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Er kann auch mal einen halten…

26. September 2007

Was macht eigentlich einen guten Torwart aus? Klar, er sollte ein souveränes Auftreten haben, seiner Mannschaft Sicherheit geben und – natürlich – auch mal einen Ball halten. Oliver Kahn hat letzteres zur Perfektion gebracht und auch die anderen Dinge, in besten Zeiten, beherrscht. Jens Lehmann tritt meist souverän auf, hält auch sehr gut, aber ob sich die Arsenal-Abwehr bei ihm immer sicher fühlt?

Es gibt Torhüter, da hält man als Fan automatisch die Luft an, wenn ein Rückpass in Richtung eigenes Tor gespielt wird. Das war spaßig, als bei Hertha zum Beispiel noch Gabor Kiraly im Tor stand, weil man immer etwas Besonderes erwartet hat. Bei Christian Fiedler spielte – Schande über mich – manchmal der Wunsch mit, er möchte doch einen Fehler machen, damit sich sein Kollege mal versuchen kann (egal, ob der nun Tremmel oder Ellegaard hieß). Fiedler machte selten Fehler und wäre er statt 1,80m sagen wir 1,87m und wäre bei Ecken und Freistößen auch mal aus seinem Tor gekommen, wir hätten gute Freunde werden können.

Er tat das aber nicht und deshalb war ich froh, als Hertha Anfang dieser Saison mit Jaroslav Drobny einen 1,92-Hühnen verpflichtet hat. Der würde die Flanken schon wegfischen und auf der Linie, das hat Drobny in dem halben Jahr in Bochum bewiesen, ist er auch kein schlechter. Ersteres bewies er schon in den Vorbereitungsspielen, als Hertha noch keinen Lima, keinen Grahn und keinen von Bergen eingekauft hatte. Da wirkte Herthas Abwehr oft hilflos und vor allem: körperlich unterlegen. Drobny ragte heraus und holte sich die hohen Bälle, die in seinen Strafraum flogen. Es folgte der Saisonstart in Unterhaching. Die erste DFB-Pokalrunde überstand Hertha dank eines überragenden Drobny, der damit bewies, dass er auch die zweite Eigenschaft, die ich von ihm erwartete, beherrscht. Er hielt nicht nur einen Elfmeter, sondern auch sonst alles, was in Richtung seines Tores flog.

Mittlerweile sind sieben Spieltage vorbei und ich beginne mich zu fragen, ob der Tscheche im Hertha-Tor entweder sein ganzes Können in Unterhaching vergessen hat oder schlichtweg eine Sternstunde hatte, die sich jetzt partout nicht wiederholen will. Denn wenn man sich die ersten sieben Spiele anschaut, in denen Hertha nicht einmal zu Null spielen konnte, dann kommt man schon ins Grübeln. Jeder, und wer sich die Spiele noch einmal ansehen will, kann dies für kleines Geld (Werbung muss sein) bei Hertha-TV tun, jeder, der sich die Gegentore noch einmal anschaut wird eine Deckungsgleichheit bemerken. Einen Jaroslav Drobny der einen Schritt zum Ball macht, dann hinter ihm herschaut und ihn anschließend aus dem Netz holt.

Natürlich war er nicht an allen Toren schuld, keinesfalls. Aber und dieser Satz gehört zu den Phrasen, die jeder Fan beherrscht: Ein Torwart kann auch mal einen Ball halten. Drobny hat das für Hertha in der Bundesliga bisher noch nicht getan.

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2 Kommentare

  1. http://herthabsc.de/index.php?id=10347


  2. […] und beim ersten Saisonspiel in Unterhaching zementiert wurden, kam nach dem ersten Jahr Unruhe auf. Selbst ich – der nun wirklich kein Fan von Christian Fiedler ist – beteiligte mich daran. Freunde, die mich seit Jahren kannten und meine (nicht immer sachliche) Kritik an der mangelnden […]



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