Archiv für die Kategorie ‘LIVE’

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Erstes Highlight

Juni 7, 2008

“Schade, jetzt sehen wir Sepp Blatter…”

ZDF-Kommentator Bela Rethy, der bei der EM-Eröffnungsfeier gerade auf die Vorzüge der Miss Schweiz eingehen wollte, während die Regie auf die Ehrentribüne schaltete.

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Pro Arne!

Mai 31, 2008

Zwischen einem Interview mit Souleyman Sané und einem mit Werner Hansch, habe ich gerade mal Zeit, mir die erste Halbzeit der deutschen Elf gegen Serbien anzuschauen. Wirklich enttäuscht bin ich eigentlich nur von Marko Pantelic, der nur dadurch aufgefallen ist, dass er mehrfach den Ball verstolpert hat. Wollte sich der Serbe nicht für höhere Aufgaben (als Hertha BSC) empfehlen? So wird das jedenfalls nichts.

Kurz nach dem 0:1 für Serbien erhielt ich eine SMS mit dem schlichten Inhalt: “Getunnelt”. Nach dem 2:2 gegen Weißrussland erhielt ich vom gleichen Absender bereits eine ähnliche SMS: “Ich konnte Lehmann noch nie leiden.” Aber sind wir mal ehrlich: Für diesen Gegentreffer kann Jens Lehmann nichts. Schuld daran haben seine Mitspieler in der Defensive. Wie kann man denn fünf Meter vor der Mittellinie die Viererkette so stellen? Da fehlt es eindeutig an der Abstimmung und vielleicht auch an der Spielpraxis von Christoph Metzelder, der seinen Gegenspieler da schön laufen ließ.

Deshalb bin ich schon jetzt - und war es auch vor dem 0:1 - für eine Abwehrreihe in der auf jeden Fall Arne Friedrich spielt. Eben erfahre ich, dass Jogi Löw nicht Metzelder, sondern Per Mertesacker für Friedrich rausnimmt. Kann man machen. Muss man aber nicht. Ich wäre für Lahm, Mertesacker, Friedrich, Jansen, als Abwehrreihe für die EM, lasse mich, was Mertesacker angeht, aber gerne eines besseren belehren.

Weiter geht’s…(übrigens auch ohne Pantelic…)

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Live-Blogging

Mai 17, 2008

Unter dem Link könnt ihr meinen Live-Blog von der zweiten Halbzeit des letzten Bundesligaspieltages noch einmal verfolgen. Wenn ihr ganz nach unten scrollt findet ihr mein Bundesliga-Fazit von dieser Saison.

KLICK MICH!!!

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Lasst Koller leben

Mai 4, 2008

Jan Koller feierte mit den Fans. Er ließ sein getauschtes Trikot fallen, hob die Arme in die Höhe und applaudierte ihnen. Eine Welle, noch eine und noch eine. Die Dortmunder Südtribüne feierte ihren Helden.

Das Problem? Jan Koller spielt bereits seit fast drei Spielzeiten nicht mehr beim BVB. Von 2002 bis 2006 spielte der Tscheche im schwarz-gelben Trikot und erzielte in dieser Zeit ganze 59 Treffer. Im WM-Jahr wechselte Koller nach Monaco, wurde dort überhaupt nicht glücklich und kehrte zu Beginn diesen Jahres zum 1. FC Nürnberg in die Bundesliga zurück. In elf Spielen hat Koller dort bisher zweimal getroffen. Wirklich zufrieden ist das Nürnberger Publikum mit dem Zwei-Meter-Riesen nicht. 

Am vergangenen Freitag jedoch wurde aus Unzufriedenheit blanker Hass. Als Koller sich, wie beschrieben, von der Dortmunder Südtribüne feiern ließ und danach mit feuchten Augen zu seinem eigenen, dem Nürnberger Block ging, rasteten die Fans aus. Ausgestreckte Mittelfinger waren noch das mildeste Zeichen der Abneigung. Das “Kopf-ab”-Zeichen, dass man sonst nur aus Kinofilmen oder von Gerald Asamoah kennt, war ebenfalls zu sehen. Der Tscheche war zunächst nur irritiert, verbeugte sich dann als Entschuldigung und drehte schließlich enttäuscht ab. Auf dem Weg zum Kabinengang entfuhr ihm dann das, was dem ganzen dann leider die unrühmliche Krone aufsetzt: “Fucking Nürnberg-Fans”.

Im Nürnberger Fanforum geht es seitdem nachvollziehbarer Weise hoch her. Nach einer Entschuldigung Kollers glätten sich die Wogen zwar, doch wirklich rehabilitieren wird sich Koller wohl nur durch Tore in den letzten drei Spielen, die am Ende bitte schön auch zum Klassenerhalt reichen. Das ist zumindest die Essenz aus dem was der kleine Kreis im DSF-Doppelpass gerade geäußert hat. Waldemar Hartmann sprach von einem “No go”, Claus Strunz von der Bild am Sonntag kann die Nürnberger Fans sogar in der überzogenen Härte der Reaktion verstehen. 

Ich persönlich kann dem überhaupt nicht zustimmen. Klar, Fußball ist ein emotionales Geschäft und bei den Nürnbergern liegen die Nerven blank. Da kommt es nicht gut an, wenn ein Spieler der eigenen Mannschaft mit den Fans der anderen ein 0:0 feiert. Aber genau darum ging es Koller in diesem Moment ja gar nicht. Er war einfach nur glücklich über die positiven Reaktionen der Dortmund-Fans und wollte ihnen dafür etwas zurückgeben. Die LaOla-Welle hätte er sich natürlich sparen können, aber es zeigt einfach nur, dass da einer mit Herz bei der Sache ist und eben nicht ständig die Benimmregeln der Vereine durchdekliniert.

Spieler wie Jan Koller, denen die Reaktion der Fans so ans Herz geht, gibt es nicht mehr viele in der Bundesliga. Das beste Beispiel dafür ist Herthas Joe Simunic, der unlängst den Satz geäußert hat: „Es gibt so viele Leute, für die Hertha das ganze Leben bedeutet. Die tun mir leid. Die werden verarscht.“ Darüber sollte man diskutieren. Und nicht über einen Fußballer, der von seinen Gefühlen übermannt, mit den (in diesem Moment) falschen Fans feiert. Meinen Respekt hat er.

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Konzentration bitte!

Mai 3, 2008

Boah, was ist denn bei der Sportschau los? Erst wird aus Robert Vittek Robert Kovac und dann heißt der ausrangierte Bielefelder Keeper plötzlich Uwe statt Matthias Hain…

Zuviel gefeiert Herr Delling? Oder Sehnsucht nach dem Günter?

Vor dem Spielbericht von Bremen gegen Cottbus leistete sich Delling - im Zusammenhang mit dem “Fall Klasnic” - dann noch dieses “Sahnestück”: “Da gab es in den letzten Wochen einige Situationen, die dem SV Werder ganz schön an die Nieren gegangen sind…” 

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Nani und der sterbende Schwan

Mai 3, 2008

Der sterbende Schwan ist ein ausdrucksvolles Tanz-Solo. (…) Der Tanz besteht größtenteils aus Pas de bourrée, begleitet vom Flügelschlagen der Arme. Berühmt ist vor allem die Schlusspose des Solos auf dem linken Knie, während der über dem vorgestreckten rechten Bein die Arme wie Flügel zusammengelegt und der Kopf darin geborgen werden.(…) Die Tanznummer wurde zum Symbol für ein Sterben in größter Anmut – aber auch für die Eitelkeit und Falschheit mancher Bühnenstars.

Quelle: Wikipedia

Ich bezweifle jetzt einfach mal ganz stark, dass der 21jährige Fußballspieler Nani den sterbenden Schwan von Michel Fokine kennt. Das dreiminütige Tanzsolo, das Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland uraufgeführt wurde, ist schon ziemlich anspruchsvolle Kunst. Insofern kann man das dem Spieler von Manchester United noch nicht einmal anlasten. 

Was man ihm jedoch anlasten muss, ist, dass er, obwohl er dieses Stück nicht kennt, versucht hat, es zu kopieren. Das kann nicht nur nicht funktionieren, es hat auch mit seinem Beruf eigentlich nichts zu tun. Doch in der 37. Minute des Premier League Spiels seiner Mannschaft gegen West Ham United muss der Schwan in ihn gefahren sein. Anders sind die folgenden Szenen nicht zu erklären.

Es ist die alte Kopfstoß-geben-und-dann-so-tun-als-hätte-man-selbst-einen-bekommen-Geschichte, uns in Deutschland am schönsten von dem Trainer Norbert Meyer und dem damals noch in Köln spielenden Albert Streit dargeboten. Bei Nani ist der Gegner kein Trainer, sondern ein Gegenspieler, der die zarten Füße des Filigran-Technikers zu hart rangenommen hat. Also nimmt der kleine Mann seinen ganzen Mut zusammen und zuckt kurz mit dem Kopf nach oben. Der Getroffene geht zu Boden und Nani, man sieht ihm richtig an, wie es in ihm arbeitet, bis er schließlich realisiert, dass er jetzt auch fallen muss, damit der Schiedsrichter ihn vielleicht doch nicht vom Platz stellt.

Nanis rechter Arm zeigt leicht angewinkelt nach oben, als er anmutig und fast in Zeitlupe zu Boden sinkt. Besser kann “The dying swan” ohne jegliche Vorkenntnisse einfach nicht interpretiert werden. Schade nur für Nani, dass der englische Referee das Stück offenbar kennt. Nach einer kurzen Stilbesprechung mit seinem Assistenten zeigt er dem Schwan völlig zu recht die Rote Karte.

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Der Stein rollt…

April 28, 2008

Ivan Klasnic sitzt bei Reinhold Beckmann. Das Thema ist von großer Bedeutung: Es geht um die angeblich fehlerhafte Diagnose des Nierenleidens des Kroaten. Links neben ihm seine Frau, deren zynische Kommentare die ansonsten sachliche Gesprächsatmosphäre unterlaufen. Beckmann sitzt Klasnic gegenüber und stellt bemerkenswert gute Fragen. Zum Beispiel diese: 

Ivan, sie als Profisportler haben ja auch eine gewisse Eigenverantwortung für ihren Körper. Haben sie sich denn selbst nie gefragt, wo ihre Probleme herkommen?

Klasnic bleibt in diesen Momenten ruhig. Wenn er eine Diagnose vom Arzt bekomme, dann glaube er dieser im Normalfall auch. Der genesene Kroate antwortet in einer Weise die signalisiert, dass er mit dem Thema zumindest emotional abgeschlossen hat. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau. Diese freut sich nicht nur immer wieder “dass er lebt”, sondern kann sich auch Sticheleien gegenüber den Bremer Offiziellen nicht verkneifen. Vor allem die herzlose Art und Weise von Bremens Manager Klaus Allofs stößt ihr sauer auf. Er habe sie als Spielerfrau bezeichnet, die eben so denken müsse. Das Gespräch driftet in die Unsachlichkeit.

Doch Beckmann reagiert, bricht ab und führt es in die medizinische Richtung. Das Thema Doping im Fußball wird gestreift und die Frage gestellt, ob es im Profigeschäft Alltag sei, dass Spieler Medikamente einnehmen. Klasnic will darauf nicht so recht antworten, in großen Lettern steht das imaginäre Wort Ehrenkodex über seinem Kopf. Doch seine Frau interessiert sich dafür nicht: 

Herr Beckmann, wenn ich davon gewusst hätte, was er täglich genommen hat, dann hätte ich eingegriffen!

Was dramatisch klingt, gehört in der Bundesliga tatsächlich zum Alltag. Fußballer nehmen Schmerzmittel und lassen sich “fit spritzen”. Das weiß die Öffentlichkeit. Doch, und das ist der eigentliche Skandal: Niemand stört sich daran. Völlig zu recht prangert der Gutachter (dessen Name mir jetzt leider entfallen ist), der die Klage von Klasnic unterstützt, an, dass in den Medien (sogar in der Sportschau) über “einen Herrn Pantelic” berichtet wird, der unter der Woche 30 Spritzen bekommen habe, um am Wochenende spielen zu können. Jeder hat es gelesen, niemand regt sich darüber auch. Das ist Alltag im Fußballgeschäft.

Ivan Klasnic will das nicht mehr. Er sagt, als junger Spieler will man immer nur Fußball spielen, Fußball spielen, Fußball spielen. Aber, und dieser Satz fällt zum Ende öfter, jeder muss wissen, was er seinem Körper zumuten will. Beckmann stellt dem anwesenden Arzt in diesem Zusammenhang die provokanteste (und völlig berechtigte) Frage des Tages;

Ist das Doping?

Doch der Gefallen wird dem ehemaligen Chef von “Ran” nicht getan. Da müsse man drüber reden, sagt der Arzt. Recht hat er. Der Stein ist ins Rollen gebracht worden. Jetzt ist entscheidend, dass wir darüber reden.

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Handball in Saragossa

Februar 16, 2008

Gerade live dabei bei Barcas Auswärtsspiel in Saragossa und deshalb auch Zeuge einer höchst zweifelhaften Entscheidung. Beim Stand von 1:1 gibt der Schiedsrichter einen Elfmeter weil Saragossas Juan Fran den Ball angeblich mit der Hand angenommen haben soll. Das dieser Strafstoß ein Geschenk an die Katalanen ist, ist keine Frage. Doppelt bitter stellt sich die Situation jedoch dar, wenn man bedenkt, wie das 1:0 durch Henry gefallen ist.

Der Franzose nahm den Ball ganz klar mit der Hand mit, bevor er ihn im Tor unterbrachte…

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Retro-ManU verliert

Februar 10, 2008

Gerade ist Halbzeit beim “Battle of Manchester” zwischen United und City. Neben den ohnehin schon sehenswerten Einzelspielern (auf einen wie Christiano Ronaldo wird man in Deutschland wohl ewig warten) und zwei schönen und überraschenderweise von City erzielten Toren, setzen die beiden Teams auch optische Highlights. Weder die Roten von United noch die Blauen von City haben Werbung auf ihren Trikots. Auf dem von United ist nicht mal ein Vereinslogo zu sehen.

Der Grund ist natürlich - man kam in keinem Medium dran vorbei - das 50jährige “Jubiläum” des “Munich Air Crash”, dem Absturz der nicht nur, aber vor allem dadurch legendär gewordenen “Busby Babes”, des sehr jungen Teams von Manchester United des Jahres 1958. Die Mannschaft von Trainer Matt Busby, kam von einem Europapokalspiel in Belgrad und war in München zwischengelandet. Die Maschine sollte dort nur kurz aufgetankt werden und dann wieder abheben. Doch dazu kam es nie. Nach zwei abgebrochenen Startversuchen wegen zunehmendem Schneetreiben versuchte es der Pilot ein drittes Mal. In diesem Fall waren alle guten Dinge nicht drei. Die Maschine rutschte über die Landebahn hinaus und zerschellte an zwei Betonblöcken, die in einer angrenzenden Gartenanlage aus dem Krieg übrig geblieben waren.

23 Menschen sterben an diesem sechsten Februar, darunter acht von elf Spielern von Manchester United. Der Verein wird an diesem Nachmittag zur Legende, weil er diese Katastrophe übersteht und schon bald wieder Titel gewinnt.

Der Legendenstatus hindert Manchester City gerade aber nicht daran, Retro-Trikot-United zu besiegen. Bei Derbies hört die Freundschaft eben auf.

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Genial

Februar 6, 2008

Es ist eine Wohltat zu sehen, wie die deutsche Nationalmannschaft im Auftrag des ganzen Landes dem kleinen Nachbarn aus Österreich Hoffnung gibt, dass die Europameisterschaft 2008 im Alpenland doch keine Blamage wird. Ich glaube, dass Franz Beckenbauer das in Auftrag der FIFA an die deutsche Elf weitergereicht hat. Oder Reiner Calmund im Auftrag des Klagenfurter WM-Komittees. Oder sogar Jogi Löw selbst.

Die Rechnung könnte aufgehen. Die Österreicher bekommen durch das 0:0-Unentschieden ihre Zuversicht zurück, der Ticketverkauf der EM auch für langweilige Spiele zieht an und die deutschen Nationalspieler gehen nicht mit der Annahme in die EM, sowieso alles zu gewinnen.

Daran, dass die deutsche Mannschaft die Österreicher bei der EM mit mindestens drei Toren Unterschied zurück in die ewige Depression schicken wird, ändert dieses Freundschaftsspiel aber natürlich rein gar nichts…

Nachtrag (55. Minute): Ich glaube, so langsam ist es als Deutscher an der Zeit arrogant zu werden ;-)