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Die Angst vor dem Wochenende

9. Februar 2008

Wenn man wie ich Fan von einem Verein wie Hertha BSC ist, ist es manchmal schwer, sich auf ein Wochenende zu freuen, an dem die Siegeswahrscheinlich so groß ist, wie die Chance in der Vorbereitungszeit einen kompetenten Moderator bei Eurosport zu finden. Man hofft zwar irgendwie immer, dass es doch anders kommt, als man es erwartet, wirklich dran glauben tut man aber nicht. So war es jedenfalls vor dem Spiel der Hertha gegen den VfB Stuttgart.

Nach der Partie sah die Gemütslage dann natürlich ganz anders aus. Hertha siegte 3:1 beim Deutschen Meister und die Vorfreude auf das nächste Spiel zu Hause gegen Arminia Bielefeld ist ins Unermessliche gestiegen. Denn nun hat man ja gesehen, dass die Mannschaft Fußball spielen kann. Und warum sollte sie gegen den Tabellen-15. (Hertha ist Zwölfter) in den Trott vom ersten Spieltag nach der Rückrunde gegen Frankfurt (0:3) zurückfallen? Warum? Vielleicht weil Hertha eben Hertha ist…

Es ist wirklich nicht leicht diese Hertha 2008 einzuschätzen. Denn der VfB ist, das hat man schon in der Vorwoche beim 1:4 gegen Schalke sehen können, noch nicht in Bundesliga-Form. Trotzdem muss man im Gottlieb-Daimler-Stadion auch erstmal drei Tore schießen. Was Hertha ohne Marko Pantelic wäre, will ich lieber gar nicht fragen. Aber man hat gesehen, dass man einem wie ihn niemals so viel Freiraum geben darf. Wenn der Serbe Platz hat, macht er was draus und wenn er zweimal Platz hat, dann auch zweimal.

Die Frage, ob Hertha auch ohne Pantelic in Stuttgart gewonnen hätte, brauch aber nicht gestellt zu werden, denn niemand fragt nach einem starken Diego-Auftritt in Bremen was gewesen wäre, wenn der Brasilianer nicht gespielt hätte. Pantelic ist Herthas Diego. Dass Herthas Winterneuzugang und Favres Wunschspieler Raffael diesen Platz vielleicht mal einnehmen könnte, hat er heute in Ansätzen gezeigt. Die Kaltschnäuzigkeit beim 3:1 war erstklassig, sein sonstiger Auftritt solide.

In Stuttgart hat bei Hertha ausnahmsweise mal alles geklappt. Dass sogar Mineiro, der sonst eher fürs Grobe zuständig ist, einen Zauberpass (zum 3:1) spielen, dass Patrick Ebert seine Fehlpassquote und seine überhasteten Aktionen stark heruntergefahren und dass Fabian Lustenberger selbst mit seinen 19 Jahren schon ein wichtiger Mann für Hertha sein kann, macht Mut für die kommenden Spiele. Niemals aber dürfen sich die Spieler, der Trainer oder sonst irgendwer bei Hertha jetzt zufrieden zurücklehnen. Denn nur wenn die Mannschaft die gezeigte Leistung in der nächsten Woche bestätigt und weitere drei Punkte nachlegt, werde ich auch wieder optimistisch auf das Wochenende warten und nicht bei allen auf dem Papier stärkeren Gegnern kleinlaut dasitzen und hoffen, dass es kein Debakel gibt.

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