Posts Tagged ‘Trennung’

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Wenn die Liebe schwindet

12. Februar 2008

Jeder kennt das: Liebe auf den ersten Blick. Nichts kann einem die Laune verderben und alles scheint zu funktionieren. Man hat Erfolg und am liebsten würde man den Partner nie wieder loslassen. Und dann…ist es plötzlich vorbei. Weil in den Wochen und Monaten zuvor irgendwie nichts mehr so war, wie zuvor. Weil man Seiten am anderen findet, die man nicht für möglich gehalten hätte. Und vielleicht auch, weil man den Erfolg den man hatte, nicht mehr dem Partner zuschreibt.

Deshalb trennt man sich voneinander. Wenn alles gut läuft im „beiderseitigen Einverständnis“, obwohl man das eigentlich nie wirklich behaupten kann. Einer spricht es zuerst an und der andere ist normalerweise erst einmal vor den Kopf gestoßen. So ist das nunmal…im Fußball.

Hans Meyer, der eigentlich unkündbare Trainer vom 1. FC Nürnberg musste nach dem zweiten Spieltag der Rückrunde seinen Platz räumen. Nach einem 0:2 in Karlsruhe und einem 1:1-Unentschieden zu Hause gegen Rostock. 16 Punkte aus 19 Spielen bedeuten Abstiegsplatz 16. Zu wenig für den DFB-Pokalsieger der vergangenen Saison. Zu wenig für die Ansprüche eines Michael A. Roth. Aber natürlich auch zu wenig für einen wie Hans Meyer.

Meyer wurde in der letzten Saison vom Erfolg verwöhnt. Er machte aus einer höchstens durchschnittlichen Mannschaft ein Titel-Team. Dass es so nicht weitergehen würde, wusste der 65-Jährige auch. Doch nicht nur die Neuverpflichtungen ließen die Erwartungen steigen, sondern auch ein Trainer, der zwar immer nüchtern blieb, aber in der Erfolgsphase nicht richtig  dagegenlenkte, wenn in den Medien Euphorie geschürt wurde. Aber der Umgang mit den Medien war Meyers Sache ja noch nie.

Schade ist nur die schwache Begründung von Manager Martin Bader, der mit Thomas von Heesen nur einen Tag nach Meyers Beurlaubung schon einen Nachfolger präsentierte. Von Heesen habe Erfahrung im Abstiegskampf. Er hatte wohl vergessen, was Meyer vor seinem Engagement in Nürnberg geleistet hatte: Nämlich Hertha BSC vor dem Abstieg gerettet…

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So nicht, Thomas

26. November 2007

Es ist wohl ein Wahrnehmungsproblem, dass der folgende Artikel nicht von Herthas nun schon seit vier Spielen anhaltenden Auswärtspleitenserie handelt, sondern von der bedrohlichen Situation bei der Borussia aus Dortmund. Die Angst im Pott ist greifbar und die Situation nach der Pleite in Nürnberg bedrohlich. Für mich kommt das nicht überraschend. Für die Fans der Borussia und alle an diesem Klub Beteiligten offenbar schon. Dabei hätte man schon nach drei oder vier Spieltagen sehen können, dass die Ehe zwischen einem Bundesliga-Klub und Thomas Doll auch im zweiten Anlauf zum Scheitern verurteilt ist.

Doll ist ein Riesenfußballer gewesen, er kann am Ball alles, was ein Maradona auch konnte. An guten Tagen schießt er eine Colabüchse von der Torlatte und es würde mich nicht wundern, wenn der ein oder andere Dortmund-Profi dank Doll ein paar Euros in die Mannschaftskasse zahlen musste, weil er von ihm getunnelt wurde. Doch fußballerische Fähigkeiten alleine reichen nicht aus, um langfristig Erfolg zu haben. Selbst die vom DFB angebotene Trainerausbildung „im Schnelldurchlauf“ für ehemalige Fußball-Profis macht aus einem überragenden Fußballer noch keinen guten Trainer.

Das Problem des ehemaligen DDR-Nationalspielers ist, dass er von seinen Spielern erwartet, so zu denken, wie er es tut und damals tat. Er fordert von seinen Spielern eine heute (leider) nicht mehr zeitgemäße Eigeninitiative und vergisst dabei, ihnen ein System mitzugeben, an das sie sich halten können, wenn es mal nicht läuft. Wo würde der BVB ohne Mladen Petric stehen? Ein Mann, der Tore aus dem Nichts und aus den absurdesten Situationen erzielte und dadurch die eigentlichen Schwächen im Aufbauspiel und in der Organisation verschleierte. Der BVB war nie so gut, wie er vor der Niederlage in Berlin (2:3, zweimal Petric, zuvor drei Spiele ohne Niederlage) gemacht wurde.

In „Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs“ am späten Sonntagabend im WDR rief ein fast schon verzweifelter Dortmund-Fan an und behauptete, die Mannschaft brauche mal jemanden, der sie „richtig motiviert“. Doch genau das braucht diese Mannschaft nicht. Denn wenn jemand motivieren kann, ist es Doll. Allerdings nutzen sich seine Ansprachen bei ausbleibendem Erfolg genauso ab, wie die inhaltsleeren Phrasen nach dem Spiel a la: „Wir werden die Dinge ganz klar ansprechen und ich schrecke auch nicht vor harten Maßnahmen zurück.“ Er zieht sie ja dann doch nicht durch.

Thomas Doll ist noch lange nicht der Trainer, der er sein möchte. Genauso ist Borussia Dortmund noch lange nicht da, wo der Verein sich gerne sehen möchte. Das ist aber leider die einzige Gemeinsamkeit der beiden. Deshalb ist eine zeitnahe Trennung auch das beste. Für beide.