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Eine Niederlage für die Basis

8. Mai 2008

Das Spiel läuft noch. Der Schiedsrichter wird auf Antrag des Auswärtsteams noch ein bisschen länger spielen lassen. Leider wird das am Ergebnis nichts mehr ändern. Zu klar liegt die Heimmannschaft vorne. Zu deutlich ist diese Niederlage auch von oben gelenkt. Die Chance auf den Sieg, vor dem Spiel eigentlich als hoch eingeschätzt, ist nur noch sehr gering.

Heute, Donnerstag, hat das Landgericht Stuttgart gegen die Internet-Plattform www.hartplatzhelden.de und damit auch gegen den Amateurfußball entschieden. Der Württembergische Fußballverband (WFV) hatte dagegen geklagt, dass die Betreiber der Seite, auf der Amateurfußballer ihre selbstgemachten Videos von eigenen Spielen hochladen konnten, mit dem Bereitstellen der Portals und dem Ziel damit Geld zu verdienen gegen seine Urheberrechte verstoße. Das kann man eigentlich nicht verstehen, denn kein Fußballverband hat bisher auch nur daran gedacht, die unter seiner Flagge ausgerichteten Spiele zu filmen und auf einer Plattform der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hartplatzhelden ist ein Portal von und für die Basis. Beim WFV ist man allerdings der Meinung, dass die Basis dem Verband gehört. Eine interessante Interpretation.

Der WFV, in Person von Frank Thumm, dem Leiter der Rechtsabteilung beim WFV, argumentiert nicht in Richtung der Fußballer, sondern ausschließlich gegen die Betreiber der Seite. Man wolle nicht die Fußballfans belangen, sondern nur die, die damit Geld verdienen. Aha! Wer schließlich für die württembergischen Fußballvereine den Spielbetrieb organisiere, dem stünde auch das Recht auf die Vermarktung der Veranstaltungen zu. Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Es geht – natürlich – um Geld. Der WFV ist, wie so oft, seiner Zeit weit hinterher. Es wäre seine Aufgabe gewesen, ein Portal wie hartplatzhelden.de zu eröffnen. Er hat diese Entwicklung verschlafen und klagt nun sein – meiner Ansicht nach nicht vorhandenes – Recht ein. Dass ist ein bisschen so, als würde das US-Verteidigungsministerum, das das Internet erfand, jetzt gegen Google klagen würde, weil ihm diese geniale Suchmaschine nicht zuerst eingefallen ist

Wie lächerlich der WFV argumentiert, zeigt ein Beispielfall. Filmt ein Vater seinen Sohn auf einem Platz des WFV und stellt das Video danach bei Youtube online, um es den Verwandten im fernen In- oder Ausland zu zeigen, verstößt er, nach der aktuellen Rechtsprechung gegen die Urheberrechte des WFV. Thumm sagt, dass man dagegen nicht vorgehen werde, weil man ja, wie bereits erwähnt, nur die Geldverdiener belangen wolle. Was ist die Konsequenz? Der WFV müsste sich mit Youtube anlegen! Viel Erfolg dabei…

Die Einleitung ließ es aber schon erahnen, das Spiel ist noch nicht vorbei. Hartplatzhelden.de wird in Berufung gehen, auch wenn die Aussichten nach dem ersten Urteil eher schlecht stehen. Doch vielleicht stellt sich ja in der nächsten Instanz ein Richter als Freizeitfußballer und nicht als Obrigkeitsgehöriger heraus. Das könnte das Spiel in der Nachspielzeit doch noch drehen.

Und bitte auf keinen Fall vergessen euch in die Solidaritäts-Liste einzutragen: HIER!

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One comment

  1. jaja kabinenpredigt.

    schreib doch mal was nettes über deine ex-trainer beim geilen frauenfußballclub um steffi hundertmark-niemals-euro in hohen neuendorf.

    greetz from charizz



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