Archiv für September 2007

h1

Er hat seinen Weg gefunden

29. September 2007

„Ich habe bei Autogrammstunden versucht, jedem etwas Persönliches mit auf den Weg zu geben. Mich hat es deprimiert, wenn die zweite Frage war: Welches Auto fährst du, wie viel Geld verdienst du? Wenn es allen nur noch darum geht, dann gute Nacht.“

Sebastian Deisler im Interview mit dem Tagesspiegel. Er sagt noch viel mehr, viel bewegendere Dinge. Aber lest am besten selbst: KLICK

h1

Wochenende!

28. September 2007

Mein Tipp für heute abend: 2:1 für Schalke (aber jeder der mich kennt, weiß warum ich gegen Hertha getippt habe…)!

h1

Marta, die Zauberin

28. September 2007

Vor gar nicht mal so langer Zeit habe ich auf diesen Seiten einen Beitrag zum Thema „Frauenfußball“ veröffentlicht. Es ist meinem Server oder einem Programmfehler oder meiner informatischen Unkenntnis zu verdanken, dass ich ihn an dieser Stelle nicht verlinken kann. Dabei hätte es ganz gut gepasst. Denn zurzeit läuft in China die Frauenfußball-Weltmeisterschaft und trotz meines damaligen Abneigungs-Pamphlet gegen alle Arten von Frauensport im Fernsehen, muss ich da jetzt wirklich Abstriche machen.

Denn das was gestern die Brasilianerinnen gespielt, zelebriert, ach was sag ich, gezaubert haben, ist genau das, was der Frauenfußball braucht. Ob es an den schwachen Amerikanerinnen lag, dass dieses 4:0-Spektakel am Ende dabei herauskam oder wirklich an der überragenden Leistung der Mädels vom Zuckerhut, wird sich am Sonntag zeigen. Wenn der deutsche und doch eher pragmatische Fußball im Finale auf den Zirkussport der „Selecao“ trifft.

Ok, ich bin Deutscher und als solcher sollte man auch sein Land unterstützen, aber wenn ich mich zwischen Birgit Prinz und Marta entscheiden muss oder zwischen Renate Lingor und Christiane, dann spielen nicht nur die optischen Vorzüge eine Rolle, sondern – und vor allem – die technischen und fußballerischen. Die Brasilianerinnen verkörperten Spielfreude pur und ich schreibe das in der Vergangenheit, weil ich von ihnen bisher nur das eine Spiel gesehen habe und es auch durchaus sein kann, dass das eine Eintagsfliege war.

Trotzdem würde mein Fußballerherz höher schlagen, wenn morgen Brasilien und nicht Deutschland nach einem großartigen und entscheidenden Fallrückziehertor von Marta der Zauberin Weltmeister wird. Einfach der schöneren Spielweise wegen.

Dank Youtube: Das 4:0 von Marta

h1

Der Countdown läuft…

27. September 2007

Interessiert es eigentlich jemanden, dass heute, am 27. September FIFA 2008 rausgekommen ist? Nein? Wundert mich nicht.

Das einzig wahre Datum ist ja auch der 25. Oktober…

h1

„Eine unglaublich unangemessene Form für ein Militärgebäude“

27. September 2007

Haus 

Das kann man wohl laut sagen…

Foto: Google Earth

h1

Bayern enttäuschen

27. September 2007

Man könnte natürlich darüber reden, dass Miroslav Klose nach sieben Spieltagen acht Tore geschossen hat. Obwohl man beim Nationalspieler auch noch hinzufügen muss, dass er nur sechs Spiele gemacht hat, weil er am dritten Spieltag gegen Hannover verletzt fehlte. Man könnte auch darüber reden, dass sein Sturmkollege Luca Toni bei der gleichen Anzahl von Spielen (er setzte am vierten Spieltag gegen den HSV aus) „nur“ fünf Treffer erzielt hat. Man könnte darüber diskutieren, welchen Anteil am Erfolg der Bayern der französische Neuzugang Franck Ribery hat, der die Liga mit Kabinettstückchen verzückt. Wie gesagt, man könnte.

Man könnte durchaus auch darüber sprechen, ob es nicht eigentlich der brasilianische Neuzugang Zé Roberto ist, der das Bayernspiel lenkt und so effektiv ist, wie noch nie in seiner gesamten Karriere. So stark war der Linksfuß weder bei Bayer Leverkusen, noch während seines ersten Engagements in München. Vielleicht könnte man auch fragen, ob Oliver Kahn diese letzte Saison überhaupt noch im Tor stehen muss und ob er nicht stattdessen lieber schon jetzt und zwar dauerhaft nach Asien gehen sollte, um junge Torhüter-Talente zu finden und auszubilden. Denn dann hätte Kahns Nachfolger Michael Rensing seine Feuerprobe nicht gleich in der Champions League, sondern erst einmal im Uefa Cup, wo ein Fehler nicht gleich ein Ausscheiden und wenn doch, wenigstens keine -zig Millionen Euro kosten würde.

Man könnte auch die Frage stellen, ob es an Ottmar Hitzfeld liegt, dass die Bayern in dieser Saison in einer nie dagewesenen Dominanz und mit einer für die Bayern fast schon untypisch unarroganten Leichtigkeit auftreten. Wäre es unter Magath genauso gekommen? All diese Fragen und noch viel mehr, die die Leistungsstärke der Bayern betreffen, könnte man stellen. Man könnte, wie gesagt.

Doch ich tue das nicht. Ich frage bloß, warum die Bayern gegen Cottbus nicht einfach ein Tor mehr geschossen haben. Denn bei einem Einsatz von drei Euro und der Wette auf ein 6:0 der Münchener gegen Cottbus hätte ich mal eben ein Semester Studiengebühren gespart. Hätte, wie gesagt…

h1

Er kann auch mal einen halten…

26. September 2007

Was macht eigentlich einen guten Torwart aus? Klar, er sollte ein souveränes Auftreten haben, seiner Mannschaft Sicherheit geben und – natürlich – auch mal einen Ball halten. Oliver Kahn hat letzteres zur Perfektion gebracht und auch die anderen Dinge, in besten Zeiten, beherrscht. Jens Lehmann tritt meist souverän auf, hält auch sehr gut, aber ob sich die Arsenal-Abwehr bei ihm immer sicher fühlt?

Es gibt Torhüter, da hält man als Fan automatisch die Luft an, wenn ein Rückpass in Richtung eigenes Tor gespielt wird. Das war spaßig, als bei Hertha zum Beispiel noch Gabor Kiraly im Tor stand, weil man immer etwas Besonderes erwartet hat. Bei Christian Fiedler spielte – Schande über mich – manchmal der Wunsch mit, er möchte doch einen Fehler machen, damit sich sein Kollege mal versuchen kann (egal, ob der nun Tremmel oder Ellegaard hieß). Fiedler machte selten Fehler und wäre er statt 1,80m sagen wir 1,87m und wäre bei Ecken und Freistößen auch mal aus seinem Tor gekommen, wir hätten gute Freunde werden können.

Er tat das aber nicht und deshalb war ich froh, als Hertha Anfang dieser Saison mit Jaroslav Drobny einen 1,92-Hühnen verpflichtet hat. Der würde die Flanken schon wegfischen und auf der Linie, das hat Drobny in dem halben Jahr in Bochum bewiesen, ist er auch kein schlechter. Ersteres bewies er schon in den Vorbereitungsspielen, als Hertha noch keinen Lima, keinen Grahn und keinen von Bergen eingekauft hatte. Da wirkte Herthas Abwehr oft hilflos und vor allem: körperlich unterlegen. Drobny ragte heraus und holte sich die hohen Bälle, die in seinen Strafraum flogen. Es folgte der Saisonstart in Unterhaching. Die erste DFB-Pokalrunde überstand Hertha dank eines überragenden Drobny, der damit bewies, dass er auch die zweite Eigenschaft, die ich von ihm erwartete, beherrscht. Er hielt nicht nur einen Elfmeter, sondern auch sonst alles, was in Richtung seines Tores flog.

Mittlerweile sind sieben Spieltage vorbei und ich beginne mich zu fragen, ob der Tscheche im Hertha-Tor entweder sein ganzes Können in Unterhaching vergessen hat oder schlichtweg eine Sternstunde hatte, die sich jetzt partout nicht wiederholen will. Denn wenn man sich die ersten sieben Spiele anschaut, in denen Hertha nicht einmal zu Null spielen konnte, dann kommt man schon ins Grübeln. Jeder, und wer sich die Spiele noch einmal ansehen will, kann dies für kleines Geld (Werbung muss sein) bei Hertha-TV tun, jeder, der sich die Gegentore noch einmal anschaut wird eine Deckungsgleichheit bemerken. Einen Jaroslav Drobny der einen Schritt zum Ball macht, dann hinter ihm herschaut und ihn anschließend aus dem Netz holt.

Natürlich war er nicht an allen Toren schuld, keinesfalls. Aber und dieser Satz gehört zu den Phrasen, die jeder Fan beherrscht: Ein Torwart kann auch mal einen Ball halten. Drobny hat das für Hertha in der Bundesliga bisher noch nicht getan.

h1

Heja BVB, Heja BVB…

25. September 2007

Ob ich jetzt auch Dortmund-Fan werde? Definitiv NICHT! Als Kind bin ich bereits als dieser typische Erfolgsfan durch die Gegend gerannt, habe das Trikot von Lars Ricken zu Hause gehabt und natürlich auch einen Schal und eine Fahne um den Hals getragen. Warum? Weil es in Berlin damals keinen Profi-Fußball gab und ich nichts von Hertha wusste. Oder anders: Mir war nicht bewusst, dass es einen Verein wie Hertha in Berlin gibt. Der krebste damals nämlich in der zweiten Liga herum und erst relativ spät, so mit 12 oder 13 war ich das erste Mal im Stadion und von da an Hertha-Fan.

Dortmund-Fans gibt es viele unter meinen Freunden und vor allem die, die, ohne anmaßend sein zu wollen, nicht wirklich Ahnung von Fußball haben, sind es, wenn auch nur unterschwellig und heimlich. Das liegt an der Zeit in der wir aufgewachsen sind. Damals gab es in (ehemals) West-Berlin eigentlich nur zwei Vereine: Bayern oder Dortmund. Und wer danach nicht von Hertha ergriffen wurde, ist halt immer Schwarz-Gelb geblieben.

Das es soweit kam lag natürlich an den Erfolgen der Borussen. Meister, Champions-League-Sieger, Weltpokalsieger. All das mit einer Mannschaft, die ganz im Gegensatz zu den Bayern sympathisch war. Das war toll, das war anders, das war Dortmund. Dann ging Hitzfeld erst ins zweite Glied zurück (wurde Sportdirektor) und schließlich zu den Bayern. Da brauchte man eine Alternative. Und die kam 1997 mit Hertha.

Was ist die Essenz aus dem Ganzen? Dass sich da ein Kreis schließt? Dass ich endlich meine wahre Bestimmung erlange und im Westfalenstadion „Klimowicz Fußballgott“ brülle? Nein und nein. Hertha hat sich eingebrannt, ich bin Herthaner, stolzer Herthaner. Und das werde ich ins Ruhrgebiet, in die Welt hinaustragen. Solln sie doch kommen, die Jungs aus Lüdenscheid…HAHA!!

h1

Dortmund?!?!?

24. September 2007

Tja…im Moment hängt mein Schicksal an einem Dokument, das mir ein Praktikum bei meinem derzeitigen Arbeitgeber bestätigt. Wenn ich diese Bescheinigung bekomme, wird kabinenpredigt.de.vu demnächst aus Dortmund „senden“. Denn dort wurde ich für den Bachelor-Studiengang Journalistik angenommen.

Es ist so gut wie alles geregelt, nur dieser Wisch steht noch zwischen mir – und meinem Glück (?). Das ist momentan wirklich die Frage. Ich verlasse mein gewohntes Umfeld, meine Freunde, meine Familie, alles was ich liebe und mir hier aufgebaut habe. Natürlich bricht das nicht alles weg. Wahre Freunde bleiben, die Familie sowieso. Und ich? Werde ich mich verändern? Natürlich. Aber ist das gut?

Ich bin extrem durcheinander, alles muss so schnell gehen. Die Eingangsfrist meiner Unterlagen läuft nur bis zum 27.09. Genau eine Woche vorher lag die Zulassung im Briefkasten. Was das alles für mich bedeutet, kann ich nicht beschreiben und auch nicht verarbeiten. Noch nicht. Das wird erst in Dortmund passieren. In meinem Zimmer. Und allein.

h1

Deutscher Fußball-Kulturpreis 2007

19. September 2007

Hört sich ziemlich spießig an, diese Auszeichnung. Ist sie aber gar nicht. Die Deutsche Akademie für Fußballkultur hat nämlich nach dem besten Fangesang 2007 gesucht und dafür mit 500 Litern Freibier gelockt. „Er soll pfiffig, eingängig, druckvoll sein und vielleicht auch kämpferisch. Getreu dem Motto: Schmäh ja, Hass nein.“ Die Fachjury, die mit „zahlreichen Liebhabern des Genres“ besetzt war und „ihre Auswahl vor allem nach den Kriterien Originalität, musikalische Qualität, Eingängigkeit des Gesangs, und -  last but not least -  suggestive Wirkung bzw. Eignung des Lieds zum Massenchor“ gewählt hat, hat sich für einen Fangesang der Mainzer entschieden. Und der geht so:

Schlumpflied Mainz 05

Nunja, ich muss natürlich ehrlich zugeben, dass ich durch meine Pressetätigkeit der Fankurve nun schon fast eineinhalb Jahre ferngeblieben und dadurch nicht mehr unmittelbar auf dem neuesten Stand bin. Trotzdem glaube ich bewerten zu können, was originell ist und was nicht. Klar, dieser Schlumpfen-Song ist eingängig, leicht zu lernen und hat definitiv die Eignung zum Massenchor. Aber pfiffig oder eben originell? Da kenne ich 1. andere und 2. standen auch bessere zur Wahl.

Wobei man bei der Auswahl der Lieder schon fragen muss, was für Liebhaber da am Werk waren. Solch Langeweile-Hits wie „Gegen Bremen kann man mal verliern…“ oder „Hey Eintracht Frankfurt“ standen echte Perlen wie „So gehn die Bochumer“ (bei der vor allem auf die Performance und weniger auf den Gesang zu achten ist) und „Wir lieben die Amateure“ von den Bayern-Fans gegenüber. Mein Favorit ist eher lustig und hat vor allem das, was jeder mitleidende Fan haben muss: Selbstironie.

Vielleicht wollte auch nur niemand schon wieder die Kölner Fans für ihre unglaubliche Treue belohnen, mit ihrem Lied: „Weil wir bescheuert sind“ haben sie mich auf jeden Fall in jeder Hinsicht überzeugt.