Posts Tagged ‘Hoeneß’

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Illustre Truppe

18. Mai 2008

Dieter Hoeneß hat wirklich schon eine Menge versucht, um Hertha BSC ein positives Profil zu geben. Seit Mitte der 90er ist der Bruder von Bayerns Uli nun schon beim deutschen Hauptstadtklub, mit der Meisterschale durchs Brandenburger Tor gefahren ist er allerdings immer noch nicht und über die Grenzen von Brandenburg interessiert sich auch weiterhin kaum jemand für die Blau-Weißen. Innerhalb dieser Grenzen hat man es bei Hertha schon mehrfach mit groß aufgezogenen Werbeaktionen versucht. Trotzdem sinken die Zuschauerzahlen und auch die Identifikation mit dem Verein will sich bei den Berlinern nicht so recht einstellen.

Was also tun? Die Frage muss sich Dieter Hoeneß irgendwann in dieser Saison gestellt haben. Werbung hat nicht funktioniert. Jugend-Förderung hat zwar Geld und Anerkennung beim DFB gebracht, aber eben nicht die richtige Konsequenz gehabt. Die Berliner finden Hertha einfach nicht cool.

Hoeneß war verzweifelt, doch als Schalke 04 in der Winterpause einen scheinbar spektakulären Transfer vermeldete, ging dem Manager ein Licht auf. Wenn die Mannschaft schon nicht so spielt, wie der FC Barcelona, Manchester United oder Inter Mailand, dann könnte man ja wenigstens Spieler kaufen, die danach klingen. Bei Schalke hat das schließlich auch funktioniert, die Königsblauen spielen nächstes Jahr dort, wo Hertha gerne mal wieder hinmöchte: In der Champions League (auch wenn Ze Roberto daran so gut wie keinen Anteil hatte).

Also machte sich Hoeneß auf die Suche und traf in seiner Datenbank auf einen gewissen Kaká. Das wäre ein Coup, dachte er sich und nahm Kontakt auf. Das reichte aber noch nicht. „Hertha holt Kaká“ ist schon eine Interesse weckende Schlagzeile, aber wie wäre es denn wenn Hertha nach Kaká auch nocht Etto(‚o) holen würde? Das wäre doch weltmännisch, das hätte Flair. Kaká haben die Berliner mittlerweile verpflichtet, Etto soll kurz vor der Unterschrift stehen. Auch die dritte Neuverpflichtung, Maximilian Nicu, klingt ja wie Micoud. Und Marc Stein (Transfer Nr. Vier) wurde ja schon vor Hoeneß‘ Idee geholt.

Der Plan könnte aufgehen, wenn Hertha sich auch weiterhin daran hält. Ich hab dem Manager mal ein bisschen die Arbeit abgenommen und ein paar mögliche Kandidaten rausgesucht.

Tor:

Marek Cech, Tscheche, 32 Jahre alt, spielt in Vladivostok, kostet 750.000 € und heißt wie Chelseas Torwart Peter Cech

Abwehr: 

Anton Ferdinand, Brite, 23 Jahre alt, spielt bei West Ham United, kostet 4.000.000 € und heißt wie Manchester Uniteds Verteidiger Rio Ferdinand.

Paolo Cannavaro, Italiener, 26 Jahre alt, spielt beim SSC Neapel kostet 7.000.000 € und heißt nicht nur so wie Real Madrids Weltmeister Fabio, sondern ist auch sein Bruder.

Leandro Vieira, Brasilianer, 29 Jahre alt, spielt beim FC Thun, kostet 250.000 € und heißt wie Inter Mailands Patrick Vieira.

Malte Metzelder, Deutscher, 26 Jahre alt, spielt beim 2.Liga-Aufsteiger FC Ingolstadt, kostet 175.000 € und heißt nicht nur so wie Real Madrids deutscher Verteidiger Christoph, sondern ist auch sein Bruder.

Mittelfeld: 

Dani Carvalho, Brasilianer, 25 Jahre alt, spielt bei ZSKA Moskau, kostet 7.400.000 € und heißt wie Chelseas Defensiv-Spezialist Ricardo Carvalho.

Kweku Essien, Ghanaer, 23 Jahre alt, spielt beim FC Maamobi, kostet 100.000 € und heißt wie Chelseas Defensiv-Spezialist Michael Essien. War auch schonmal beim Probetraining bei Hertha.

Mariano Torres, Argentinier, 21 Jahre alt, spielt beim Linzer ASK, kostet 200.000 € und heißt wie Liverpools Top-Stürmer Fernando Torres.

Björn Helge Riise, Norweger, 24 Jahre alt, spielt bei Lilleström SK, kostet 600.000 € und heißt wie Liverpools Mittelfeldspieler John Arne Riise.

Jens Robben, Deutscher, 25 Jahre alt, spielt bei RW Oberhausen, kostet 150.000 € und heißt wie Real Madrids Außenstürmer Arjen Robben.

Sturm:

Adriano, Brasilianer, 29 Jahre alt, spielt beim FC Porto, kostet 3.000.000 € und heißt wie der ehemalige Stürmer von Inter Mailand, der jetzt beim FC Sao Paulo in Brasilien spielt.

Also Dieter, los geht’s!

Quelle der Tranfersummen: www.transfermarkt.de

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Gebt ihm das Geld

11. Februar 2008

Neun Tore stehen auf seinem Konto. Neun Tore, von denen sieben unmittelbar zum Sieg für Hertha BSC beitrugen. Das ist Platz Zwei in der Torschützenliste. Marko Pantelic hat den Berlinern 15 Punkte fast im Alleingang verschafft. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn oftmals waren Pantelic‘ Vorstöße die einzigen im gesamten Spiel. 15 Punkte! Nach 19 Spieltagen hat Hertha ganze 23…

Der Serbe ist „Herthas Lebensversicherung“, wie man immer wieder liest, wenn es um den wichtigsten Spieler der Hertha geht. Nicht Arne Friedrich, auch nicht Josip Simunic, sonder ohne Wenn und Aber Marko Pantelic. Der Rechtsfuß ist im Moment die einzige unberechenbare Komponente im Spiel der Mannschaft von Lucien Favre. Das war übrigens schon in der letzten Saison der Fall.

Marko Pantelic verdient bei Hertha BSC 1,5 Millionen Euro im Jahr. Das ist viel Geld für einen Ottonormalverbraucher, für den langmähnigen Stürmer ist es zu wenig. Er will mehr Geld, sonst ist er weg. Das ist die Botschaft, die seit einem halben Jahr sein Presseboykott überbringt und die sein Berater nun auch immer offener ausspricht. Pantelic spielt Fußball für 1,5 Millionen Euro. Wenn er zudem auch noch der Verein in der Öffentlichkeit repräsentieren und als Führungsspieler vorangehen soll, muss Hertha einen gehörigen Betrag oben drauf legen.

Der beste Torschütze der Herthaner will sich in die Riege der Topverdiener bei Hertha einreihen und wie z.B. Arne Friedrich drei Millionen Euro verdienen. Dass der Verein knapp bei Kasse ist, interessiert ihn dabei nicht. Und das völlig zurecht. Manager Dieter Hoeneß verpflichtet einen Spieler nach dem anderen, das Gehaltsbudget sinkt immer weiter und der beste Herthaner seit Marcelinho wird nicht ansprechend gewürdigt.

Natürlich gibt es dafür Gründe. Exakt vor einem Jahr forderte Pantelic schon einmal eine Aufstockung seines Gehalts. Doch im Gegensatz zu heute brach seine Leistung antiproportional zu seinen Forderungen ein. Pantelic hatte keine Argumente. Die hat er jetzt und Hertha würde gut daran tun, mit ihm oder seinem Berater zu sprechen. Denn wenn ein Marko Pantelic etwas ist, dann stolz. Und wenn ihm englische Vereine Honig ums Maul schmieren, dann ist er schneller weg, als Dieter Hoeneß „drei Millionen Euro“ sagen kann. Und wer soll dann Herthas Tore schießen?

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Klinsmann 2.0

12. Januar 2008

Nicht Hiddink, nicht Lippi und auch nicht Mourinho. Der Nachfolger von Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld ist ein alter bekannter Unbekannter. Bekannt in der ganzen Welt als Autor des Sommermärchens der deutschen Nationalmannschaft. Unbekannt in der Welt des Vereinsfußballs. Jürgen Klinsmann ist eine gefährliche Lösung des Trainerproblems beim deutschen Rekordmeister. Er kostet dem Vernehmen nach nicht nur unglaublich viel Geld – im Gespräch sind 8 (in Worten: acht) Millionen Euro pro Jahr – und bringt viele zusätzliche Leute mit, die ebenfalls nicht kostenlos arbeiten werden. Er wird beim Rekordmeister auch viele althergebrachte Traditionen brechen. Und das mag man in Bayern – traditionell – gar nicht.

Wenn man die Führungspersonen aus München hört, könnte man denken, dass sie genau das gesucht haben. Jemanden, der den Laden mal so richtig aufräumt und damit genausoviel Erfolg hat, wie bei der Nationalmannschaft. Leider haben sie in München nicht genau hingeschaut, denn Klinsmann wurde mit der Nationalmannschaft bei der WM „nur“ Dritter. Das kann er sich in München ab sofort nicht mehr leisten. Genauso wenig diesen Umgangston, mit dem er seine Mannschaft zu motivieren gedachte. Man stelle sich vor: Champions League Viertelfinale. Bayern gegen den AC Mailand. Nach einem 0:0 im Hinspiel bereitet Klinsi seine Bayern auf das Rückspiel mit einer Ansprache vor, die nicht allen gefällt…“Wir haben ein Ziel und das lassen wir uns nicht nehmen…schon gar nicht von diesen Scheiß-Italienern.“ Daraufhin kündigt Luca Toni genauso seinen Vertrag, wie es Franck Ribery und Willy Sagnol nach dem Weiterkommen im Achtelfinale gegen Olympique Marseille getan haben. Im Finale unterliegen die Bayern dann dem FC Porto, die mit dem neuen alten Coach Jose Mourinho erfolgreich sind.

Das sind natürlich alles Spielereien und Klinsmann wird seine Form der Ansprache finden, die keine Nationen herunterbuttert. Die Frage wird trotzdem sein, wie es Klinsmann schafft, diese mit starken Persönlichkeiten gespickte Mannschaft zu einer Gemeinschaft zu machen und sie dazu zu bringen, seine Methoden mitzumachen und auch zu tragen, wenn es mal nicht läuft. Wenn ein Edeltechniker wie eben Ribery zum 100sten Mal ans Deuser-Band muss um seinen Antritt noch schneller und dynamischer zu machen, wie es der amerikanische Spezialist ihm befiehlt. Klinsmann muss sich entwickeln. Von Version 1.0, die für die Nationalmannschaft genau das richtige war, zur Version 2.0: Der Bundesliga-Version.

Die deutschen Nationalspieler in Diensten der Bayern werden die Neuverpflichtung indes mit einem siegesgewissen Lächeln aufgenommen haben. Poldi, Schweini und Lahm werden nun nicht nur in der Nationalmannschaft überragende Leistungen bringen, sondern auch im Verein. Wenn das System Klinsmann auch auf Vereinsniveau funktioniert, wäre das übrigens der Tod für die Herren Neururer, Funkel und Co., die „diese Methoden“ im Vorfeld der WM kritisierten und sich vor allem bockig wegdrehten, als es hieß, sie würden altmodisch trainieren.

Jürgen Klinsmann wird die Bundesliga auf alle Fälle bereichern. Ich persönlich hätte trotzdem lieber Mourinho gesehen…

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Dieter lernt es nicht mehr

27. November 2007

Mitgliederversammlung von Hertha BSC. Wie immer im Internationalen Kongresszentrum von Berlin und damit außerhalb meines Hörbereichs. Zum Glück gibt es aber den Kicker, der am Montag gleich auf drei MV’s zugegen war. Sowohl Hertha, als auch Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt stellten sich ihren Mitgliedern (und Aktionären). Dass der Kicker am nächsten Morgen den Berliner Manager auf seiner Startseite präsentiert, ist da schon etwas verwunderlich. Was ist also passiert?

Dieter Hoeneß hat mal wieder zugeschlagen. Oder soll man sagen, es ist mal wieder mit ihm durchgegangen? Der folgende Satz stammt von ihm und sollte er so gefallen sein (einzige Quelle dafür ist momentan der Kicker), muss man fragen, ob da nicht das ein oder andere Bier zuviel getrunken wurde, bevor der exzentrische Vorsitzende der Geschäftsführung ans Rednerpult trat:

„Wir werden in zwei Jahren wieder unter den ersten Drei der Bundesliga sein“

Wie bitte? Ist das die Essenz aus den 800.000 Euro Gewinn im letzten Geschäftsjahr? Oder aus der bisher respektablen Saison? Ich weiß es nicht. Aber solch ein Satz wird in der Öffentlichkeit, wie auch bei mir, nichts als Kopfschütteln auslösen und das Bild der Hertha und von Dieter Hoeneß mal wieder bestätigen. Größenwahn herrscht vor in der Hauptstadt und wird genauso belächelt, wie wenn der Wolfsburger Spielmacher Marcelinho vom Titelgewinn spricht.

Er wird es wohl nicht mehr lernen, der Dieter, bevor 2010 wohl seine Ära in Berlin endet. Für die Hoeneß-Kritiker wäre es allerdings sogar wünschenswert, wenn seine mutige Prognose eintritt. Denn wenn nicht, hätte der Manager in Berlin ja noch was zu tun…und würde vermutlich noch ein, zwei Jahre dranhängen.

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Uli räumt auf

14. November 2007

Leider hab ich dieses tolle Plugin zum Einbau von YouTube-Videos noch nicht installiert, deshalb müsst ihr für Uli Hoeneß`Wutrede auf den Link klicken…

Großer Sport…