Getaggte Beiträge ‘Bundesliga’

h1

Live-Blogging

Mai 17, 2008

Unter dem Link könnt ihr meinen Live-Blog von der zweiten Halbzeit des letzten Bundesligaspieltages noch einmal verfolgen. Wenn ihr ganz nach unten scrollt findet ihr mein Bundesliga-Fazit von dieser Saison.

KLICK MICH!!!

h1

Gratulation an die Bayern

Mai 4, 2008

Mit einem 0:0 in Wolfsburg Deutscher Meister zu werden, hat natürlich nicht mal den Hauch von Stil. Trotzdem gibt es von mir die besten Wünsche für den FC Bayern, der im nächsten Jahr hoffentlich die Champions League aufmischt. Damit niemand vergisst, dass die Bayern auch mit Stil den Titel holen können, hier nochmal die legendären “4 Minuten im Mai”. Gänsehaut pur!

(Hier gibts die nicht minder Gänsehaut hervorrufende Langfassung)

Ach ja, Real Madrid hat es am Sonntagabend besser gemacht. Nach dem 0:1-Rückstand sieben Minuten vor Schluss in Osasuna, drehten Robben und Higuain das Spiel kurz vor Schluss noch und machten Real so vorzeitig zum spanischen Meister. SO geht das!

h1

Lasst Koller leben

Mai 4, 2008

Jan Koller feierte mit den Fans. Er ließ sein getauschtes Trikot fallen, hob die Arme in die Höhe und applaudierte ihnen. Eine Welle, noch eine und noch eine. Die Dortmunder Südtribüne feierte ihren Helden.

Das Problem? Jan Koller spielt bereits seit fast drei Spielzeiten nicht mehr beim BVB. Von 2002 bis 2006 spielte der Tscheche im schwarz-gelben Trikot und erzielte in dieser Zeit ganze 59 Treffer. Im WM-Jahr wechselte Koller nach Monaco, wurde dort überhaupt nicht glücklich und kehrte zu Beginn diesen Jahres zum 1. FC Nürnberg in die Bundesliga zurück. In elf Spielen hat Koller dort bisher zweimal getroffen. Wirklich zufrieden ist das Nürnberger Publikum mit dem Zwei-Meter-Riesen nicht. 

Am vergangenen Freitag jedoch wurde aus Unzufriedenheit blanker Hass. Als Koller sich, wie beschrieben, von der Dortmunder Südtribüne feiern ließ und danach mit feuchten Augen zu seinem eigenen, dem Nürnberger Block ging, rasteten die Fans aus. Ausgestreckte Mittelfinger waren noch das mildeste Zeichen der Abneigung. Das “Kopf-ab”-Zeichen, dass man sonst nur aus Kinofilmen oder von Gerald Asamoah kennt, war ebenfalls zu sehen. Der Tscheche war zunächst nur irritiert, verbeugte sich dann als Entschuldigung und drehte schließlich enttäuscht ab. Auf dem Weg zum Kabinengang entfuhr ihm dann das, was dem ganzen dann leider die unrühmliche Krone aufsetzt: “Fucking Nürnberg-Fans”.

Im Nürnberger Fanforum geht es seitdem nachvollziehbarer Weise hoch her. Nach einer Entschuldigung Kollers glätten sich die Wogen zwar, doch wirklich rehabilitieren wird sich Koller wohl nur durch Tore in den letzten drei Spielen, die am Ende bitte schön auch zum Klassenerhalt reichen. Das ist zumindest die Essenz aus dem was der kleine Kreis im DSF-Doppelpass gerade geäußert hat. Waldemar Hartmann sprach von einem “No go”, Claus Strunz von der Bild am Sonntag kann die Nürnberger Fans sogar in der überzogenen Härte der Reaktion verstehen. 

Ich persönlich kann dem überhaupt nicht zustimmen. Klar, Fußball ist ein emotionales Geschäft und bei den Nürnbergern liegen die Nerven blank. Da kommt es nicht gut an, wenn ein Spieler der eigenen Mannschaft mit den Fans der anderen ein 0:0 feiert. Aber genau darum ging es Koller in diesem Moment ja gar nicht. Er war einfach nur glücklich über die positiven Reaktionen der Dortmund-Fans und wollte ihnen dafür etwas zurückgeben. Die LaOla-Welle hätte er sich natürlich sparen können, aber es zeigt einfach nur, dass da einer mit Herz bei der Sache ist und eben nicht ständig die Benimmregeln der Vereine durchdekliniert.

Spieler wie Jan Koller, denen die Reaktion der Fans so ans Herz geht, gibt es nicht mehr viele in der Bundesliga. Das beste Beispiel dafür ist Herthas Joe Simunic, der unlängst den Satz geäußert hat: „Es gibt so viele Leute, für die Hertha das ganze Leben bedeutet. Die tun mir leid. Die werden verarscht.“ Darüber sollte man diskutieren. Und nicht über einen Fußballer, der von seinen Gefühlen übermannt, mit den (in diesem Moment) falschen Fans feiert. Meinen Respekt hat er.

h1

Der Stein rollt…

April 28, 2008

Ivan Klasnic sitzt bei Reinhold Beckmann. Das Thema ist von großer Bedeutung: Es geht um die angeblich fehlerhafte Diagnose des Nierenleidens des Kroaten. Links neben ihm seine Frau, deren zynische Kommentare die ansonsten sachliche Gesprächsatmosphäre unterlaufen. Beckmann sitzt Klasnic gegenüber und stellt bemerkenswert gute Fragen. Zum Beispiel diese: 

Ivan, sie als Profisportler haben ja auch eine gewisse Eigenverantwortung für ihren Körper. Haben sie sich denn selbst nie gefragt, wo ihre Probleme herkommen?

Klasnic bleibt in diesen Momenten ruhig. Wenn er eine Diagnose vom Arzt bekomme, dann glaube er dieser im Normalfall auch. Der genesene Kroate antwortet in einer Weise die signalisiert, dass er mit dem Thema zumindest emotional abgeschlossen hat. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau. Diese freut sich nicht nur immer wieder “dass er lebt”, sondern kann sich auch Sticheleien gegenüber den Bremer Offiziellen nicht verkneifen. Vor allem die herzlose Art und Weise von Bremens Manager Klaus Allofs stößt ihr sauer auf. Er habe sie als Spielerfrau bezeichnet, die eben so denken müsse. Das Gespräch driftet in die Unsachlichkeit.

Doch Beckmann reagiert, bricht ab und führt es in die medizinische Richtung. Das Thema Doping im Fußball wird gestreift und die Frage gestellt, ob es im Profigeschäft Alltag sei, dass Spieler Medikamente einnehmen. Klasnic will darauf nicht so recht antworten, in großen Lettern steht das imaginäre Wort Ehrenkodex über seinem Kopf. Doch seine Frau interessiert sich dafür nicht: 

Herr Beckmann, wenn ich davon gewusst hätte, was er täglich genommen hat, dann hätte ich eingegriffen!

Was dramatisch klingt, gehört in der Bundesliga tatsächlich zum Alltag. Fußballer nehmen Schmerzmittel und lassen sich “fit spritzen”. Das weiß die Öffentlichkeit. Doch, und das ist der eigentliche Skandal: Niemand stört sich daran. Völlig zu recht prangert der Gutachter (dessen Name mir jetzt leider entfallen ist), der die Klage von Klasnic unterstützt, an, dass in den Medien (sogar in der Sportschau) über “einen Herrn Pantelic” berichtet wird, der unter der Woche 30 Spritzen bekommen habe, um am Wochenende spielen zu können. Jeder hat es gelesen, niemand regt sich darüber auch. Das ist Alltag im Fußballgeschäft.

Ivan Klasnic will das nicht mehr. Er sagt, als junger Spieler will man immer nur Fußball spielen, Fußball spielen, Fußball spielen. Aber, und dieser Satz fällt zum Ende öfter, jeder muss wissen, was er seinem Körper zumuten will. Beckmann stellt dem anwesenden Arzt in diesem Zusammenhang die provokanteste (und völlig berechtigte) Frage des Tages;

Ist das Doping?

Doch der Gefallen wird dem ehemaligen Chef von “Ran” nicht getan. Da müsse man drüber reden, sagt der Arzt. Recht hat er. Der Stein ist ins Rollen gebracht worden. Jetzt ist entscheidend, dass wir darüber reden.

h1

Samstags-Tipps

März 29, 2008

Wenn man schonmal Zeit hat für eine kleine Bundesliga-Vorschau, dann sollte man die auch nutzen. Meine Tipps weichen allerdings ein bisschen von denen des Titans ab…

1. FC Nürnberg - FC Bayern München
Dass der “Club” unter dem neuen Trainer, Thomas von Heesen, immer noch ohne Sieg ist, stimmt nicht gerade optimistisch für einen Erfolg gegen den Tabellenführer. Aber, und das ist der Strohhalm an den sich offensichtlich unterlegene und in der letzten Zeit erfolglose Teams festhalten, jede Serie ist einmal zu Ende. Und warum sollte das gegen Ribery, Toni und Co. nicht gelingen? Nunja, vielleicht weil der Rekordmeister aus der Niederlage in Cottbus gelernt hat und den gleichen Fehler nicht noch einmal machen wird. Wenn die Nürnberger Glück haben, legt Uli Hoeneß bei Ottmar Hitzfeld ein gutes Wort für den Nachbarn aus dem Frankenland ein. Aber selbst dann wird es höchstens für einen Punkt reichen.

Tipp: 1:3

VfL Bochum - Borussia Dortmund
Der VfL ist seit fünf Spielen ungeschlagen, konnte allerdings die letzten drei Spiele nicht gewinnen (1:1). Auch der BVB kennt dieses Ergebnis aus zwei der letzten drei Spiele. Wirklich überzeugt haben die Borussen ja ohnehin nie. Vielleicht liegt es auch daran, dass Thomas Doll im Resümee seiner einjährigen Amtszeit in der Westfälischen Rundschau, den Vergleich zu einer Schülermannschaft zieht: “Wir werden zwar versetzt, waren aber nicht immer auf der Höhe. Da brauchen wir uns nicht in die Tasche zu lügen.” Hat er das sonst etwa getan…?

Tipp: 1:1

SV Werder Bremen - MSV Duisburg
Was ist nur mit Werder los? Drei Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg, wann hat es das zuletzt gegeben? Gefühlt muss das ungefähr zu Zeiten von Aad de Mos gewesen sein. Da kommt der Tabellenletzte aus Duisburg gerade recht zum Aufpolieren des Selbstbewusstseins. Zumal Thomas Schaaf alle Spieler zur Verfügung stehen, er also die Qual der Wahl hat. Ein Schützenfest also? Mitnichten, dafür sind die Bremer zu unsicher. Zum Sieg reicht es aber trotzdem und der schickt Werder zurück in die Spur.

Tipp: 2:1

Karlsruher SC - FC Schalke 04
Die Karlsruher Euphorie hat sich nicht zuletzt nach dem beginnenden Ausverkauf von wichtigen Stützen wie Hajnal und Eggimann gelegt. Zuletzt schien ohnehin die Generalverurteilung von Maik Franz zum unfairsten Spieler aller Zeiten im Vordergrund des Interesses zu stehen. Dass Trainer Ede Becker die Entwicklung weg von den Uefa-Cup-Rängen in die Euphorie-bremsenden Karten spielt, wird in Baden nur unter der Hand gemunkelt. Becker selbst kann sich weiter ins Fäustchen lachen: Der KSC fällt weiter ins Niemandland der Tabelle.

Tipp: 1:3

Hamburger SV - Arminia Bielefeld
Mit Joris Mathijsen, Vincent Kompany, Nigel de Jong und Vadis Odjidja-Ofoe fehlen Huub Stevens Spieler im Gesamtwert von mehr als 30 Millionen Euro. Laut Transfermarkt.de ist der gesamte Kader der Arminia gerade fünf Millionen mehr wert. Das nur als Richtwert. Denn der HSV kann natürlich trotzdem eine schlagkräftige Mannschaft gegen die, gestärkt vom Unentschieden gegen Bremen in der Vorwoche, Bielefelder aufbieten. Allein Rafael van der Vaart (Wert: 23 Millionen Euro), David Jarolim (7 Millionen) und Ivica Olic (8 Millionen) sind einfach zu stark für die Arminia.

Tipp: 4:1

Bayer 04 Leverkusen - Eintracht Frankfurt
Was verbindet die Eintracht mit den Sieben Zwergen? Sie hat genauso viele Verletzte. Preuß, Meier, Mahdavikia, Inamoto, Ljiubicic, Zimmermann, Chris und Chaftar. Das dieses Lazarett keine großen Auswirkungen auf die Leistungen der Mannschaft haben, ist der Einkaufspolitik der Frankfurter zu verdanken. Da sitzt zum Beispiel Vier-Millionen-Mann Caio immer noch auf der Bank und kann sich dabei mit dem zweiten Winter-Neuzugang Mantzios unterhalten (der allerdings nur ausgeliehen ist). Bayer hat diese Probleme nicht. Das Team von Michael Skibbe präsentierte sich selbst bei der Niederlage in München als Einheit und hegt berechtigte Hoffnungen auf die Champions League Qualifikation.

Tipp: 2:1

h1

Die Angst vor dem Wochenende

Februar 9, 2008

Wenn man wie ich Fan von einem Verein wie Hertha BSC ist, ist es manchmal schwer, sich auf ein Wochenende zu freuen, an dem die Siegeswahrscheinlich so groß ist, wie die Chance in der Vorbereitungszeit einen kompetenten Moderator bei Eurosport zu finden. Man hofft zwar irgendwie immer, dass es doch anders kommt, als man es erwartet, wirklich dran glauben tut man aber nicht. So war es jedenfalls vor dem Spiel der Hertha gegen den VfB Stuttgart.

Nach der Partie sah die Gemütslage dann natürlich ganz anders aus. Hertha siegte 3:1 beim Deutschen Meister und die Vorfreude auf das nächste Spiel zu Hause gegen Arminia Bielefeld ist ins Unermessliche gestiegen. Denn nun hat man ja gesehen, dass die Mannschaft Fußball spielen kann. Und warum sollte sie gegen den Tabellen-15. (Hertha ist Zwölfter) in den Trott vom ersten Spieltag nach der Rückrunde gegen Frankfurt (0:3) zurückfallen? Warum? Vielleicht weil Hertha eben Hertha ist…

Es ist wirklich nicht leicht diese Hertha 2008 einzuschätzen. Denn der VfB ist, das hat man schon in der Vorwoche beim 1:4 gegen Schalke sehen können, noch nicht in Bundesliga-Form. Trotzdem muss man im Gottlieb-Daimler-Stadion auch erstmal drei Tore schießen. Was Hertha ohne Marko Pantelic wäre, will ich lieber gar nicht fragen. Aber man hat gesehen, dass man einem wie ihn niemals so viel Freiraum geben darf. Wenn der Serbe Platz hat, macht er was draus und wenn er zweimal Platz hat, dann auch zweimal.

Die Frage, ob Hertha auch ohne Pantelic in Stuttgart gewonnen hätte, brauch aber nicht gestellt zu werden, denn niemand fragt nach einem starken Diego-Auftritt in Bremen was gewesen wäre, wenn der Brasilianer nicht gespielt hätte. Pantelic ist Herthas Diego. Dass Herthas Winterneuzugang und Favres Wunschspieler Raffael diesen Platz vielleicht mal einnehmen könnte, hat er heute in Ansätzen gezeigt. Die Kaltschnäuzigkeit beim 3:1 war erstklassig, sein sonstiger Auftritt solide.

In Stuttgart hat bei Hertha ausnahmsweise mal alles geklappt. Dass sogar Mineiro, der sonst eher fürs Grobe zuständig ist, einen Zauberpass (zum 3:1) spielen, dass Patrick Ebert seine Fehlpassquote und seine überhasteten Aktionen stark heruntergefahren und dass Fabian Lustenberger selbst mit seinen 19 Jahren schon ein wichtiger Mann für Hertha sein kann, macht Mut für die kommenden Spiele. Niemals aber dürfen sich die Spieler, der Trainer oder sonst irgendwer bei Hertha jetzt zufrieden zurücklehnen. Denn nur wenn die Mannschaft die gezeigte Leistung in der nächsten Woche bestätigt und weitere drei Punkte nachlegt, werde ich auch wieder optimistisch auf das Wochenende warten und nicht bei allen auf dem Papier stärkeren Gegnern kleinlaut dasitzen und hoffen, dass es kein Debakel gibt.

h1

Glatt ROT!

September 18, 2007

Dieser Artikel kommt ca. 3 Tage zu spät, aber ich kam nicht auf die Seite. Warum, weiß allein funpic.de…

Was sich am Freitagabend in Dortmund abgespielt hat, war kein Fußball mehr. Das war körperverletzendes Ballspiel. Am Samstag ging es in etwas abgeschwächter Form so weiter, was allerdings in den Medien viel mehr aufgebauscht wurde, als DAS Foul des Spieltages. Die Medien stürzten sich auf Thimothee Atouba vom HSV , Eintrachts Albert Streit und Bremens Naldo. Warum? Weil sie mit dem Ellenbogen zuschlugen, sich an den Weichteilen des Gegenspielers vergriffen oder auf den Gegenspieler drauftraten (in dieser Reihenfolge).

Albert Streit war im Zweikampf mit Atouba etwas zu “fickrig”, wie wir in der Fußballersprache sagen und langte im Zweikampf mit Thimothee Atouba in dessen Weichteile. Er griff ordentlich zu, was den Kameruner dazu veranlasste, mit dem Ellenbogen nach hinten zu schlagen, wo sich Streits Gesicht befand. Der Frankfurter ging zu Boden, als wäre er erschossen worden und mimte - natürlich - den Unschuldigen. Jetzt schlagen alle auf Atouba ein, weil er ja Wiederholungstäter ist. Ich sage aber, dass Streit die größere Strafe verdient hat und bin auf das Urteil des Sportgerichts (Donnerstag, 20.09.07) gespannt.

Der Bremer Naldo - und damit sind wir bei diesem Schlachtspiel vom Freitag - machte einen etwas unbeholfenen Schritt nach unten, wo ungklücklicherweise der Dortmunder Jakub Blaszczykowski (der Einfachheit halber ab sofort Kuba genannt) lag. Er wischte ihm so ein bisschen mit dem Stollenschuh über den Brustkorb, was vielleicht als Tätlichkeit gemeint war, aber nicht so ankam. Der Schiedsrichter wertete das als natürliche Bewegung und deshalb wird Naldo auch nicht nachträglich bestraft. Ohnehin hätte Kuba zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen.

In der 69. Minute segelte der Pole nämlich mit gestrecktem Bein auf Hüfthöhe und mit voller Absicht in den Bremer Tosic hinein. Er ließ das Bein gestreckt, auch als sich sein Stollen bereits in Tosic’ Oberschenkel gebohrt hatte. Die lächerliche Entscheidung: Gelbe Karte! Solche Aktionen, bei denen Karrieren von Spielern beendet werden könnten (wie es vor einigen Jahren beim Ex-Herthaner Marko Rehmer, nach einem brutalen Foul eines Kölner Spielers der Fall war - Rehmer erholte sich davon nie wieder), sollten Schiedsrichter bestrafen! Und nicht, weil jemand beim Jubeln das Trikot auszieht…

h1

Back to Bundesliga

August 13, 2007

Das war er also, der erste Bundesliga-Spieltag. Was haben wir darauf gewartet. Wir wurden - wenn man mal Hertha außen vor lässt - nicht enttäuscht. Viele Tore, viele Überraschungen und ein großer Zirkus in München. Ja, die Bayern haben gezeigt, wie man es macht. Allerdings leisteten die Rostocker dem Star-Ensemble aus München auch keine große Gegenwehr. Und trotzdem hatten alle Bayern-Hasser auf einen glücklichen 1:0-Duselbayernsieg gehofft, der mit der Erkenntnis einhergegangen wäre, dass sich in München nichts, aber auch gar nichts verändert hat. So wie es aussieht, hat Ottmar Hitzfeld alles richtig gemacht. Ribery, Toni und Klose harmonieren prächtig mit ihren schlechter bezahlten Kollegen und wenn Bremen, Schalke und Stuttgart schon am ersten Spieltag zwei Punkte weniger haben, als die Bayern, wird einem irgendwie Angst und Bange um die Spannung in diesem Jahr.

Die großen Überraschungen des ersten Spieltages haben uns die anderen beiden Aufsteiger beschert. Der MSV Duisburg und der Karlsruher SC machten es besser als Hansa Rostock und erstarrten nicht vor ihren Gegnern und dern zum Teil auch großen Kulisse. Duisburg siegte vor 80.000 Zuschauern rotzfrech in Dortmund und deckte die Schwächen des BVB gnadenlos auf. Ob Thomas Doll schon wieder nur gegen den Abstieg kämpft? Vielleicht sind seine Vorstellungen von modernem Fußball einfach noch ein Stück zu revolutionär. Der KSC gewann ebenfalls in einer WM-Arena und vor ausverkauftem Haus. Der 1. FC Nürnberg, von dem nach der starken letzten, in dieser Saison aufgrund guter Verstärkungen und natürlich wegen Hans Meyer Wunderdinge erwartet werden, war keine Hürde für die Badener Aufstiegstruppe. Die Brücke zu Hertha fällt mir beim KSC auch deswegen nicht schwer, weil Doppeltorschütze Tamas Hajnal im Hertha-Forum von einigen Fans als nicht bundesligatauglich befunden wurde. Hajnal wurde kurzzeitlich mit Hertha in Verbindung gebracht, bevor er aus Kaiserslautern nach Karlsruhe wechselte.

Mittlerweile würde man sich in Berlin wohl die Finger nach so einem lecken, zumal der ungarische Nationalspieler für nur 450.000 Euro die Seiten gewechselt hat und damit weniger als die Hälfte der Spieler gekostet hätte, die Hertha haben will. Egal ob Kavlak (2 Mio.), Prödl (5), Vyntra (1,5) oder Raffael (15). Besonders bitter: Nur Raffael ist ein Stürmer. Wer Hertha in Frankfurt gesehen hat, wird das ähnlich sehen. Keinerlei Durchschlagskraft und ein Lukasz Piszczek im Sturm, der alles schuldig blieb, was ihn wohl irgendwann mal, allerdings in der polnischen ersten Liga, stark gemacht und zu 11 Toren verholfen hat. Daneben stand ein Marko Pantelic, der nur noch ein Schatten seines zweiten Ichs ist, das er in der Hinrunde der letzten Saison sooft gezeigt hat. Auf der Bank sitzt allerdings auch ein Trainer, der, um es mal nett zu sagen, nicht gerade transparent arbeitet. Favre fordert Neuzugänge, lässt die die er bekommt, aber nicht spielen. Lucio saß in Frankfurt 60 Minuten auf der Bank. Der von ihm hochgelobte Mineiro spielte gar nicht.

Laut den Fans des FC Zürich ist das normal. “Am Anfang wird er Dinge tun, die niemand versteht. Aber am Ende werdet ihr sehen, dass er Recht hatte.” Ich will es sehen. Unbedingt sogar. Die Frage ist, wieviel Geduld Berlin hat und ob das Umfeld dem undruchsichtigen Schweizer drei Jahre (soviel brauchte er in der Schweiz um Erfolg zu haben) Zeit gibt…

Eine sehr schöne Geschichte zum Bundesliga-Start hat die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht. Sehr lesenswert: LINK