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Punkten…für den Klassenerhalt!

12. April 2008

Hertha heute also in Bochum. Und ohne unken zu wollen, gebe ich heute mal uneingeschränkt der Bild-Zeitung recht. Es wird das schwerste, wohl aber auch eines der wichtigsten Spiele von Lucien Favre. Die Stürmer Marko Pantelic und Raffael, sowie Steve von Bergen fallen sicher aus. Das sind drei Stammspieler, die der qualitativ dünne Kader von Hertha nicht ersetzen kann. Gegen Bremen beim 1:2 war sehr gut zu sehen, dass sowohl Solomon Okoronkwo, vor allem aber André Lima grundsätzlich das Potential besitzen, um sich gegen die Abwehrreihen der Bundesliga durchzusetzen. Man hat allerdings auch gesehen, dass die beiden überhaupt nicht zusammen spielen konnten. Gute Kontermöglichkeiten scheiterten gegen Werder immer wieder wegen eigensinnigen Dribblings oder katastrophalen Fehlpässen.

In der Abwehr ist der Ausfall von Steve von Bergen aber genauso wenig zu verkraften. Als der Schweizer im Spiel bei Energie Cottbus (1:2) vorzeitig vom Platz musste, führte Hertha noch mit 1:0 und es sah nicht danach aus, als könnten die Cottbuser die Hertha-Abwehr in Bedrängnis bringen. Durch von Bergens Verletzung jedoch musste Gojko Kacar, normalerweise im defensiven Mittelfeld beheimatet, in die Abwehrreihe rücken. Da fehlte es dann eindeutig an Eingespieltheit und Vertrauen in den Nebenmann. Vor allem aber fehlt Kacars Kreativität im Mittelfeld. Die konnte weder der zuletzt bärenstarke Mineiro, noch der langsam wieder abbauende Lustenberger und auch nicht (der nun ohnehin verletzte) Raffael ersetzen. Das Resultat waren zwei Treffer von Erwin Skela und die erneute Niederlage in Cottbus.

Es ist wahrscheinlich, dass Lucien Favre erneut nicht auf den letzten verbliebenen Abwehrspieler, nämlich den jungen Pascal Bieler, zurückgreift, sondern erneut, wie gegen Bremen, auf die Viererkette setzt. Die dürfte dann mit folgenden Namen besetzt sein: Chahed, Simunic, Friedrich, Skacel. Den Platz, den der letztgenannte Tscheche im Mittelfeld freimacht, bekäme dann Mineiro, der mit Lustenberger, Kacar, Piszczek und dem wieder genesenen Ebert das Mittelfeld bilden dürfte. Vorne stünde dann, ganz alleine, André Lima.

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass Lucien Favre in den letzten Tagen ein bisschen Malik Fathi hinterhertrauert. Der zweimalige Nationalspieler könnte das Loch, das Steve von Bergen hinterlässt, stopfen und Hertha so wieder mit der Dreierkette auflaufen, mit der die Mannschaft zu Rückrundenbeginn sechs Spiele ohne Niederlage blieb. Doch Fathi spielt und trainiert mittlerweile in Moskau. Die vier Millionen Euro Ablöse liegen auf Herthas Transferkonto und warten darauf, in neue Spieler investiert zu werden. Wenn Hertha gegen Bochum nicht punktet, könnte es allerdings sein, dass diese vier Millionen viel mehr wert sind, als es zunächst den Anschein hat. Denn das Restprogramm der Berliner ist alles andere als einfach und bei derzeit nur sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone, kann es (z.B. durch Niederlagen gegen den HSV, in Leverkusen und in München) ganz schnell ganz eng werden. Gegen Bochum, wie auch in Hannover, gegen den KSC und den 1. FC Nürnberg entscheidet sich Herthas Zukunft. Sollte die Mannschaft diese Spiele, aus welchen Gründen auch immer – Pech, Unvermögen, noch mehr Verletzungen oder Sperren usw. – verlieren, dann werden Fathis vier Millionen möglicherweise gebraucht, um die Lizenz für die Zweite Liga zu sichern. Bei immer noch über 30 Millionen Euro Schulden ein absolutes Horrorszenario.

Es könnte abgewendet werden. Mit einem Sieg in Bochum und dem damit verbundenen Gewinn an Selbstvertrauen. Auf geht’s Hertha. Kämpfen und siegen!

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