Getaggte Beiträge ‘DFB-Pokal’

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Purer Neid

März 18, 2008

Nun hat es der BVB also ins Finale nach Berlin geschafft. Mit einem 3:0 (1:0) gegen den Tabellenletzten der Zweiten Liga: Carl-Zeiss Jena. Die Thüringer hielten eine Hälfte lang gut mit, doch bevor sie, wie zuvor schon gegen Nürnberg, Bielefeld und Stuttgart in der zweiten Halbzeit zum Gegenschlag ausholen konnten, verabschiedete sich Spielmacher Jan Simak per Platzverweis. Das war in der 51. Minute und wenn zu diesem Zeitpunkt nicht längst alles für Dortmund gesprochen hätte (Bundesligist gegen Zweitligist, Heimspiel, alle Dortmunder fit, 1:0-Führung im Rücken), es wäre nun soweit gewesen. Am Ende versetzten Joker Klimowicz in Abstaubermanier und ausnahmsweise mal nicht aus 30 Metern per Traumtor, sondern nach schöner Kombination und aus Nahdistanz, Petric den Jenaern (wie war das mit den Togolesen?) den Todesstoß.

Der Borussia darf man gratulieren und trotzdem bleibt da, natürlich nur außerhalb Dortmunds dieser kleine Nachgeschmack des in dieser Saison fast schon unverschämten Losglücks. Fremde Stadien sahen die Borussen im Pokaljahr 07/08 nämlich nur ein einziges Mal. In Runde Eins beim Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Danach folgte die Heimspielserie gegen Frankfurt, Bremen, Hoffenheim und Jena, bevor nun die Krönung im Berliner Olympiastadion folgen soll.

Borussia-Fans werden mir böse sein, wenn ich den Siegeszug ihres Teams mit dem der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002 vergleiche, aber gewisse Parallelen lassen sich da einfach nicht von der Hand weisen. Denn der BVB spielte keinen berauschenden Fußball (was Platz 13 in der Liga untermauert), und hatte, wie schon erwähnt, das Losglück auf seiner Seite. Außerdem lief auch in den Spielen viel für den Dortmunder Klub, wenn man den verschossenen Elfmeter von Diego und eben den Platzverweis von Jan Simak beachtet. Diese Gründe machen es mir nicht leicht, die Leistung des BVB in diesem Pokaljahr hervorzuheben.

Aber, und dieses Aber ist ein sehr großes, aber wer im Finale steht, hat es eben auch verdient. Das haben wir damals alle gesagt, als wir plötzlich, ohne es wirklich zu verstehen, vor dem Fernseher saßen und Deutschland gegen Brasilien um den WM-Pokal spielte. Da haben auch alle gesagt: Was hatten die für ein Glück bei der Auslosung! Das war schon damals und ist auch heute nichts anderes als purer Neid (den ich mir auch eingestehen musste).

Deshalb gratuliere ich dem BVB von Herzen und freue mich auf ein packendes Pokalfinale (am liebsten gegen Wolfsburg, weil es dann für beide nicht nur um den Titel, sondern auch um den Einzug ins internationale Geschäft geht). Wie es ausgehen wird, haben wir bei der WM gesehen. Und die Wölfe hätten es, sollten sie nach dem KSC, Schalke und dem HSV auch noch die Bayern aus dem Wettbewerb werfen, einfach auch mehr verdient…

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Alles beim Alten

Oktober 31, 2007

Man stelle sich vor, es ist DFB Pokalfinale und Hertha spielt mit. Das wäre doch mal eine tolle Sache. Gab es seit ich lebe auch noch nicht, wenn mal man die Ausnahme der Hertha-Bubis 1993 als Bestätigung der Regel ansieht. Man munkelt mein Berliner - ich traue mich nicht Vorzeigeklub zu schreiben, also belasse ich es bei - Fußballklub sei 1977 und 1979 mal im Finale gewesen, das damals allerdings auch noch nicht im heimischen Olympiastadion ausgetragen wurde. Hertha traf ‘77 auf den 1. FC Köln, trennte sich 1:1-Unentschieden und verlor dann im ein Jahr später abgeschafften Wiederholungsspiel mit 0:1. Zwei Jahre später fehlten den Herthanern vier Minuten bis zum Elfmeterschießen (das sie dann zwar trotzdem verloren hätten, aber man hätte die Niederlage auf das Pech schieben und wenigstens ein bisschen stolz sein können). Doch der Düsseldorfer Wolfgang Seel hatte kein Erbarmen mit der Berliner Seele und erzielte in der 116. Spielminute das 1:0 für die Fortuna (nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden). Soviel dazu.

Seit 1985 wird das Pokalfinale nun schon im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Mit Ausnahme der Zeit von ‘86 bis ‘88, in denen Hertha wegen zu weniger Zuschauer im Poststadion spielte, ist die knapp 75.000 Zuschauer fassende Schüssel seit 1963 die Heimstätte der Berliner. Was läge also näher, als ein Pokalfinale mal im eigenen Stadion austragen zu können? Da ist es schon bezeichnend, dass die Amateure von Hertha im Finale von 1993 gegen Leverkusen, wenn man Berlin als Ort mal ausklammert, örtlich ein Auswärtsspiel hatte. Denn die heutige U23 trug ihre Heimspiele “im Wedding” an der Osloer Straße aus und “musste” deshalb ins Olympiastadion umziehen (wo sie, das muss fairerweise gesagt werden, bereits das Halbfinale gegen den Chemnitzer FC vor 55.000 Zuschauern austrugen).

Dort fanden sich erwartungsgemäß fast 77.000 zum größten Teil Berliner Zuschauer ein, um die größte Sensation im deutschen Pokal zu erleben. Diese Aufmerksamkeit hatte Hertha seit den 70er Jahren nicht mehr erlebt. Die “Bubis” kämpften und gaben alles, doch als Ulf Kirsten in der 77. Minute das 1:0 für den Bundesligisten erzielte, war keine Kraft mehr da für einen Gegenschlag. So endete auch dieses - dritte - Hertha-Finale mit 0:1. Hertha und der DFB-Pokal, das scheint einfach nicht zu passen. Denn anders ist es einfach nicht zuerklären, dass der Klub seit 22 Jahren nur zuschauen darf, wenn der goldene Pokal mit den hässlich grünen Steinen an den Seiten überreicht wird.

Hab ich das Ergebnis von gestern schon erwähnt? Muss ich auch nicht. Entscheidend ist, dass Hertha am 19. April 2008 wieder nur vor dem Fernseher sitzt.