Getaggte Beiträge ‘Wiese’

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Fußball ist Männersport

Mai 10, 2008

Meine Güte wurde in den letzten Tagen nach dem “Kung-Fu-Tritt” von Tim Wiese auf dem Bremer Torwart rumgehackt. Exemplarisch hierfür der Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau, die ihn zum Bruce Lee Bremens kürte. Ich bitte darum, mir nicht böse zu sein, aber diese Verurteilungen sind von so absolutem Schwachsinn, wie ich ihn selten gesehen habe.

Ja, die Aktion war unglücklich. Ja, man hätte auch die Rote Karte geben können. Und ja, Wiese hat es danach mit seinen Äußerungen (”Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass ich zuerst den Ball treffe”) nicht besser gemacht. Aber - und dieses Aber ist an Größe nicht zu überbieten - will ihm da ernsthaft irgendjemand Absicht unterstellen? Wiese kam aus seinem Tor mit dem Ziel, den Ball wegzuschlagen. Er traf ihn nicht richtig und prallte stattdessen mit Ivica Olic zusammen. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass Wieses Stollen die Halsschlagader des Kroaten “nur um Millimeter” verfehlt habe. Ein bisschen mehr Drama bitte…

Tatsache ist, die Gelbe Karte war berechtigt, weil Wiese in dieser Situation nicht letzter Mann war. Tatsache ist auch, Olic hat keine bleibenden Schäden erlitten und wird das nächste Mal vielleicht zweimal überlegen, ob er noch einmal hingeht, wenn ein Torhüter sein Tor verlässt. Denn wenn es darum geht, hat Wiese alles richtig gemacht. Über die Situationen in denen Spieler ihr Bein stehen lassen, wenn ein Torwart sich in den Ball schmeißt, redet überhaupt keiner mehr. Dabei ist das zehnmal gefährlicher. Torhüter haben einen extremen Job. Sie pendeln ständig zwischen Genie und Wahnsinn. Als Oliver Kahn damals mit gestrecktem Bein aus seinem Tor kam und den Dortmunder Spieler nur haarscharf verfehlte (nach 18 Sekunden), gab es einen kurzen Aufschrei, dann schmunzelte man darüber und wenig später war es schon Legende. Der Unterschied? Kahns Aktion war vorsätzlich. Wieses niemals.

Tim Wiese sollte ein bisschen an seiner Außendarstellung arbeiten. Freunde werden er und die Medien ohnehin nicht mehr. Aber mit solchen Aussagen, wie die direkt nach dem Spiel, stellt er sich immer wieder selbst an den Pranger. Hätte er nach dem Spiel gesagt, es tue ihm leid und es war - natürlich - keine Absicht, ich bin mir sicher die Kritik wäre glimpflicher ausgefallen. Doch mit dem reuelosen Statement gab er den Startschuss für die dann folgenden Schmähartikel. Dass er damit umgehen kann, hat er in den letzten Monaten gezeigt. Nach Kritik war er stets besser als vorher, allerdings nur solange, bis er wieder fast ganz oben war, um dann mit einem grandiosen Fehler wieder zurück zu fallen.

Der Weg des Tim Wiese ist einer zwischen den Extremen. Vielleicht braucht er auch diesen Presserummel um seine Person. Vielleicht wollte er den Beobachtern von Manchester United, die ihm jüngst ein Angebot gemacht haben sollen, auch nur zeigen: Sehr her, ich bin hart genug für die Premier League. Aber ganz davon ab, was die Medien danach aus seinem Auftritt gemacht haben, sollte sich der Bremer Keeper einfach mal ein halbes Jahr am Stück nur und ausschließlich auf seine Leistung konzentrieren. Denn dann braucht er solche Auftritte nicht mehr, um im Rampenlicht zu stehen. Die Medien würden ihm auch so genügend Aufmerksamkeit schenken.

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T-Frage

März 6, 2008

Bevor es morgen zum Spiel zweier eher mit begrenztem Talent ausgestatteter Torhüter geht, kurz ein Update in der für die Nationalmannschaft eminent wichtigen T-Frage: Wer fährt als dritter Torwart zur EM?

Manuel Neuer: Sensationelle (und in diesem Fall ist dieses Adjektiv mehr als angebracht) Paraden bringen Schalke in Porto eine Runde weiter. Neuer legt die Latte, an der er in Zukunft gemessen werden wird, verdammt hoch. Verdient hätte er die EM-Nominierung allemal.

René Adler: Solide Partie in der bundesligainternen Uefa-Cup-Partie gegen den HSV (hatte irgendwie was Surreales), musste nicht groß eingreifen, machte einen sicheren Eindruck. Adler momentan knapp hinter dem Schalker.

Frank Rost: Ein Patzer bei einer Flanke, den Chancentod Gekas (natürlich) nicht zum 1:0 nutzte. Wenige später traf der Grieche dann doch, was Rost eigentlich nochmehr ärgern muss, als die Tatsache, dass er bei diesem Treffer einen ziemlich lustlosen Eindruck machte. Nur noch Platz 3 hinter den jungen Wilden.

Robert Enke: Hat nicht gespielt, aber nur nett sein reicht eben nicht. Außer Berti Vogts wäre Nationaltrainer. Ist er aber nicht. Pech für Enke.

Tim Wiese: Steht eigentlich ja gar nicht auf Jogis Liste, wäre nach dem heutigen Spiel in Glasgow, wenn man den Worten von dogfood glaubt (übertragen wurde es ja nicht), aber ohnehin mit einem dicken fetten roten Strich versehen worden. Und zwar nicht unter, sondern auf seinem Namen. Schade, vor allem für Werder.

Jens Lehmann: Kraulte sich auf der Arsenal-Bank die Eier den regelmäßig gestutzten Bart. Vielleicht sollte er sich so einen wie Almunia zulegen. Oder sich seine Schusstechnik abgucken… (Merke: Knapp vorbei, is eben auch daneben!).