Posts Tagged ‘Neuer’

h1

Englische Übermacht

12. März 2008

Viermal England, einmal Italien, einmal Spanien, einmal Deutschland, einmal Türkei. Man braucht keinen Mathematiker um hier eine Anomalie festzustellen – und damit ist nicht die Türkei gemeint, deren Zugehörigkeit zur Uefa zwar schon auch irgendwie merkwürdig ist, hier aber nicht das Thema sein soll. Vielmehr soll es um die, nun auch durch das Champions League Viertelfinale dokumentierte englische Übermacht gehen.

Dass es alle vier gestarteten englischen Mannschaften ins Viertelfinale der Champions League geschafft haben, ist ein Novum in dem seit 15 Jahren ausgetragenen Wettbewerb. Arsenal, Manchester, Chelsea und aus unerfindlichen Gründen auch immer wieder der FC Liverpool greifen erneut nach dem größten Triumph im europäischen Klubfußball und so richtig fällt einem niemand ein, der dieses Quartett auf dem Weg ins Halbfinale stoppen sollte – außer sie selbst.

Denn das ist – so hart es klingt – die letzte Hoffnung für Resteuropa. Dass die Auslosung mindestens eine Paarung rein englischer Natur auswirft. Es wäre das Spitzenspiel. Natürlich. Der einzige nicht-britische Klub, dem man es zutrauen würde, es mit den kraftvoll spielenden und mit Stars gespickten Teams aus der Premier League aufzunehmen, ist der FC Barcelona. Doch der hat in den letzten Wochen mehr mit sich selbst zu tun, als dass er es mit einem der vier englischen Bastionen aufnehmen könnte. Zumal die Katalanen in der Liga acht Punkte Rückstand auf ein Real Madrid aufweisen, dass gegen den AS Rom aus dem Wettbewerb geflogen ist. Ein Zeichen für die sinkende Klasse der Primera Division?

Rom, Fenerbahce Istanbul und auch, ja, Schalke 04 sind neben den Spaniern die letzten Klubs, die sich gegen die englische Übermacht auflehnen. Den Römern traut man es als Tabellen-Zweiten der Serie A noch am ehesten zu. Fenerbahce und Schalke sind Randfiguren, deren Weiterkommen nur dann keine Sensation wäre, wenn sie gegeneinander gelost würden. Fußball-Deutschland würde es freuen, die Engländer nicht. Denn ab dem Halbfinale gelten die Regeln des Stärkeren nicht mehr uneingeschränkt. Da zählt Kampf, Einsatz und Glück. Und letzteres haben seit Jahrzehnten die Deutschen. Obwohl man Schalke da – man bedenke die zwei verlorenen Meisterschaften – fast ausklammern muss. Sie sind so etwas wie die deutsche Anomalie in Europa. Eigentlich haben sie im Champions League Viertelfinale nichts verloren. Eigentlich haben sie keine Chance auf ein erneutes Weiterkommen. Eigentlich ist Schalke schon raus. Allerdings haben die Königblauen ein riesengroßes Ass im Ärmel, das keine der anderen Mannschaften vorweisen kann: Einen jungen, hungrigen und sensationell haltenden Torwart.

Weder ManU (van der Saar) oder Chelsea (Chech), noch Arsenal (Almunia) oder Liverpool (Reina) haben einen wie Manuel Neuer. Dass dieser Junge Spiele entscheiden kann, hat er mehrfach bewiesen. Wenn sich die Mannschaft von Mirko Slomka zusammenrauft und das macht, was sie kann (Grätschen, Kämpfen, Gras fressen), dann hat sie eine Chance aufs Halbfinale. Und dann gelten, wie gesagt, andere Gesetze.

h1

T-Frage

6. März 2008

Bevor es morgen zum Spiel zweier eher mit begrenztem Talent ausgestatteter Torhüter geht, kurz ein Update in der für die Nationalmannschaft eminent wichtigen T-Frage: Wer fährt als dritter Torwart zur EM?

Manuel Neuer: Sensationelle (und in diesem Fall ist dieses Adjektiv mehr als angebracht) Paraden bringen Schalke in Porto eine Runde weiter. Neuer legt die Latte, an der er in Zukunft gemessen werden wird, verdammt hoch. Verdient hätte er die EM-Nominierung allemal.

René Adler: Solide Partie in der bundesligainternen Uefa-Cup-Partie gegen den HSV (hatte irgendwie was Surreales), musste nicht groß eingreifen, machte einen sicheren Eindruck. Adler momentan knapp hinter dem Schalker.

Frank Rost: Ein Patzer bei einer Flanke, den Chancentod Gekas (natürlich) nicht zum 1:0 nutzte. Wenige später traf der Grieche dann doch, was Rost eigentlich nochmehr ärgern muss, als die Tatsache, dass er bei diesem Treffer einen ziemlich lustlosen Eindruck machte. Nur noch Platz 3 hinter den jungen Wilden.

Robert Enke: Hat nicht gespielt, aber nur nett sein reicht eben nicht. Außer Berti Vogts wäre Nationaltrainer. Ist er aber nicht. Pech für Enke.

Tim Wiese: Steht eigentlich ja gar nicht auf Jogis Liste, wäre nach dem heutigen Spiel in Glasgow, wenn man den Worten von dogfood glaubt (übertragen wurde es ja nicht), aber ohnehin mit einem dicken fetten roten Strich versehen worden. Und zwar nicht unter, sondern auf seinem Namen. Schade, vor allem für Werder.

Jens Lehmann: Kraulte sich auf der Arsenal-Bank die Eier den regelmäßig gestutzten Bart. Vielleicht sollte er sich so einen wie Almunia zulegen. Oder sich seine Schusstechnik abgucken… (Merke: Knapp vorbei, is eben auch daneben!).