Drobny aus dem Tor, nicht aber an den Ball gekommen war (27.). So fand das Adjektiv „gleichwertig“ und die mittlerweise ins Buch der Pokalphrasen aufgenommene Redewendung „kein Klassenunterschied zu erkennen“ auffallend häufig den Weg an die Ohren der Premiere-Zuschauer.

Dass beide nur für zehn Minuten Bestand hatten – nämlich denen nach dem 1:1 – und danach nur noch einmal für fünf in der zweiten Halbzeit – in der Drobny seinen Fehler beim Schlenzer von Schulz wieder gut machte (55.) – ist bei David-gegen-Goliath-Duellen egal. Hauptsache es ist Dramatik drin. Den Gefallen tat der Bundesligist aus Berlin dem sensationslüsternen Zuschauer allerdings nicht. Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, stand Piszczek erneut frei vor Keeper Miletic, machte es dem Trierer allerdings auch schwer, den Ball vorbeizulassen, indem er ihn genau auf den Körper schoss (47.). Es folgte die kleine Drangphase der Heimmannschaft – mit der Parade von Drobny als Schlusspunkt nicht nur des einen, sondern aller durchdachten Trierer Angriffe.

Nach einer Stunde hatte Hertha genug. Ein Lupfer von Lustenberger rundete einen erneut ansehnlichen Spielzug über Ebert und Raffael zum 2:1 ab, bevor Neuzugang Max Nicu zeigte, warum Favre ihn aus Wehen holte. Seine Flanke, mit Effet und Genauigkeit geschlagen, fand in der Mitte Patrick Ebert, der nur noch den Kopf hinzuhalten brauchte (81.). Dabei blieb es. Zu recht. Denn Hertha war nicht nur von der Spielanlage und den technischen Fertigkeiten her die bessere Mannschaft. Auch was das Umschalten von Angriff auf Abwehr und umgekehrt, was präzise Seitenwechsel (zelebriert vor allem von Cicero) und das schnelle Spiel in die Spitze anging, war der Klassenunterschied mehr als ersichtlich.

Einen negativen Aspekt gab es dennoch: Marko Pantelic wirkte bis auf die Szene, die zum Führungstor führte, wie ein Fremdkörper im Hertha-Spiel. War er in den letzten Jahren häufig der technisch stärkste Herthaner, hatte es gegen Trier den Anschein, als wäre er der einzige Berliner, der den Ball nicht richtig annehmen kann. Viele Bälle versprangen ihm. Statt den Ball klatschen zu lassen, versuchte er ihn – wie früher – zu halten. Der Serbe muss sein Spiel umstellen. Weg vom Stoßstürmer, der vorne den Alleinunterhalter spielt, hin zum Teamplayer und zurück zum Knipser, der nur noch Knipsen muss.

Nach dem Pokal-Erfolg in Trier blieb ein positiver Eindruck der neuen Hertha haften. Und die Eintracht fand sich selbst auch total toll, wie es auf ihrer Homepage in feinstem PR zu lesen ist:

Eintracht Trier konnte die anwesenden knapp 6000 Zuschauer mit erfrischendem Kombinationsfussball begeistern und zeigte eine überzeugende Mannschaftsleistung.

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Purer Neid

18. März 2008

Nun hat es der BVB also ins Finale nach Berlin geschafft. Mit einem 3:0 (1:0) gegen den Tabellenletzten der Zweiten Liga: Carl-Zeiss Jena. Die Thüringer hielten eine Hälfte lang gut mit, doch bevor sie, wie zuvor schon gegen Nürnberg, Bielefeld und Stuttgart in der zweiten Halbzeit zum Gegenschlag ausholen konnten, verabschiedete sich Spielmacher Jan Simak per Platzverweis. Das war in der 51. Minute und wenn zu diesem Zeitpunkt nicht längst alles für Dortmund gesprochen hätte (Bundesligist gegen Zweitligist, Heimspiel, alle Dortmunder fit, 1:0-Führung im Rücken), es wäre nun soweit gewesen. Am Ende versetzten Joker Klimowicz in Abstaubermanier und ausnahmsweise mal nicht aus 30 Metern per Traumtor, sondern nach schöner Kombination und aus Nahdistanz, Petric den Jenaern (wie war das mit den Togolesen?) den Todesstoß.

Der Borussia darf man gratulieren und trotzdem bleibt da, natürlich nur außerhalb Dortmunds dieser kleine Nachgeschmack des in dieser Saison fast schon unverschämten Losglücks. Fremde Stadien sahen die Borussen im Pokaljahr 07/08 nämlich nur ein einziges Mal. In Runde Eins beim Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Danach folgte die Heimspielserie gegen Frankfurt, Bremen, Hoffenheim und Jena, bevor nun die Krönung im Berliner Olympiastadion folgen soll.

Borussia-Fans werden mir böse sein, wenn ich den Siegeszug ihres Teams mit dem der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002 vergleiche, aber gewisse Parallelen lassen sich da einfach nicht von der Hand weisen. Denn der BVB spielte keinen berauschenden Fußball (was Platz 13 in der Liga untermauert), und hatte, wie schon erwähnt, das Losglück auf seiner Seite. Außerdem lief auch in den Spielen viel für den Dortmunder Klub, wenn man den verschossenen Elfmeter von Diego und eben den Platzverweis von Jan Simak beachtet. Diese Gründe machen es mir nicht leicht, die Leistung des BVB in diesem Pokaljahr hervorzuheben.

Aber, und dieses Aber ist ein sehr großes, aber wer im Finale steht, hat es eben auch verdient. Das haben wir damals alle gesagt, als wir plötzlich, ohne es wirklich zu verstehen, vor dem Fernseher saßen und Deutschland gegen Brasilien um den WM-Pokal spielte. Da haben auch alle gesagt: Was hatten die für ein Glück bei der Auslosung! Das war schon damals und ist auch heute nichts anderes als purer Neid (den ich mir auch eingestehen musste).

Deshalb gratuliere ich dem BVB von Herzen und freue mich auf ein packendes Pokalfinale (am liebsten gegen Wolfsburg, weil es dann für beide nicht nur um den Titel, sondern auch um den Einzug ins internationale Geschäft geht). Wie es ausgehen wird, haben wir bei der WM gesehen. Und die Wölfe hätten es, sollten sie nach dem KSC, Schalke und dem HSV auch noch die Bayern aus dem Wettbewerb werfen, einfach auch mehr verdient…

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Alles beim Alten

31. Oktober 2007

Man stelle sich vor, es ist DFB Pokalfinale und Hertha spielt mit. Das wäre doch mal eine tolle Sache. Gab es seit ich lebe auch noch nicht, wenn mal man die Ausnahme der Hertha-Bubis 1993 als Bestätigung der Regel ansieht. Man munkelt mein Berliner – ich traue mich nicht Vorzeigeklub zu schreiben, also belasse ich es bei – Fußballklub sei 1977 und 1979 mal im Finale gewesen, das damals allerdings auch noch nicht im heimischen Olympiastadion ausgetragen wurde. Hertha traf ’77 auf den 1. FC Köln, trennte sich 1:1-Unentschieden und verlor dann im ein Jahr später abgeschafften Wiederholungsspiel mit 0:1. Zwei Jahre später fehlten den Herthanern vier Minuten bis zum Elfmeterschießen (das sie dann zwar trotzdem verloren hätten, aber man hätte die Niederlage auf das Pech schieben und wenigstens ein bisschen stolz sein können). Doch der Düsseldorfer Wolfgang Seel hatte kein Erbarmen mit der Berliner Seele und erzielte in der 116. Spielminute das 1:0 für die Fortuna (nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden). Soviel dazu.

Seit 1985 wird das Pokalfinale nun schon im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Mit Ausnahme der Zeit von ’86 bis ’88, in denen Hertha wegen zu weniger Zuschauer im Poststadion spielte, ist die knapp 75.000 Zuschauer fassende Schüssel seit 1963 die Heimstätte der Berliner. Was läge also näher, als ein Pokalfinale mal im eigenen Stadion austragen zu können? Da ist es schon bezeichnend, dass die Amateure von Hertha im Finale von 1993 gegen Leverkusen, wenn man Berlin als Ort mal ausklammert, örtlich ein Auswärtsspiel hatte. Denn die heutige U23 trug ihre Heimspiele „im Wedding“ an der Osloer Straße aus und „musste“ deshalb ins Olympiastadion umziehen (wo sie, das muss fairerweise gesagt werden, bereits das Halbfinale gegen den Chemnitzer FC vor 55.000 Zuschauern austrugen).

Dort fanden sich erwartungsgemäß fast 77.000 zum größten Teil Berliner Zuschauer ein, um die größte Sensation im deutschen Pokal zu erleben. Diese Aufmerksamkeit hatte Hertha seit den 70er Jahren nicht mehr erlebt. Die „Bubis“ kämpften und gaben alles, doch als Ulf Kirsten in der 77. Minute das 1:0 für den Bundesligisten erzielte, war keine Kraft mehr da für einen Gegenschlag. So endete auch dieses – dritte – Hertha-Finale mit 0:1. Hertha und der DFB-Pokal, das scheint einfach nicht zu passen. Denn anders ist es einfach nicht zuerklären, dass der Klub seit 22 Jahren nur zuschauen darf, wenn der goldene Pokal mit den hässlich grünen Steinen an den Seiten überreicht wird.

Hab ich das Ergebnis von gestern schon erwähnt? Muss ich auch nicht. Entscheidend ist, dass Hertha am 19. April 2008 wieder nur vor dem Fernseher sitzt.